Klima-Warnung

El Nino ist da: Wetter-Phänomen heftiger als gedacht

In den kommenden Monaten richten Klimaforscher:innen ihren Blick auf den Pazifik. Denn was dort beginnt, könnte schon bald das Wetter auf der ganzen Welt beeinflussen.

Unwetterfront über Paderborn
El Niño: Expert:innen warnen vor extremen Wetterlagen rund um den Globus und sprechen bereits von einem möglichen Rekordereignis. Foto: IMAGO / 7aktuell
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Klimaforscher:innen schlagen Alarm: Das Wetterphänomen El Niño hat offiziell begonnen. Besonders beunruhigend ist dabei die aktuelle Prognose der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA: Laut der Wissenschaftler:innen könnte sich das Ereignis in den kommenden Monaten zu einem der stärksten seiner Art seit Beginn der modernen Aufzeichnungen entwickeln – sogar von einem sogenannten „Godzilla-El-Niño“ die Rede.

Bereits frühere starke El-Niño-Phasen waren mit schweren Wetterextremen verbunden und verursachten weltweit enorme Schäden.

Warum El Niño das Wetter weltweit verändert

El Niño entsteht, wenn sich die Oberflächentemperaturen im tropischen Pazifik deutlich erwärmen. Dadurch geraten globale Wetterströmungen aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind oft Tausende von Kilometern vom eigentlichen Entstehungsort entfernt spürbar.

Zusätzliche Wärme gelangt in die Atmosphäre und beeinflusst Wetterlagen auf mehreren Kontinenten gleichzeitig. Dadurch steigt das Risiko für extreme Temperaturen, Starkregenereignisse und lang anhaltende Trockenperioden.

Diese Regionen könnten besonders betroffen sein

Die Auswirkungen fallen regional sehr unterschiedlich aus. Während einige Gebiete sogar profitieren könnten, drohen anderen Regionen erhebliche Belastungen. An der Atlantikküste der USA könnte die Hurrikan-Saison vergleichsweise ruhig verlaufen. Im Pazifik dagegen steigt die Gefahr stärkerer tropischer Stürme. Südamerika muss vielerorts mit intensiven Regenfällen und Überschwemmungen rechnen.

Auch Indien steht möglicherweise vor einer Phase extremer Hitze. In Australien warnen Experte:innen vor einer erhöhten Gefahr von Dürren und Waldbränden. Teile Nordostafrikas könnten wiederum nach langer Trockenheit plötzlich von heftigen Regenfällen betroffen sein. In Deutschland wird sich El Niño vorrangig durch Unbeständigkeit zeigen: häufigere Tiefs, plötzliche Stürme, mehr Wind.

Zusätzliche Belastung für das Weltklima

Besonders kritisch sehen Forscher:innen die Tatsache, dass El Niño auf eine Erde trifft, die durch den Klimawandel bereits außergewöhnlich warm ist. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete das Phänomen deshalb kürzlich als „dringende Klimawarnung“.

Hinzu kommt eine weitere Sorge: Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser El Niño seinen Höhepunkt früher erreichen und möglicherweise länger anhalten könnte als gewöhnlich. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Wetterextreme weltweit zusätzlich verstärkt werden.

Quellen