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Super-El-Niño: Was bedeutet das Klimaphänomen für Deutschland?

Laut US-Klimabehörde soll sich zwischen Juni und August 2026 ein El Niño entwickeln. Doch wie beeinflusst dieser das Wetter in Deutschland?

Eine Frau mit einem schwarzen Regenschirm, der vom Wind fast weg geweht wird.
Hat ein möglicher Super‑El‑Niño das Potenzial, den Winter 2026 in Deutschland spürbar zu beeinflussen? Foto: iiievgeniy/iStock
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In diesem Jahr bahnt sich ein außergewöhnlich starkes Klimaphänomen an: Ein Super-El-Niño, dessen mögliche Auswirkungen weltweit spürbar sein könnten - auch in Deutschland.

Klimaphänomen El Niño: Was heißt das?

Bei diesem natürlichen Klimaphänomen steigen die Wassertemperaturen in Teilen des Pazifiks an: Während manche Regionen mit heftigen Regenfällen und Überschwemmungen rechnen müssen, drohen anderswo Trockenheit und Dürre. Zu den Folgen zählen neben häufiger auftretenden Wetterextremen auch ein zusätzlicher Anstieg der globalen Temperaturen.

Karten der NASA machen deutlich, dass aktuell im Pazifik die Zyklone „Maila“ bei den Salomonen und „Vaianu“ nahe Fidschi wirbeln. Solche Stürme können durch ungewöhnliche Windverhältnisse Entwicklungen verstärken, die ein El-Niño-Ereignis begünstigen.

Nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwischen Juni und August 2026 ein El Niño entwickelt, aktuell bei 62 Prozent – im Herbst steige sie laut Prognose sogar auf rund 80 Prozent. Die europäischen Wetterdienstmodelle bestätigen die Beobachtungen.

Wiestark die Erwärmung [des Meerwassers] ausfallen wird, ist noch nicht klar“, sagt Klimaforscherin Friederike Otto. Laut Wetterexpert*innen würde ein El Niño bedeuten, dass sich nicht nur regionale, sondern auch weltweite Wetterabläufe „verschieben“ können.

Was bedeutet ein Super-El-Niño für Deutschland?

In Deutschland bestimmt der Jetstream – ein kräftiges Windband – die Richtung von Hoch- und Tiefdruckgebieten, erklären Wetter-Expert*innen von daswetter.com. Gerät dieser Strom aus dem Gleichgewicht, wird auch unser Wetter spürbar turbulenter.

Ein besonders ausgeprägter El Niño könne genau das zum Ende des Jahres bewirken. Verliert der Jetstream an Stabilität, beginnt er stärker hin- und herzupendeln. Das Ergebnis ist häufig wechselhaftes Wetter, mehr Tiefs, es wird windiger und insgesamt weniger beständig. Auf ruhige Phasen folgen plötzlich Stürme, milde Tage können von unerwarteten Kälteeinbrüchen abgelöst werden.

Nasser, trüber und kalter Winter in Deutschland?

Zunächst sieht alles nach einer klaren Tendenz aus: In vielen dieser „El-Niño-Jahre“ bleibt es in Europa meist mild. Doch ein ausgeprägter El Niño kann auch den Polarwirbel aus dem Gleichgewicht bringen. Wird dieser geschwächt, besteht die Möglichkeit, dass eisige Arktisluft nach Süden vordringt.

Gerade im Fall solcher Wetterkonstellationen kann der Winter plötzlich umschlagen. Innerhalb weniger Tage wandelt sich mildes Wetter zu überraschend eisigen Temperaturen.

Auch beim Niederschlag zeichnen sich deutliche Trends ab: Wird die Westströmung stärker, strömt vermehrt feuchte Luft nach Mitteleuropa.

Das hat häufig zur Folge, dass es mehr regnet und weniger schneit – zumindest in den tieferen Regionen. In höheren Lagen kann sich zwar noch Schnee halten, doch im Flachland präsentiert sich der Winter meist eher trüb und nass als winterlich weiß.

„Ob es tatsächlich zu einem Super-El-Niño kommt, lässt sich aktuell noch nicht sicher sagen. Doch die Möglichkeit allein reicht, um aufmerksam zu werden“, betonen die Wetterfachleute. Für Deutschland würde ein Super-El-Niño in erster Linie „mehr Bewegung im Wettergeschehen, mehr Überraschungen und weniger klare Muster bedeuten.“ Entscheidend für weitere Prognosen sei laut Expert*innen aber nicht nur ein einzelner Faktor, sondern das Zusammenspiel vieler Einflüsse.