Bye Bye HartgeldEU plant Abschaffung von Kleingeld!

Gibt es bald keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr? Die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen denkt darüber nach.

Inhalt
  1. Einheitliche Rundungsregeln
  2. Adieu Ein- und Zwei-Cent-Münzen: Was spricht dafür?
  3. Keine kleinen Euro-Münzen mehr: Was spricht dagegen?
  4. Das Thema polarisiert

Für die einen ein logischer Schritt, für die anderen der Startschuss für weitreichende Preiserhöhungen: Die EU-Kommission plant, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen.
Was spricht dafür und was dagegen? 

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Einheitliche Rundungsregeln

Am Mittwoch (29. Januar) stellt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel ihr Arbeitsprogramm vor. Darin wird unter anderem aufgelistet, welche Ziele und Vorhaben sich die EU-Kommission setzt. 

Nach einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' findet sich unter Punkt 43 der Liste der Initiativen zur Entbürokratisierung ein "Vorschlag für einheitliche Rundungsregeln". Darin wird anvisiert, Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. 

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Adieu Ein- und Zwei-Cent-Münzen: Was spricht dafür?

Ihren Plan rechtfertigen von der Leyen und ihr Team mit der Tatsache, dass sich durch die Abschaffung kleiner Cent-Münzen bares Geld sparen ließe:
Sowohl Herstellungskosten als auch Kosten für Transport und Zählungen entfielen dann schließlich. 
Tatsächlich gibt es Stimmen, die diesem Argument zustimmen. Im November 2019 hatte die ostfriesische Insel Wangerooge Schlagzeilen gemacht, als bekannt wurde, dass dort in Zukunft keine 1-, 2- und 5-Cent-Stücke mehr ausgegeben werden. Die dafür zuständige örtliche Bank begründete ihre Entscheidung mit den viel zu hohen Transportkosten. 

Laut der EU-Kommission hätten außerdem Befragungen innerhalb der EU-Bürger ergeben, dass "es heute in keinem Land mehr eine Mehrheit für die Beibehaltung dieser beiden Stückelungen gibt".

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Keine kleinen Euro-Münzen mehr: Was spricht dagegen?

Nicht jeder ist von dem Plan der EU-Kommission begeistert. Kritiker weisen vor allem auf zwei Gefahren hin: 

  1. Gibt es keine Ein- und Zwei-Cent-Münzen mehr, könnten weitreichende Preiserhöhungen drohen. Kostet ein Produkt bisher beispielsweise 1,98€, könnte es später runde 2€ kosten.
  2. Mit der Abschaffung kleiner Euro-Münzen wäre ein weiterer Schritt in Richtung Bargeldausstieg gemacht.
    CSU-Europa-Abgeordnete Markus Ferber betonte: "Was die Kommission unter dem harmlosen Namen 'einheitliche Rundungsregeln' plant, muss alle Alarmglocken schrillen lassen. Es darf hier keinesfalls der Einstieg in den Bargeldausstieg vorbereitet werden."

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Das Thema polarisiert

Auch im Netz wird heiß diskutiert. Auf dem Instagram-Account der 'Berliner Morgenpost' finden sich positive wie negative Stimmen. 
Während sich die Befürworter meist auf ein "Klasse", "Endlich" oder "Bitte" beschränken, warnen die Kritiker vor den bereits angesprochenen Preiserhöhungen. 

Intensiver wird auf der Facebook-Seite der Zeitung diskutiert. 
Hier erzählen Verkäuferinnen von dem nervigen Kampf mit dem Kleingeld, während andere positive Vorbilder wie Finnland oder Holland hervorheben, in denen die kleinen Münzen bereits ganz oder teilweise abgeschafft wurden. 
Es finden sich aber auch kritische Stimmen, die höhere Preise befürchten. 

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