Gefährlicher Schulhof-Hype: Warum Zahnstocher alles andere als harmlos sind
Jugendliche und Kinder feiern sie: aromatisierte Zahnstocher. Doch die Holzstäbchen sind nicht immer so unbedenklich, wie sie aussehen. Einige davon enthalten Nikotin – und das in besorgniserregend hoher Dosierung.
Ob mit Cola-, Cherry- oder Mintgeschmack – das Marketing aromatisierter Zahnstocher zielt zu 100 Prozent auf eine jugendliche Zielgruppe ab. Angepriesen werden diese Hölzchen mit Duft über Slogans, die damit werben, durch das Dauerkauen lästige Gewohnheiten wie ständiges Snacken oder Rauchen loszuwerden.
Augen auf! Nikotin in bunter Hülle schwer zu erkennen
Obwohl Zahnstocher mit Nikotin in Deutschland offiziell nicht zum Verkauf zugelassen sind, lassen sie sich dennoch über das Ausland und das Internet beziehen. Durch ältere Freunde und Geschwister gelangen pubertierende Jugendliche an die Holzstäbchen und damit auch an Produkte, die Nikotin enthalten. Bunte Verpackungen und klingende Produktnamen lassen auf den ersten Blick nicht erkennen, mit welchen Zusätzen die scheinbar unproblematischen Zahnstocher versehen sind.
Suchtgefahr: Zahnstocher als Einstieg in die Nikotin-Abhängigkeit
Alarmierend sei, so Andrea Rabenstein, Suchtmedizinerin am Uniklinikum München gegenüber dem Deutschlandfunk, dass überwiegend Kinder und Jugendliche diese aromatisierten Zahnstocher benutzen. Sie schmecken verführerisch nach Süßigkeiten und die Produkte sind jugendlich ausgerichtet. Beim Kauen fühlen sie sich cool wie kleine Cowboys – all das spricht Minderjährige an.
So riskant sind die Zahnstocher
Ein Zahnstocher enthält zwischen 2 und 6 Milligramm Nikotin – das entspricht zwei bis drei Zigaretten. Darüber hinaus gilt das Nervengift Nikotin als extrem suchterzeugender Stoff, der insbesondere bei Minderjährigen Schäden im Gehirn hervorrufen kann. Suchtmedizinerin Rabenstein befürchtet zudem, dass diese Art Zahnstocher eher als Einstiegsprodukt verbreitet sind, als dass sie als Ausstiegsprodukt dienen.
Wie erkenne ich nikotinhaltige Produkte?
Eine sichere Unterscheidung sei ohne die Verpackung fast nicht möglich, so Experten. Bei Hölzchen, die einen starken süßlich-chemischen Geruch aufweisen, sollte man misstrauisch werden. Zudem geben Hinweise auf der Verpackung wie „strong“, „extra-strong“ oder die Angabe von Milligramm einen Hinweis darauf, dass die Zahnstocher mit Nikotin versehen sind.







