Pubertät: Dieser 10-Minuten-Trick hilft allen Eltern (laut Expertin)
Wenn es um pubertierende Jugendliche geht, stoßen viele Eltern an ihre Grenzen. Die 10-Minuten-Methode verspricht Besserung.
Stimmungsschwankungen, das wachsende Bedürfnis nach Rückzug und Privatsphäre, gleichzeitig aber auch der Wunsch nach Nähe: all das prägt die Pubertät. Dazu kommen Fragen nach der eigenen Identität und der Wunsch, sich von den Eltern abzugrenzen. Für dein Kind bedeutet diese Phase eine echte innere Umbruchzeit. Es hinterfragt dich, zieht sich vielleicht öfter zurück oder stellt deine Regeln auf den Prüfstand.
Für dich als Mama oder Papa kann das manchmal ganz schön herausfordernd sein. Doch genau diese Veränderungen sind ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens. Gerade jetzt braucht deine Tochter oder dein Sohn jedoch vor allem eines: das Gefühl, von dir gesehen, gehört und ernst genommen zu werden. Wie die Kommunikation zwischen Eltern und Kind auch in der Pubertät gut funktioniert? Das weiß Coach Mary, die sich auf TikTok als Expertin für Eltern-Kind-Beziehungen präsentiert. Sie sagt, schon 10 Minuten bewusste Zeit am Tag könnten einen Unterschied machen.
Vorpubertät verstehen: Wie du dein Kind optimal begleiten kannst
10-Minuten-Trick für Eltern: So funktioniert die Methode
Bei der 10-Minuten-Methode geht es darum, sich täglich zehn Minuten Zeit zu nehmen dem eigenen Kind aktiv zuzuhören. Die Expertin erklärt, Eltern, die sich an mindestens 21 Tagen hintereinander täglich zehn Minuten ganz bewusst auf ihr Kind einlassen und nach einer bestimmten Methode mit ihr*ihm sprechen, könnten viel bewirken. Durch die Methode würde dein Kind:
seltener gegen die Eltern rebellieren,
häufiger bereit sein, im Haushalt zu helfen,
Konflikte mit Gleichaltrigen besser lösen
und insgesamt emotional stabiler werden (was sich auch positiv auf andere soziale Situationen auswirke)
Die 10-Minuten-Methode löse 80 Prozent aller Konflikte zwischen Eltern und Kindern, verspricht die Expertin. Insgesamt unterteilt sich die Methode in drei Phasen.
Phase 1: 3 Minuten
Als Einstieg in das Gespräch, empfiehlt die Expertin deinem Kind die simple Frage „Was hat dir heute gefallen?“ zu stellen. Danach gilt es, sich zurückzunehmen und dem Nachwuchs einfach drei Minuten aufmerksam zuzuhören. Nachfragen oder Kommentare seien in dieser Zeit nicht sinnvoll. Lediglich kleine Reaktionen wie „Interessant“ oder „Ich verstehe“ sollten von Eltern kommen.
Doch was bewirkt dieses besondere Zuhören? Laut Coach Mary wird dadurch der Hippocampus aktiviert. Das ist jene Gehirnregion, die für positive Erinnerungen zuständig ist. Das führt dazu, dass sich Kinder stärker von ihren Eltern verstanden fühlen.
Phase 2: 4 Minuten
Hast du dir aufmerksam angehört, was dein Kind zu sagen hat, rät die Expertin noch eine Folgefrage zu stellen: „Gibt es etwas, von dem du dir wünscht, dass es anders gelaufen wäre?“ und anschließend wieder nur zuhören. Ganz gleich, was dein Kind antwortet, solltest du ihr*ihm lediglich sagen: „Danke, dass du mir das erzählt hast.“ Deine Reaktion ist hierbei besonders wichtig. Denn, indem du das Erzählte wertfrei annimmst, gibst du deinem Kind das Gefühl verstanden und wahrgenommen zu werden. Außerdem entsteht so ein Gefühl von Sicherheit, dass deinem Kind die Gewissheit gibt, in deiner Gegenwart auch negative Erlebnisse und emotionalen Stress loslassen zu können.
Phase 3: 3 Minuten
In der letzten Phase der 10-Minuten-Methode steht Nähe im Mittelpunkt. Eltern dürfen ihr Kind umarmen, sanft streicheln und ihr*ihm eine gute Erinnerung aus ihrer eigenen Kindheit erzählen. Am besten passend zum Thema des Kindes, aber nicht zwangsläufig.
Laut Coach Mary entsteht dadurch eine Brücke zwischen den Generationen und die Eltern-Kind-Bindung werde gestärkt.
Was, wenn mein Kind trotzdem nicht mit mir spricht?
Die Expertin empfiehlt, mindestens 21 Tage dranzubleiben, auch wenn das Kind an vielen Tagen nichts erzählen möchte. Denn allein das Angebot gebe ihr*ihm die Freiheit, sich mitzuteilen, sobald sie*er etwas auf dem Herzen habe. Gerade an Tagen, an denen etwas passiert (ob Schönes oder Schwieriges), würden diese zehn Minuten einen geschützten Raum schaffen. Hier kann dein Kind offen sprechen, ohne Angst vor einer negativen Reaktion der Eltern zu haben.
Übrigens musst du nicht drei oder vier Minuten schweigend dasitzen, wenn dein Kind nicht sprechen möchte, verdeutlicht die Expertin. Wichtig sei vielmehr die tägliche Aufmerksamkeit. Mit den immer wiederkehrenden Fragen soll dem Kind Tag für Tag die Chance gegeben werden, sich jemandem anvertrauen zu können. Genau dann, wenn es dazu bereit ist.








