Mehr als 800 FälleHautpilz: Aggressiver Hefepilz Candida auris breitet sich aus

Der aggressive und oft tödliche Hautpilz Candida auris ist weltweit auf dem Vormarsch. Gefährdet sind vor allem Personen mit einem bereits geschwächten Immunsystem.

Inhalt
  1. Hefepilz Candida auris verbreitet sich schnell
  2. Candida auris: Wer ist gefährdet?
  3. Gibt es spezielle Symptome?

Aktuell wurden weltweit bereits mehr als 800 Infektionen mit dem Hefepilz Candida auris registriert. Die Sterberate ist nach einer Infektion mit dem Keim vergleichsweise hoch. Sie liegt bei 50 bis 70 Prozent. Wobei aufgrund der schweren Vorerkrankungen der Patienten nicht eindeutig zu sagen ist, ob der Pilz ihren Tod wirklich herbeigeführt oder aber beschleunigt hat.

 

Hefepilz Candida auris verbreitet sich schnell

Normalerweise sind Hautpilze zwar unangenehm, aber nicht so gefährlich. Der Candida auris ist jedoch eine ganz besonders aggressive Form des Hefepilzes Candida. 2009 wurde der Keim zum ersten Mal bei einer Japanerin entdeckt, die an einer Pilzinfektion im Ohr litt. Untersuchungen zeigten, dass es sich hierbei um eine aggressive Form des Hefepilzes Candida handelte. Da der Pilz im Ohr gefunden wurde, nannte man ihn "Candida auris" (auris = lat. Ohr). 

Der Pilz wurde anschließend in Südkorea entdeckt und trat später in Indien, Südafrika und Kuwait auf. Auch in den USA gibt es inzwischen 174 registrierte Fälle. In Großbritannien mussten 2015/2016 aufgrund einer Candida-Epidemie sogar Intensivstationen geschlossen werden. Hier kam es insgesamt bisher zu 200 Erkrankungen.

Im September 2017 warnte auch das Robert-Koch-Institut in Deutschland zum ersten Mal vor Candida auris. Die amerikanische Seuchenzentrale CDC spricht bereits von einem "Killerkeim".

Das Nationale Referenzzentrum für invasive Pilzinfektionen in Jena hat seit 2015 insgesamt vier Fälle  in der Bundesrepublik registriert. Drei davon traten im letzten Jahr auf. Oliver Kurzai, Leiter des Zentrums in Jena, betonte allerdings, dass die tatsächliche Infektionszahl wahrscheinlich höher liegt. Nicht in jedem Labor kommt man dem Keim auf die Schliche. 

Ein weiteres Problem ist, dass der Pilz gegen viele Anti-Pilz-Mittel resistent ist. Die Medikamente die üblicherweise bei Candida-Infektionen eingesetzt werden, wirken größtenteils nicht.

 

Candida auris: Wer ist gefährdet?

Gesunde Menschen brauchen sich nicht um eine Infektion zu sorgen. Ihr Immunsystem wird die Keime abwehren, bevor sie sich im Körper einnisten und Schaden anrichten können. Bei Menschen, die bereits schwer krank sind, ist dies allerdings nicht der Fall. Da ihr Immunsystem eh schon geschwächt ist, hat Candida auris leichtes Spiel. Darum tritt der Keim auch so häufig in Krankenhäusern auf.

 

Gibt es spezielle Symptome?

Bisher wurden keine Symptome festgestellt, die spezifisch für eine Infektion mit Candida auris sind. Da sich der Pilz jedoch schnell über die Blutbahn ausbreiten kann, können eine Blutvergiftung oder Harnwegs- und Wundinfektionen die Folge sein.

Schützen kann man sich vor einer Infektion am besten wie im Fall von anderen Keimen auch. Hygiene ist dabei ein besonders wichtiges Schlagwort. 

 

(ww8)

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