Horst Lichter: Sein Kind starb, er hatte einen Schlaganfall und zwei Ehen scheiterten

Sie sind erfolgreich und führen heute ein wunderbares Leben. Doch kaum jemand ahnt, welche harten Zeiten Horst Lichter durchmachen mussten …

Wie stark Träume sein können. Davon erzählt der Weg, den Horst Lichter ging. Er ist ein Fernsehstar. Der lustigste Koch im TV. Ein Multi-Talent, ein Kämpfer, ein Humorist, Schauspieler, Buchautor – ja, auch Psychologe, ein Lebenskünstler.

 

"Ich hab' nur unfassbar viel Glück gehabt"

Er bescheiden: "Ich bin nix anderes als alle anderen auch, ich hab’ nur unfassbar viel Glück gehabt.“ In den schlimmsten Situationen fand Lichter die Lücke zum Lachen. So überstand er schlimme Schicksalsschläge.

Er muss Geld verdienen. Doch sein Traum, Koch zu sein, zerrinnt – erst mal. „Nach der Lehrzeit hatte ich es nur noch mit Cholerikern und Alkoholikern zu tun. Ich musste mich entscheiden, bleibe ich Mensch oder Koch.“

Er bleibt Lichter. Der Rheinländer geht malochen ins Kohlewerk. Wie einst sein Vater. Die Menschen dort sind ehrlicher, und in „de Pütt“ wird besser bezahlt. Horst Lichter hat ein Haus gebaut, wird Vater einer Tochter.

Das zweite Kind, ein Sohn, wird geboren. Christopher, heute 29. Drei Jahre später noch eine Tochter, Janina, heute 25. Horst Lichter hat schon lange einen Nebenjob auf einem Schrottplatz angenommen. Er gönnt sich keine Pausen. Das Sozialamt hätte er nie um Hilfe gebeten. So sei er „nicht erzogen“. Und: „Wenn in deinem Leben etwas schief läuft, musst du selbst sehen, wie du da wieder rauskommst.“

 

Schlaganfall mit 26 Jahren

Aber: Sein junger Körper streikt. Er bekommt seinen ersten Schlaganfall. Da ist er 26. Zweimal steht sein Herz still. Doch sein Motor, der innere Antrieb, leisten zu wollen, läuft weiter. Zu schnell!

„Ich habe damit kokettiert, dass ich mit drei Stunden Schlaf auskomme“, sagt er. Zwei Jahre später, mit 28, folgt der zweite Gehirnschlag. Diesmal kommt ein Herzinfarkt hinzu.

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Horst Lichter musste einige Schicksalsschläge verkraften. Foto: GettyImages

„Meine Frau weinte. Ich hörte den Rettungswagen kommen. Ich war tot. Ich vergesse nie, wie es passiert ist. Mir ging es sehr, sehr schlecht.“

Es folgen viele Monate Reha-Klinik. Lichter ist halbseitig gelähmt. Er ändert sein Leben, will „etwas tun, was von innen heraus Freude macht“.

Sein Traum: ein eigener Laden! „Mit allem drin, was ich iebe: zufriedene Menschen, aber auch Autos, Antiquitäten, Motorräder.“ Er beginnt in einer großen Halle. Erst gibt’s für die Besucher nur Kaffee, Wein und Gebäck. Dann wird richtig gekocht – natürlich am Kohleherd. Seine „Oldiethek“ nahe Köln ist heute Kult. Ein Jahr Wartezeit für einen Tisch!

Zwei Ehen scheitern. Er findet eine neue große Liebe: Nada (44), Kroatin, seine Kellnerin, seit 18 Jahren seine Gefährtin, seit August 2010 seine Frau. Warum sein Traum wahr wurde? Er sagt: „Ich habe noch nie etwas anderes gemacht, als Menschen zum Lachen zu bringen. Es gibt mir Kraft, wenn sie Spaß haben. Und irgendeiner muss es ja tun ...“

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