GeschmacksverstärkerIst Hefeextrakt wirklich gesünder als Glutamat?

Hefeextrakt gilt als die gesunde Alternative zu Glutamat, aber ist der natürliche Geschmacksverstärker wirklich besser für den Körper? Wir gehen der Sache auf den Grund.

Inhalt
  1. Warum gilt Glutamat als gesundheitsschädlich?
  2. Was ist Hefeextrakt?
  3. Hefeextrakt statt Glutamat als Hintertürchen der Lebensmittelindustrie
  4. Ist Hefeextrakt gesünder als Glutamat?
  5. Hefeextrakt müsste grundsätzlich als Zusatzstoff deklariert werden

Hefeextrakt ist die natürliche Variante des künstlichen Geschmacksverstärkers Glutamat, trotzdem handelt es sich um einen Zusatzstoff. Allerdings muss Hefeextrakt nicht als solcher auf Lebensmittelverpackungen gekennzeichnet werden. Warum ist das so und ist der natürliche Geschmacksverstärker wirklich gesünder? Wir erklären es dir.

 

Warum gilt Glutamat als gesundheitsschädlich?

Glutamat oder auch Mononatriumglutamat war stets das beliebteste Mittel Fertiggerichte mit der Geschmacksrichtung "Umami" zu versehen und so das Essen geschmacksintensiver zu machen. Allerdings soll der Zusatzstoff den Appetit zusätzlich vergrößern, man isst also viel mehr als man eigentlich braucht. Zudem reagieren viele Menschen empfindlich auf den künstlichen Geschmacksverstärker und leiden unter Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall, wenn sie Fertiggerichte mit Glutamat verzehren. Der Geschmacksverstärker soll außerdem sogar das Nervensystem schädigen.

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Was ist Hefeextrakt?

Hefeextrakt ist ein natürlicher Geschmacksverstärker, der aus frischer Hefe gewonnen wird. Dafür wird die Zellwand aufgelöst und die Inhaltsstoffe werden extrahiert. Der Hefeextrakt enthält fünf Prozent natürliche Glutaminsäure, was für den geschmacksverstärkenden Effekt sorgt.

 

Hefeextrakt statt Glutamat als Hintertürchen der Lebensmittelindustrie

Da Mononatriumglutamat aufgrund seiner gesundheitlichen Folgen in Verruf steht, hat die Lebensmittelindustrie reagiert und verzichtet bei vielen Produkten auf den künstlichen Geschmacksverstärker. Als Werbemaßnahme werden sie auch nicht müde darauf hinzuweisen. Der Hinweis "ohne Zusatzstoffe" ziert die Verpackungen und suggeriert dem Verbraucher, dass es sich um ein Produkt ohne Geschmacksverstärker handelt.

Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit, denn auch Hefeextrakt ist ein Geschmacksverstärker. Auch wenn er lediglich fünf Prozent Glutaminsäure aufweist und diese natürlich und nicht künstlich hergestellt ist, handelt es sich streng genommen trotzdem um einen Zusatzstoff.

Wem es also wichtig ist, ein Essen ohne Geschmacksverstärker zu sich zu nehmen, der sollte sich nicht auf den Hinweis "ohne Zusatzstoffe" verlassen, sondern immer die Inhaltsstoffe kontrollieren.

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Ist Hefeextrakt gesünder als Glutamat?

Hefeextrakt enthält nur einen geringen Anteil an natürlicher Glutaminsäure, deshalb ist davon auszugehen, dass es keine gravierenden gesundheitlichen Folgen für den Verbraucher hat.

Hinzu kommt: Natürliches Glutamat ist auch in vielen Lebensmitteln, die wir regelmäßig essen, vorhanden. In manchen wie Parmesan, Tomaten und Soja ist der natürliche Geschmacksverstärker sogar in relativ hoher Konzentration enthalten. Wenn natürliches Glutamat schädlich wäre, hätten wir wohl auch bei Tomaten und Co. gesundheitliche Probleme. Allerdings ist die Wirkung des natürlichen Geschmacksverstärkers noch nicht ausreichend untersucht.

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Hefeextrakt müsste grundsätzlich als Zusatzstoff deklariert werden

Zudem macht es einen Unterschied, ob ein Lebensmittel von Natur aus reich an Glutaminsäure ist oder ob es via Hefeeextrakt einem Produkt hinzugeführt wird, um den Geschmack zu intensivieren. Wenn ein Fertiggericht mit dem Hinweis "ohne Zusatzstoffe" versehen ist und trotzdem Hefeextrakt auf der Zutatenliste steht, wird der Verbraucher getäuscht.

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