Medikamente, Lebensmittel und ihre Wechselwirkungen

Hast du dich auch schon einmal darüber gewundert, dass die nach dem Frühstück eingenommene Kopfschmerz-Tablette einfach nichts bewirkte? Verzweifel nicht an deinem Schmerzmittel, denn deine Ess-Gewohnheiten können die Wirksamkeit beeinflussen. Wir klären auf. 

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Inhalt
  1. Antibiotika nicht mit Käsekuchen
  2. Blutdrucksenker brauchen Bananen
  3. Kein Vollkornbrot zu Schmerzmitteln
  4. Schmerzmittel Diclofenac: besser auf leeren Magen
  5. Kaffee, Schwarztee oder Cola zu Tabletten?
  6. Salat & Co: Achtung bei Thrombose-Gefahr
  7. Gefährlicher Mix: Grapefruit und Tabletten
  8. Was bedeutet: vor, nach oder zum Essen?

Gab es Müsli oder dunkles Brot zum Frühstück? Dadurch kann die Kopfschmerz-Tablette unwirksam geworden sein. Warum das so ist und was du noch über Medikamente in Kombination mit Lebensmitteln wissen solltest, erfährst du hier – zum Wohle deiner Gesundheit. Denn Arzneien können durch Nahrungsmittel nicht nur ihre Wirkung verlieren. Diese kann sich auch verstärken – mit zum Teil dramatischen Folgen.

 

 

Antibiotika nicht mit Käsekuchen

Ob Milch, Quarkspeise oder Käsekuchen – keines dieser Milchprodukte sollte zusammen mit Antibiotika oder Mitteln gegen Osteoporose und Harnwegsinfektionen eingenommen werden. Der Grund: Die Wirkstoffe verbinden sich mit dem Kalzium der Milchprodukte zu Klümpchen und können so nicht mehr durch die Darmwand in die Blutbahn schlüpfen. Stattdessen bleiben sie im Darm und werden ausgeschieden.

Tipp: Am besten zwei Stunden vor und nach der Einnahme solcher Medikamente auf Milchprodukte verzichten.

 

 

Blutdrucksenker brauchen Bananen

Was wirkt, hat leider meist auch Nebenwirkungen. Das gilt auch für die meisten Blutdrucksenker und entwässernde Medikamente: Sie schwemmen Kalium aus dem Körper. Das wiederum kann Probleme an den Muskeln und Nerven hervorrufen – und ist besonders bei Herzschwäche und Rhythmusstörungen gefährlich. Daher sollte bei Einnahme dieser Medikamente der Kaliumwert vor und zwei Wochen nach dem Therapiebeginn kontrolliert werden (anschließend alle sechs Monate). Tipp: Öfter kaliumreiche Kost wie Bananen oder süße Aprikosen essen.

 

 

Kein Vollkornbrot zu Schmerzmitteln

So gesund das dunkle Brot auch ist, für bestimmte Schmerzmittel ist es kein guter Begleiter. Seine Ballaststoffe schließen ihre Wirkstoffe ein und verhindern so die Aufnahme aus dem Darm.

Tipp: Nach Einnahme von Medikamenten mit Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (Aspirin, Alka-Seltzer) zwei Stunden mit dem Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornbrot oder Müsli warten.

 

 

Schmerzmittel Diclofenac: besser auf leeren Magen

Warum sollten wir das Schmerzmittel Diclofenac mindestens eine Stunde vor dem Essen nehmen? Ein leerer Magen bzw. Darm bringt den Wirkstoff schneller in den Blutkreislauf. Deshalb sollte das Schmerzmittel, das oft bei Rheuma und Arthrose verschrieben wird, am besten auf nüchternen Magen eingenommen und danach noch 1-2 Stunden mit dem Essen gewartet werden. Aufpassen mit dem Medikament sollten Herz-Patienten, da es bei ihnen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen kann.

Tipp: Lass dir stattdessen das risikoärmere „Naproxen“ verschreiben!

 

 

Kaffee, Schwarztee oder Cola zu Tabletten?

Keine gute Idee. Denn alle drei enthalten Koffein. Dieses wird im Körper langsamer abgebaut, wenn gleichzeitig Antibiotika oder Asthmamittel eingenommen werden. So kann es dann passieren, dass eine Tasse Kaffee wie drei Tassen wirkt: Man schwitzt, kriegt Herzrasen, der Blutdruck steigt vielleicht sogar an. Koffein hemmt außerdem die Blutgerinnung. Wer viel Kaffee trinkt und zusätzlich Thrombose-Medikamente einnimmt, kann das Blut gefährlich verdünnen.

Tipp: Trinke Kaffee oder Cola lieber koffeinfrei.

 

 

Salat & Co: Achtung bei Thrombose-Gefahr

Salat, Spinat und anderes grünes Gemüse sind reich an Vitamin K. Das ist gut und wichtig für unsere Blutgerinnung. Nicht so gesund ist es allerdings für Menschen, die wegen Thrombosegefahr Medikamente einnehmen müssen: Deren blutverdünnende Wirkung kann das Vitamin nämlich beeinträchtigen.

Tipp: Bespreche in diesem Fall mit deinem Arzt, was du beim Verzehr von Vitamin K reichen Gemüse beachten musst.

 

 

Gefährlicher Mix: Grapefruit und Tabletten

Bei jedem dritten Medikament führen Grapefruits zu verstärkten Wirkungen und Nebenwirkungen: Denn ihre Pflanzenstoffe hemmen bestimmte Enzyme im Darm, die für den Abbau der Arznei zuständig sind. Dadurch gelangt der Wirkstoff vermehrt ins Blut und überfordert so die Leber. In Einzelfällen kann das sogar lebensgefährlich sein.

Tipp: Verzichte während der Medikamenten-Therapie lieber auf Grapefruits und ihren Saft.

 

 

Was bedeutet: vor, nach oder zum Essen?

Vor dem Essen: Die Tablette 30–60 Minuten vor der Mahlzeit schlucken. Mit dem Essen: Die Tabletten einfach zwischen zwei Bissen schlucken. Oder bis zu 10 Minuten nach der Mahlzeit. Nach dem Essen: Mit der Einnahme mindestens zwei Stunden warten.

 

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