Forscher warnenMücken übertragen gefährliche Krankheiten - Risiko für West-Nil-Virus steigt

Laut Forschern werden unsere heimischen Mücken immer fieser: Wer gestochen wird, riskiert eine Ansteckung gefährlicher Krankheiten. Der Grund für die Ausbreitung hat auch etwas mit dem Klimawandel zu tun.

Sie surren, landen und lassen ihr Eiweiß beim Stich in unserer Haut zurück: Mücken. Danach juckt es für gewöhnlich, das war's aber auch schon - denkt man. Tatsächlich aber sind Mücken gefährlich: Nach Schätzungen sterben jedes Jahr über 700.000 Menschen weltweit an durch Mücken übertragene Krankheiten. Damit gelten nicht etwa Haie oder Löwen, sondern Mücken als die gefährlichsten Tiere der Welt.

Dazu zählen Malaria, das Denguefieber oder eine Infektion durch das West-Nil-Virus. Und inzwischen ist klar, dass nicht nur eingewanderte exotische Mückenarten Erreger wie Zika-, Dengue- oder das Chikungunya-Virus übertragen, sondern auch unsere heimische Stechmücke. 

Mücken übertragen gefährliche Krankheiten - Risiko steigt
Unsere heimische Stechmücke überträgt immer häufiger Krankheiten, wie das West-Nil-Virus. 
Foto: iStock/nechaev-kon
 

Heimische Stechmücke überträgt das West-Nil-Virus

Unsere heimischen Stechmücken sind mittlerweile von Wissenschaftlern des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) als Überträger des West-Nil-Virus identifiziert worden, weshalb die Gefahr einer Ausbreitung des Virus' in Deutschland steigt. Die Erkrankung stammt eigentlich aus Afrika. Sie war als Tierseuche bei u.a. Vögeln bekannt.

Laut Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg, saugen die Mücken bei Vögeln, anderen Wirbeltieren und Menschen das Blut ab. So überträgt sich schließlich das West-Nil-Virus. Der Klimawandel mit den höheren Temperaturen begünstige die Ausbreitung des Virus, sagte Doreen Werner der Deutschen Presse Agentur (dpa) nach Informationen von RTL. "Wir gehen davon aus, dass sich das West-Nil-Virus über Mücken in diesem Jahr weiter in Deutschland ausbreitet."

 

Weniger Mücken im Sommer

Dieses Jahr sei laut Biologin Werner mit weniger Mücken in Deutschland zu rechnen, sofern der Frühling wie erwartet, eher trocken ausfalle. Denn die weiblichen Mücken benötigen zur Eiablage feuchte Brutplätze. Gleichzeitig sei das alarmierend aufgrund des fortschreitenden Insektensterbens, so Werner: "Auch, wenn wir Menschen froh sind, wenn uns keine Mücken piesacken, sind sie doch wichtig als Nahrung für Vögel, Fledermäuse oder andere Insekten."

Übrigens: Einer Mücke kannst du jetzt schon begegnen, denn sie mögen Temperaturen ab 6 Grad

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