Verzweifelte Suche

Nach misslungener Transplantation: Zweijähriger wartet auf Spenderherz

Ein Zweijähriger aus Neapel wartet nach einer misslungenen Transplantation verzweifelt auf ein Spenderherz.

Symbolbild von Kind im Krankenhaus: Zweijähriger wartet auf Spenderherz
Symbolbild: Der Zweijährige wird in der Monaldi-Klinik in Neapel behandelt. Foto: iStock/ Smith Assavarujikul
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Drama um einen Zweijährigen: Nach einer misslungenen Transplantation wartet der Junge in Neapel dringend auf ein Ersatzorgan. Die Suche wurde mittlerweile auf ganz Europa ausgeweitet. Jetzt bekamen die Eltern des Kleinen eine weitere Hiobsbotschaft.

Spenderorgan "erfroren": Zweijähriger braucht dringend neues Herz

Es ist ein Fall der ganz Italien erschüttert. Seit kurz vor Weihnachten liegt ein kleiner Junge auf der Intensivstation des Ospedale Vincenzo Monaldi Krankenhauses in Neapel. Der Kleine war mit einem schweren Herzfehler geboren worden. Nach vielen Monaten des Wartens auf ein geeignetes Herz, kam am 22. Dezember die Nachricht, dass ein passendes Organ gefunden sei. In Südtirol war in einem Schwimmbad ein vierjähriger Junge ertrunken, der die gleiche Blutgruppe hatte.

Sofort machte sich ein Team auf den Weg ins 800 Kilometer entfernte Bozen, um das Ersatzorgan abzuholen. Doch beim Rücktransport kam es zu einem schwerwiegenden Fehler. Das Spenderherz kam statt wie üblich mit herkömmlichem Eis mit deutlich kälterem Trockeneis in Kontakt und sei beim Transport „buchstäblich erfroren“.

Die Ärzte in Neapel entschieden sich trotzdem dazu, das Organ zu transplantieren, da dem Zweijährigen bereits sein kaputtes Herz entnommen wurde. Weil das Spenderherz aber nicht überlebensfähig war, wird der kleine Junge seit der misslungene Transplantation von einer ECMO-Maschine (Extrakorporale Membranoxygenierung) am Leben gehalten, eine Art künstliche Lunge und Herz.

Den Eltern des Jungen sagte man damals nur, dass die Transplantation misslungen sei - mehr nicht. „Wir haben alles erst aus den Zeitungen erfahren“, sagt Patrizia Mercolino, die Mutter des Kindes. Gegen sechs Ärzte und Sanitäter wird mittlerweile ermittelt. Die Kühlbox wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Die Mutter des Jungen: "Ich gebe nicht auf!"

Patrizia Mercolino kämpft weiter für ihren „kleinen Krieger“, wie sie ihren Sohn liebevoll nennt. In ihrer Not bat sie sogar Papst Leo XIV. um Hilfe. Das renommierte Vatikan-Kinderkrankenhaus Bambino Gesù in Rom schickte eine Ärztedelegation, die zu der Diagnose kam, dass der Junge wegen eines zu hohen Risiko eines Multiorganversagens „nicht mehr transplantierbar“ sei. Bei einer längeren ECMO-Behandlung können schwere Infektionen und Schäden an Lunge, Leber und Nieren auftreten. Der Zweijährige hängt seit Ende Dezember an der Maschine.

In der Monaldi-Klinik hielten Ärzte jedoch weiter daran fest, dass eine weitere Transplantation möglich sei, wenn ein passendes Spenderherz gefunden wird. Kurz keimte Hoffnung auf, weil ein Spenderherz von einem Dreijährigen zur Verfügung stand, kurz darauf jedoch die niederschmetternde Nachricht, dass er eine andere Blutgruppe hatte.

Doch nun kam die Hiobsbotschaft, die schon viele befürchtet hatten. Ein Gremium von Herz-Chirurgen aus vier verschiedenen italienischen Kliniken hatte den Zweijährigen untersucht und war zu dem Entschluss gekommen, dass eine nochmalige Transplantation aus medizinischer Sicht keinen Sinn mehr habe.

In einer kurzen Krankenhausmitteilung hieß es: „Auf der Grundlage der letzten Untersuchungen wird festgestellt, dass der Zustand des Kindes nicht mit einer neuen Transplantation vereinbar ist.“ Die Eltern seien ebenfalls umgehend informiert worden.