Neue Studie: Steigern süße Getränke das Angst-Risiko bei Teenagern?
Cola in der Pause, Energy-Drink nach der Schule, ein Eistee zwischendurch – für viele Jugendliche sind zuckerhaltige Getränke ganz normal. Doch eine aktuelle Analyse zeigt: Ein hoher Konsum könnte mit mehr Angst-Symptomen zusammenhängen.
Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen nehmen laut dem DAK Kinder- und Jugendreport 2025 seit Jahren zu. Immer mehr junge Menschen berichten von innerer Unruhe, Schlafproblemen oder anhaltender Angst. Forschende suchen deshalb verstärkt nach Faktoren im Alltag, die eine Rolle spielen könnten – darunter auch die Ernährung.
Studie zeigt Zusammenhang mit Angstsymptomen
Ein Forschungsteam der Bournemouth University hat nun neun Studien aus den Jahren 2000 bis 2025 ausgewertet. Im Fokus: der Konsum zuckerhaltiger Getränke wie Limonaden, Cola und Energy-Drinks. Das Ergebnis, veröffentlicht im Journal of Human Nutrition and Dietetics, ist alarmierend:
Jugendliche mit hohem Konsum zuckerhaltiger Getränke hatten ein um 34 Prozent erhöhtes Risiko, eine Angststörung anzugeben.
Sieben der neun untersuchten Studien zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen häufigem Konsum und verstärkten Angst-Symptomen. Zwei fanden keinen eindeutigen statistischen Effekt. In zwei Langzeitstudien, die Jugendliche über ein Jahr begleiteten, blieb der Zusammenhang ebenfalls bestehen – wenn auch in moderater Stärke.
Bedeutet das: Zucker macht Angst?
So einfach ist es nicht. Die Forschenden betonen in einer Mitteilung der Universität ausdrücklich, dass es sich überwiegend um beobachtende Studien handelt. Das heißt: Es wurde dokumentiert, wie viel die Jugendlichen trinken und wie stark ihre Angst-Symptome sind – ohne aktiv etwas am Verhalten zu verändern. Deshalb lasse sich keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen.
Studien-Mitautorin Dr. Chloe Casey betont, dass man zwar keine eindeutige Kausalität nachweisen könne, dennoch zeige sich eine „problematische Verbindung“, die nicht ignoriert werden sollte.
Es ist also möglich, dass viel Zucker Angst verstärkt – aber genauso denkbar ist, dass Jugendliche mit bestehenden Ängsten häufiger zu Cola und Energy-Drinks greifen. Auch Faktoren wie Stress, Schlafprobleme oder familiäre Belastungen könnten eine Rolle spielen.
Warum süße Drinks problematisch sein könnten
Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) zeigte ebenfalls, dass Menschen, die viele zuckerhaltige Getränke konsumieren, häufiger eine Depression hatten. Als mögliche Erklärung gilt laut Untersuchung der Einfluss auf den Darm: Zucker und Zusatzstoffe können die Darmflora verändern und entzündungsfördernde Prozesse begünstigen, die sich auf Stimmung und unsere mentale Gesundheit auswirken.
Für Jugendliche sei das besonders relevant: In dieser sensiblen Entwicklungsphase reagieren Belohnungs- und Stresssysteme im Gehirn stärker, während die Selbstkontrolle noch nicht vollständig ausgereift ist. Dadurch könnten sie anfälliger für negative Effekte eines hohen Zuckerkonsums sein – auch im Hinblick auf Angst- und Depressionssymptome.
Was Familien jetzt beachten sollten
Die Ergebnisse sind kein Grund zur Panik – aber ein Anlass zum Nachdenken. Zu empfehlen ist Wasser oder ungesüßten Tee als Standardgetränk zu etablieren, Energy-Drinks nur selten zu konsumieren, Säfte stark zu verdünnen und die Sorgen und Stress von ihren Kindern ernst zu nehmen.
Quellen
DAK: Kinder- und Jugendreport 2025 (zuletzt abgerufen am 27.02.2026)
Journal of Human Nutrition and Dietetics: Ergebnisse der Analyse (zuletzt abgerufen am 27.02.2026)
Bournemouth University: Mitteilung der Universität zur Studie (zuletzt abgerufen am 27.02.2026)
Untersuchung mit Beteiligung des DZD: JAMA Network (zuletzt abgerufen am 27.02.2026)
Berliner Morgenpost: Beeinflussen Softdrinks die Psyche? Studie erkennt beunruhigendes Muster (zuletzt abgerufen am 27.02.2026)
Frankfurter Rundschau: Süße Getränke und Stress: 34 Prozent mehr Angst bei Teenagern?







