Pubertät & Prävention

Warum ich meine Söhne gegen HPV impfen lasse und keine Sekunde daran zweifle

Ich dachte lange, HPV sei vor allem ein Thema für Mädchen und war überrascht, als meine Kinderärztin die Impfung für meine Söhne empfahl. Heute bin ich froh, dass wir uns dafür entschieden haben.

Mutter sitzt mit ihrem Teenager-Sohn mit Skateboard im Arm auf einer Bordsteinkante und unterhält sich mit ihm
Ich dachte, HPV betrifft vor allem Mädchen, bis ich erfahren habe, was das Virus auch bei Jungen auslösen kann. Foto: PR/Canva.de
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Als Mutter von drei Söhnen verbringe ich gefühlt die Hälfte meines Lebens damit, Pflaster zu kleben, Brotdosen zu packen und mir Sorgen zu machen. Die andere Hälfte damit, Entscheidungen zu treffen, die ihre Zukunft betreffen.

Als unsere Kinderärztin die HPV-Impfung empfahl, war ich deshalb zunächst überrascht. HPV? Das war in meinem Kopf immer ein Thema für Mädchen. Warum also sollte ich meine Söhne dagegen impfen lassen? Die Antwort hat mich selbst überrascht. Denn je mehr ich über das Virus las, desto klarer wurde mir: HPV ist kein ausschließliches Frauenthema. Außerdem schützt die Impfung vor weit mehr als dem, womit die meisten von uns sie verbinden.

Heute würde ich meine Söhne jederzeit wieder impfen lassen.

Ich dachte, HPV betrifft nur Mädchen. Damit lag ich falsch.

Lange Zeit war ich fest davon überzeugt, dass das Thema HPV vor allem für Mädchen relevant ist. Schließlich hört man ständig vom Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs und der Impfung für Töchter. Doch als Mama von drei Jungs habe ich irgendwann genauer hingeschaut und festgestellt: Die Aufklärung rund um HPV dreht sich fast immer um Mädchen. Über die Risiken für Jungen wird dagegen kaum gesprochen – weder in Gesprächen unter Eltern noch in Medien oder Infoveranstaltungen an Schulen.

Dabei sollten gerade wir Jungs-Mamas wissen: Auch unsere Söhne können betroffen sein und verdienen denselben Schutz wie die Mädchen! Für mich war das ein echter Aha-Moment, denn erst durch eigene Recherche wurde mir klar, wie wichtig es ist, auch bei meinen Söhnen auf einen umfassenden Impfschutz zu achten.

„Nicht die Impfung hat mich verunsichert, sondern die Tatsache, dass ich viel zu wenig über HPV wusste.“
Stephanie Meyer

Warum fast jeder irgendwann mit HPV in Kontakt kommt

Bevor ich mich wirklich mit dem Thema beschäftigt habe, war „Warum fast jeder irgendwann mit HPV in Kontakt kommt“ für mich nur eine dieser medizinischen Schlagzeilen. Ich dachte immer, das betrifft doch vor allem Mädchen. Doch weit gefehlt!

Humane Papillomviren (HPV) sind so allgegenwärtig wie Sand am Meer. Über 200 verschiedene Typen schwirren da draußen herum. Das Tückische ist: Fast jede*r begegnet ihnen früher oder später mal im Leben. Meistens merkt man davon überhaupt nichts, weil unser Immunsystem ganz heimlich aufräumt.

Aber manchmal bleibt das Virus länger unbemerkt an Bord – wie ein blinder Passagier –, ohne dass wir es ahnen. Gerade als Mutter von drei Jungs wurde mir klar: Es geht nicht um irgendein seltenes Risiko oder nur um Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen, sondern um etwas Alltägliches, das jede Familie betreffen kann.

HPV und schwanger: Was bedeutet das für mein Baby?

Die Risiken für Jungen über die kaum jemand spricht

Hand aufs Herz: Wer denkt beim Thema HPV schon sofort an Jungs? Ich jedenfalls nicht; bis mir eines Tages ein Artikel mit der Überschrift „Die Risiken für Jungen, über die kaum jemand spricht“ ins Auge sprang. Plötzlich war mein Interesse geweckt! Denn während überall von Gebärmutterhalskrebs und Mädchenimpfung gesprochen wird, bleiben unsere Jungs oft außen vor. Doch gerade als Mama von drei lebhaften Kerlen wollte ich wissen: Was bedeutet das Virus eigentlich konkret für meine Söhne?

Und tatsächlich, auch unsere Jungs können richtig krank werden. Bestimmte Hochrisiko-Typen des Virus verursachen Krebsarten im Mund- und Rachenraum sowie am Penis oder After – Krankheiten also, von denen kaum einer redet! Selbst Genitalwarzen sind keine reine Frauensache; sie können auch Jungs treffen und ziemlich belastend sein. Mir wurde klar: Der Schutz durch die Impfung ist kein reines „Mädchenthema“. Wir Mütter von Söhnen müssen genauso aufmerksam hinschauen, denn unsere Jungs verdienen denselben Schutz wie alle anderen Kinder!

Was viele Eltern nicht wissen

Viele Menschen verbinden HPV ausschließlich mit Gebärmutterhalskrebs. Tatsächlich können bestimmte HPV-Typen aber auch Krebs im Mund- und Rachenraum verursachen. Gerade Männer sind von diesen HPV-bedingten Krebsarten überdurchschnittlich häufig betroffen. Diese Information war für mich persönlich einer der wichtigsten Gründe, mich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Quelle: Deutsche Krebshilfe, Robert-Koch-Institut (RKI)

Ist mein Kind nicht noch viel zu jung dafür?

Wenn du dich gerade fragst: „Ist mein Kind nicht noch viel zu jung für diese Impfung?“, dann kann ich dich beruhigen: Genau das habe ich mich auch gefragt.

Schließlich wird die HPV-Impfung bereits für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Ein Alter, in dem viele Eltern das Thema Sexualität noch in weiter Ferne sehen. Vielleicht denkst du deshalb auch: Kann ich damit nicht einfach noch ein paar Jahre warten?

Was ich damals nicht wusste: Der empfohlene Impfzeitpunkt hat nichts damit zu tun, dass Kinder in diesem Alter bereits sexuell aktiv wären. Ganz im Gegenteil. Die HPV-Impfung wirkt am besten, wenn sie erfolgt, bevor überhaupt ein Kontakt mit den Viren stattfinden kann. Hinzu kommt, dass das Immunsystem in diesem Alter besonders gut auf die Impfung anspricht. Der Körper kann einen sehr zuverlässigen und langanhaltenden Schutz aufbauen.

Genau deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung ausdrücklich für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Für mich war das der entscheidende Perspektivwechsel: Die HPV-Impfung ist keine Reaktion auf ein aktuelles Risiko. Sie ist eine Vorsorge für die Zukunft.

„Den besten Schutz vor Erkrankungen durch Papillomviren bietet eine frühzeitige HPV-Impfung.“
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Was ich über die Nebenwirkungen wissen wollte

Bevor wir uns für die HPV-Impfung entschieden haben, gab es für mich noch eine Frage, die vermutlich viele Eltern beschäftigt: Wie sieht es eigentlich mit den Nebenwirkungen aus?

Die häufigsten Nebenwirkungen der HPV-Impfung sind die gleichen wie bei vielen anderen Impfungen auch: Schmerzen, Rötungen oder eine leichte Schwellung an der Einstichstelle. Manche Kinder und Jugendliche fühlen sich kurzzeitig müde oder berichten von Schwindel direkt nach der Impfung. In der Regel klingen diese Beschwerden nach kurzer Zeit wieder ab.

Was ich ebenfalls wissen wollte: Gibt es besondere oder langfristige Nebenwirkungen? Die HPV-Impfung wird seit vielen Jahren weltweit millionenfach eingesetzt und ihre Sicherheit wird kontinuierlich überwacht. Nach den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden schwere Nebenwirkungen nur sehr selten beobachtet.

Jede Familie wird diese Informationen für sich anders bewerten. Mir persönlich haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse die Sicherheit gegeben, eine gute Entscheidung für meine Kinder zu treffen.

Was mir bei meiner Entscheidung geholfen hat

Wenn du bei der HPV-Impfung noch Fragen oder Zweifel hast, bist du damit nicht allein. Mir hat geholfen, mich auf die Fakten zu konzentrieren und offen mit unserer Kinderärztin zu sprechen. Am Ende solltest du die Entscheidung treffen, die sich für dich und deine Familie richtig anfühlt.

Wichtig zu wissen: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung ausdrücklich für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.

Mehr Informationen für Eltern

Wenn du dich selbst noch intensiver mit dem Thema HPV-Impfung beschäftigen möchtest, findest du bei der Initiative „Entschieden gegen Krebs“ verständlich aufbereitete Informationen für Eltern – unter anderem dazu, warum die Impfung bereits zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen wird, wie die Impfung wirkt und welche Fragen sich viele Familien vor der Entscheidung stellen.

Darum lasse ich meine Söhne gegen HPV impfen

Jede Familie trifft Gesundheitsentscheidungen für ihre Kinder selbst. Mir hat geholfen, mich nicht von Halbwissen, Mythen oder einzelnen Schlagzeilen leiten zu lassen, sondern von den Fakten.

Als ich mich zum ersten Mal mit dem Thema HPV beschäftigt habe, war ich ehrlich überrascht, wie wenig ich darüber wusste. Heute weiß ich: HPV ist kein reines Frauenthema. Und die HPV-Impfung ist weit mehr als eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.

Natürlich kann ich meine Kinder nicht vor allem schützen, was ihnen im Leben begegnen wird. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt, ihnen mit zwei kleinen Pieksern einen Schutz mitzugeben, der vielleicht erst viele Jahre oder sogar Jahrzehnte später wichtig wird, dann möchte ich diese Chance nutzen.

Deshalb lasse ich meine Söhne impfen. Nicht aus Angst, sondern aus dem Wunsch heraus, ihnen etwas mitzugeben, was sich erst in der Zukunft auszahlen könnte: ein Stück zusätzliche Sicherheit.

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