SchwangerschaftHPV und schwanger: Was bedeutet das für mein Baby?

Zahlreiche Frauen tragen Humane Papillomviren (HPV) in sich. Sie verursachen gutartige Warzen oder bösartigen Gebärmutterhalskrebs. Wie beeinflusst HPV eine Schwangerschaft?

Inhalt
  1. Kann HPV von der Mutter auf das Baby übertragen werden?
  2. Welchen Einfluss hat HPV auf den Schwangerschaftsverlauf?
  3. Welchen Einfluss haben Genitalwarzen auf die Geburt?
  4. Kann eine durch HPV ausgelöste Veränderung der Gebärmutter die Gebärfähigkeit beeinträchtigen?
  5. Führt Gebärmutterhalskrebs zur Kinderlosigkeit?

Rund 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV. In Deutschland schätzen Experten die Zahl der infizierten Frauen auf etwa 6 Millionen. Die meisten Frauen wissen nichts von der Infektion - sie verläuft in den meisten Fällen ohne Symptome.

Es existieren über 100 verschiedene HP-Viren, die von Wissenschaftlern in High Risk oder Low Risk eingeteilt sind. Die HP-Viren können in einigen Fällen vom Immunsystem im Stillen bekämpft werden. In anderen Fällen schlummern die Viren im Körper der Frau und werden chronisch. Dann steigt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Mehr Informationen zu HPV findest du hier: Was du über HPV wissen musst!

HPV ist nicht heilbar. Nur die Symptome können behandelt werden. Keine werdende Mutter wünscht dieses Virus ihrem Kind (inzwischen existiert eine HPV-Impfung!). Doch was tun, wenn eine HPV-infizierte Frau schwanger werden möchte? Welchen Einfluss hat es auf den Schwangerschaftsverlauf, die Geburt und die Gesundheit des Babys?

 

Kann HPV von der Mutter auf das Baby übertragen werden?

Laut des US-amerikanischen Center of Disease Control and Prevention (CDC) steckt sich das Baby nur in 1,1 Fällen (pro 100.000 Kinder) von der Mutter mit HPV an. In diesen extrem seltenen Fällen befallen die Viren die Atemwege des Kindes, sodass es zu warzenähnlichen Auswüchsen im Kehlkopf-Bereich führt. Inzwischen wird der Kaiserschnitt empfohlen, um dieses Risiko zu vermeiden.

 

Welchen Einfluss hat HPV auf den Schwangerschaftsverlauf?

Frauen, die HP-Viren in sich tragen, können genauso gut schwanger werden, wie Frauen ohne diese Infektion. Allerdings können sich während der Schwangerschaft (mehrere) Warzen an den Genitalien und / oder der Gebärmutter entwickeln. Auch Schwangere sollten regelmäßig beim Gynäkologen eine Kontrolle (z.B. PAP-Abstrich) durchführen lassen.

 

Welchen Einfluss haben Genitalwarzen auf die Geburt?

In der Regel haben Genitalwarzen keinen Einfluss auf den Geburtsvorgang. Bilden sich während der Schwangerschaft mehrere Warzen (wegen des veränderten Immunsystems bei Schwangeren), können sie auch noch nach der Geburt behandelt werden.

 

Kann eine durch HPV ausgelöste Veränderung der Gebärmutter die Gebärfähigkeit beeinträchtigen?

Wurden bei einer HPV-Patientin schon vor der Schwangerschaft (viele) abnormale Zellen operativ entfernt, erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt, eines notwendigen Kaiserschnitts oder eines geringeren Geburtsgewichts des Babys.

Bildet sich während der Schwangerschaft ein Gebärmutterhalskrebs, müssen Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Oft kann die Behandlung des Tumors auch nach der Entbindung beginnen.

 

Führt Gebärmutterhalskrebs zur Kinderlosigkeit?

Kleine Tumore am Gebärmutterhals können mit einem minimal-invasivem operativem Eingriff entfernt werden. Die Gebärfähigkeit bleibt dabei erhalten.

Handelt es sich um invasiven Krebs, muss in der Regel die komplette Gebärmutter entfernt werden.

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