Milch, Käse, FleischPenny führt neue Preise ein - So sieht die Wahrheit aus!

Ein Penny-Supermarkt in Berlin wird bald zwei Preise für Milch, Fleisch und Käse angeben - und das ist der Grund.

Inhalt
  1. Das müssten Milch, Käse & Fleisch eigentlich kosten
  2. Studie zu Lebensmittelkosten berücksichtigt Umweltschäden
  3. Höhere Preise - wenige Umweltschäden

Milch, Käse und Fleisch müssten nach einer aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Augsburg im Auftrag des Penny-Discounters viel mehr kosten. Um ein Bewusstsein für die Umwelt und Nachhaltigkeit zu schaffen, wird es daher in einem Berliner Penny-Supermarkt bald zwei Preise geben. Kunden müssen jedoch nur den normalen Preis zahlen. Das berichten u.a. das Redaktionsnetzwerk Deutschland und RTL unter Berufung der Deutschen Presse Agentur (dpa).

 

Das müssten Milch, Käse & Fleisch eigentlich kosten

Die Rewe-Gruppe, zu der die Tochterfirma Penny gehört, will die Sichtbarkeit versteckter Kosten thematisieren. Am Mittwoch (2.9.) wird eine neue Penny-Filiale in der Hauptstadt eröffnen. Dort werden Kunden jeweils acht konventionell und ökologisch erzeugte Eigenmarken-Produkte kaufen können - und daneben wird der Preis stehen, den das Produkt eigentlich kosten müsste. Demnach müsste H-Milch statt 79 Cent fast einen Euro mehr, nämlich 1,75 Euro kosten, für 250g Bio-Hackfleisch sollten Kunden statt 2,25 Euro eigentlich 5,09 Euro bezahlen und 500g gemischtes Hackfleisch aus konventioneller Herstellung sollte 7,62 Euro statt 2,79 Euro kosten.

Penny führt neue Preise ein - So sieht die Wahrheit aus!
Laut einer Studie im Auftrag von Penny müssten die Preise für einige Lebensmittel deutlich teurer sein.
Foto: Imago Images
 

Studie zu Lebensmittelkosten berücksichtigt Umweltschäden

Die höheren Preise kommen zustande, weil Wirtschaftsinformatiker Tobias Gaugler mit seinem Team für die Studie neben den üblichen Herstellungskosten auch folgende Faktoren berücksichtigt hat:

  • die bei der Produktion entstehenden Treibhausgase
  • die Folgen der Überdüngung und
  • der Energiebedarf

"Umweltschäden finden aktuell keinen Eingang in den Lebensmittelpreis", kritisiert Wissenschaftler Gaugler. Stattdessen würden sie der Allgemeinheit und künftigen Generationen zur Last fallen. Rewe-Topmanager Stefan Magel ergänzt: "Wir müssen dazu kommen, die Folgekosten unseres Konsums sichtbar zu machen" und räumt ein: "Wir sind als Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Markt ohne Zweifel Teil des Problems."

 

Höhere Preise - wenige Umweltschäden

Die Wissenschaftler wünschen sich, dass die "doppelte Preisauszeichnung" auf positive Resonanz bei den Kunden stößt und die hohen Umweltfolgekosten sukzessive auf die Lebensmittelpreise aufgeschlagen würden. Gauglers Studien-Kollegin Amelie Michalke hofft: "Die Preisanpassungen der Lebensmittelmärkte würden wahrscheinlich zu deutlichen Verschiebungen hin zu mehr pflanzlichen und mehr Bio-Produkten führen und gleichzeitig die Umweltschäden deutlich reduzieren."

Verwandte Themen:

Kategorien: