Reizdarmsyndrom

Reizdarm - die Krankheit mit den 1000 Facetten

Ständige Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Das sind nur einige der Symptome, mit denen sich Reizdarm-Patienten herumplagen müssen. Aber was steckt hinter der Krankheit mit den 1000 Facetten? Ist das Reizdarmsyndrom wirklich nur psychisch bedingt oder gibt es doch körperliche Ursachen?

Reizdarm
Reizdarm Foto: iStock/Tharakorn

Mögliche Ursachen des Reizdarmsyndroms

Reizdarm-Betroffene haben oft eine wahre Ärzte-Odyssee hinter sich. Ihre Symptome sind mitunter so vielfältig, dass es häufig zu Fehldiagnosen kommen kann. Steckt hinter den Magenkrämpfen und Blähungen eine Nahrungsmittelintoleranz? Sind es Milch- oder Weizenprodukte, die für den wiederkehrenden Durchfall verantwortlich sind? Gibt es organische oder vielleicht sogar psychische Gründe für die Darmprobleme? Alle Antworten zum Thema Reizdarmsyndrom findest du hier.

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FODMAP-Lebensmittel als Ursache des Reizdarmsyndroms

Forscher vermuten mittlerweile, dass das Reizdarmsyndrom tatsächlich gemischte Ursachen hat. So könnten sogenannte FODMAP-Lebensmittel (= fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols), also Lebensmittel, die bestimmte schwer verdauliche Kohlenhydrate und Zuckeralkohole enthalten, für die Beschwerden mitverantwortlich sein.

FODMAP: Diese Diät lindert Reizdarm

Psychische Belastung kann zu Verdauungsbeschwerden führen

Auch die Psyche spielt bei vielen Darmbeschwerden eine nicht zu unterschätzende Rolle. Jedem von uns sind Kummer oder Stress schon mal auf den Magen geschlagen und haben zu Krämpfen oder Verstopfung geführt. Da chronischer Stress auch zu chronischen Darmbeschwerden führen kann, empfehlen daher viele Experten Entspannungsübungen und bestimmte Atemtechniken, um Schmerzen und Blähungen zu bekämpfen.

Darmbakterien könnten Ursache für Depressionen sein

Mikrobiom
Das Mikrobiom in unserem Darm ist bis heute noch nicht vollständig erforscht Foto: iStock/ChrisChrisW

Reizdarm durch ein gestörtes Mikrobiom

Eine sehr wahrscheinliche Ursache des Reizdarmsyndroms hat sich erst durch Forschungen der letzten Jahre herauskristallisiert: Ein aus dem Gleichgewicht geratenes Mikrobiom. Die Abermillionen von Bakterien in unserem Darm sind nämlich mehr als nur Untermieter. Sie helfen uns bei der Verdauung, fördern die Aufnahme von Nährstoffen ins Blut und machen Giftstoffe und Erreger unschädlich.

Ist unsere Darmflora im Gleichgewicht, bemerken wir ihre unterstützende Wirkung kaum. Die Beschwerden fangen erst an, wenn uns wichtige Bakterienstämme fehlen. Dauerhafte falsche Ernährung, Langzeit-Stress oder die Einnahme von Antibiotika können unseren kleinen Helferlein im Darm nämlich ganz schön zusetzen. Eine daraus folgende Fehlbesiedlung des Darms kann auch die Ursache für ein Reizdarmsyndrom sein.

Reizdarm: So ernährst du dich richtig!

Behandlung des Reizdarmsyndroms

Experten empfehlen eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, die einen hohen Anteil an Probiotika (zum Beispiel Joghurt oder Sauerkraut) aufweist. Es gibt seit kurzem auch bestimmte Präparate auf dem Markt, die gezielt das Mikrobiom aufbauen und Bakterienstämme, die bei Reizdarmpatienten häufig fehlen, wieder ansiedeln. Besonders der Bakterienstamm Bifidobacterium infantis 35624®, der Bakterienstamm mit der laut WGO besten Evidenzgrundlage für die Wirksamkeit beim Reizdarmsyndrom - kann helfen, die Darmflora von Personen mit Reizdarmsyndrom wieder ins Gleichgewicht zu bringen und somit die typischen Symptome zu lindern.

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