Mama-BlogWie du deinem Kind helfen kannst, wenn es eine Brille braucht

Warum ich wirklich traurig war, als mein Kind eine Brille brauchte und wie ich ihm helfen konnte, sich an die Sehhilfe zu gewöhnen. Tipps von Mama-Bloggerin Timea.

 Mit diesen Mama-Tricks gewöhnt sich dein Kind ganz schnell an seine Brille.
Mit diesen Mama-Tricks gewöhnt sich dein Kind ganz schnell an seine Brille.
Foto: iStock

Wir Mamas hoffen doch alle insgeheim, dass unser Nachwuchs von beiden Elternteilen, nur das Beste erben wird. Meine zweijährige Tochter sah schon immer vornehmlich ihrem Papa ähnlich mit ihren wohlgeformten Lippen und ihren wunderschönen blauen Augen.

Natürlich hoffte ich, dass die Ähnlichkeit der Augen sich nicht nur auf die Schönheit beschränkte, sondern auch auf die Sehstärke. Denn in meiner Familie hat so ziemlich jeder schlechte Augen. Leider hat sich nun herausgestellt, dass auch meine Tochter eine Brille braucht. Es wurde eine starke Fehlsichtigkeit festgestellt.

 

Es tut mir so leid, dass mein Tochter eine Brille tragen muss

Ich selber trage eine Brille seit ich acht Jahre alt bin und Kontaktlinsen seit ich 14 bin. In der Familie meines Mannes findet man nur die üblichen Brillen der Alterssichtigkeit, ansonsten haben alle Adleraugen.

Im ersten Moment überkam mich eine Traurigkeit: Brille mit zwei Jahren?! Ich weiß, dass es viele schlimme Krankheiten gibt und wir uns glücklich schätzen sollten, dass unsere Tochter gesund ist. Doch ich kann meine Gefühle nicht zurückhalten, natürlich tut es mir für meine Tochter unendlich leid, dass sie jetzt schon eine Brille tragen muss.

Eine Flut an Gedanken und Gefühlen folgten auf den Augenarztbesuch. In dieser Nacht bekam ich kein Auge zu. Meine eigenen Erfahrungen mit der Brille flossen mit in mein Kopfkino und die Vorstellung, dass wir regelmäßig in der Augenarztpraxis viele Stunden verbringen müssen.

Doch schließlich beendete ich die Trauer um das Bild eines brillenlosen Kindes. Es muss positiv weitergehen! Also suchte ich nach Tipps, wie ich meinem Kind das neue Leben mit Brille so angenehm wie möglich gestalten kann. Hier habe ich sie für euch gesammelt:

 

4 Tipps, die einem Kind den Alltag mit Sehschwäche erleichtern

1. Suche einen kinderfreundlichen Augenarzt

Viele Stunden lang habe ich im Internet Erfahrungsberichte zu Augenärzten gelesen. Ich wollte unbedingt einen Augenarzt finden, der von anderen Eltern schon als kinderfreundlich beurteilt wurde. Die beste Technik nützt nichts, wenn die Praxis nicht auf Kinder ausgerichtet ist. Léla und ich werden die nächsten Jahre viel Zeit dort verbringen müssen.

Folgende Fragen stellen sich:
 

  • Gibt es ein Wartezimmer speziell für Kinder mit vielen Spielsachen?
  • Gibt es einen Wickeltisch?
  • Gehen die Praxismitarbeiter, inklusive Sprechstundenhilfe, behutsam und freundlich mit Kindern um?
  • Und wie schaut es mit der Wartezeit und dem Ablauf aus?

Ich fahre gerne einige Kilometer weiter, wenn ein Großteil dieser Fragen positiv beantwortet werden kann. Es stellte sich in der Vergangenheit schon des Öfteren als Fehler heraus einen Arzt nach der Entfernung auszusuchen statt nach Kriterien wie Freundlichkeit und Kompetenz - egal ob Zahnarzt, Frauenarzt oder Kinderarzt. Am Ende siegt selten die Freude über die gesparten Kilometer…

2. Gestalte die Brillenauswahl als ein tolles Spiel-Event

Ich möchte, dass meine Tochter ihre neue Brille als etwas Aufregendes betrachtet. Ich, als Mama, bin - zumindest jetzt noch - ihr Vorbild. Wenn ich mir meine negativen Gedanken anmerken lasse, dann wird Léla sicherlich eine ablehnende Haltung zu diesem Ding auf der Nase entwickeln.

Ich habe ihr erzählt, dass sie ein ganz tolles Mädchen ist und sich deshalb eine schöne Brille aussuchen darf. Ich habe sie auf den Brillenkauf so heiß gemacht, dass sie voller Freude zum Optiker reingerannt ist und es kaum erwarten konnte die Gestelle anzuprobieren.

Ich habe den Besuch bewusst so gestaltet, dass sie stets das Gefühl hatte: es ist ihre Entscheidung, welche Brille sie auswählt.

Zwischenzeitlich hatte ich Bedenken, ob ich diese antiautoritäre Brillenauswahl bis zum Ende durchziehen kann, da sie sich irgendwann weigerte, eine übergroße Hipster-Brille für Erwachsene abzulegen. Doch mit einigen Tricks, die ich anwendete, entschied sie sich für das Modell, das ich bevorzugte. Wir hatten Glück: Der Optiker schien der freundlichste und ruhigste Verkäufer aller Zeiten zu sein.

3. Es ist nur eine Brille - mehr auch nicht

Eine Brille ist nicht billig, ein kleiner Kinderkopf verändert sich über die Jahre und es werden viele Brillen folgen. Heutzutage gibt es wirklich erstaunlich robuste und flexible Materialien. Fällt eine Brille vom Klettergerüst auf dem Spielplatz ist es nicht das Ende. Auch ein kleiner süßer Popo, der auf die Brille plumpst ist noch nicht unbedingt das Todesurteil für das kleine Gestell.

Und wenn doch: dann muss man eben schlucken und Ersatz holen. Eine Brillenversicherung könnte eine sinnvolle Investition sein, aber ich warte erstmal ab, wie Léla mit der neuen Verantwortung umgehen wird.

Was ich nicht tun werde: Ich schwöre mir feierlich, sie nicht von Aktivitäten abzuhalten, die ihre Brille eventuell gefährden könnten oder sie dauerhaft zu schimpfen, weil sie einfach noch nicht die Reife entwickelt hat sorgsam mit der Brille umzugehen.

Sie soll alles tun und entdecken können, wie andere Kinder auch. Sie wird in der Krippe die Einzige mit Brille sein, das sollte kein Stigma werden. Ich hoffe, die Zeiten der Hänselei der „Brillenschlange“ sind vorbei.

4. Hoffnung auf die Zukunft

Wie bereits oben erwähnt, trage ich seit meinem 14. Lebensjahr Kontaktlinsen. Fast täglich und ganztags. Ich war nie wirklich ein Brillentyp und ich bin sehr dankbar, dass es diese kleinen durchsichtigen Linsen gibt, die sich an mein Auge schmiegen.

Vorerst werden meine Kontaktlinsen allerdings in ihrer Hülle schlafen, denn ich möchte meiner Tochter ein gutes Vorbild sein - mit Brille. Wenn sie alt genug ist, kann sie sich auch für diese Art der Sehhilfe entscheiden, Kontaktlinsen sind in den letzten zwanzig Jahren immer billiger und besser geworden.

Ähnliche Hoffnung hege ich auch in Bezug auf Augenlaser-OPs. In Zukunft stehen Menschen mit Sehschwächen immer mehr und bezahlbarere Behandlungen zur Auswahl. Und wer weiß, vielleicht können meine Tochter und ich uns eines Tages wieder über eine starke Sehkraft ganz ohne Hilfe einer Brille freuen – das wäre wirklich schön.

Liebe Grüße,

Eure Timea

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