SüdamerikaAmazonas-Regenwald in Brasilien: Diese Auswirkungen haben die Brände

Seit Wochen steht der Amazonas-Regenwald in Flammen. Welche Auswirkungen haben die Brände auf Mensch und Natur? Ein Überblick.

Inhalt
  1. Wie wirken sich die Brände auf das Klima & Wetter aus?
  2. Lebensraum von Menschen wird zerstört
  3. Werden die Sauerstoffvorräte der Erde knapp?

Dichter, schwarzer Rauch liegt über dem Amazonas in Südamerika. Mehr als 80.000 Brände hat das "National Institute for Space Research (IPNE)" in diesem Jahr bereits registriert, pro Tag kommen über 1.000 neue Brände hinzu. Es sind die schlimmsten Feuer seit Beginn der Aufzeichnungen 2013. Die Flammen wüten vor allem in Rondônia, Roraima, Mato Grosso, Pará und sowie in den Nachbarländern Paraguay und Bolivien. Die NASA veröffentlichte kürzlich ein Bild von einer gigantischen Rauchwolke über dem Regenwald - die ist sogar aus dem All zu sehen. 

Während Boliviens umstrittener und wirtschaftlich getriebener Präsident Jair Messias Bolsonaro erst jetzt handelt und 44.000 Soldaten in die Feuer-Gebiete zum Löschen schickt, steigt die Menge an gefährlichem Kohlenmonoxid (CO) über dem nordwestlichen Amazonasgebiet stetig an - und das könnte laut Forscher erhebliche Klimaauswirkungen haben.

Amazonas-Brände: Das sind die Folgen 

Die Animation der Nasa (siehe unten) zeigt die CO-Konzentrationen vom 8. bis 22. August 2019 an. Das gefährliche Kohlenmonoxid steigt über dem betroffenen Amazonasgebiet in die Luft und driftet in einer stärker konzentrierten Wolke Richtung Südosten Südamerikas und im Westen auf den Pazifik, wie der ,Spiegel' berichtet. Der Regenwald ist wie ein riesiger CO-Speicher - doch je weniger Amazonas vorhanden ist, desto weniger kann dort von der Substanz gebunden werden. Kohlenmonoxid kann für den Menschen toxisch sein und ist farb-, geruchs- und geschmacklos.

 

Wie wirken sich die Brände auf das Klima & Wetter aus?

Durch das enorme Absterben des Regenwaldes ist die Artenvielfalt bedroht und durch das frei werdende Kohlendioxid steigt die Erderwärmung. Denn Kohlenmonoxid, 
Kohlendioxid und Methan sind Treibhausgase, die für die Klimaerwärmung mitverantwortlich sind. Waldbrand-Experte Lindon Pronto erklärte gegenüber ,Bild': „Das Verbrennen großer Teile dieses Gebiets kann beispielsweise Dürre und Regenfälle im Mittleren Westen der USA beeinträchtigen." 

Im Amazonas-Regenwald werden pro Baum bis zu 1.000 Liter Wasser am Tag abgegeben und kommt als Regen auf die Erde zurück. Durch die Feuer-Zerstörung und das Abholzen des Waldes wird diese Abkühlung verhindert. "Nicht nur wird weniger Wasser an die Atmosphäre abgegeben, zusätzlich können die Landflächen auch weniger Regen aufnehmen und es wird zu großflächigen Überschwemmungen kommen. Ein Teufelskreis für das sensible Ökosystem, bei dem nicht ausgeschlossen werden kann, das dieser Effekt auch unser Wetter beeinflusst", ergänzt ,Wetter.de'

Amazonas-Regenwald: Diese Auswirkungen haben die Brände
Der Amazonas brennt - mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur.
Foto: Victor Moriyama/Getty Images
 

Lebensraum von Menschen wird zerstört

Nahe der Brände leben indigene Völker, deren Lebensraum schon zerstört ist oder bedroht wird. Außerdem sind viele Brasilianer ins Krankenhaus gekommen. Durch die hohe Schadstoffbelastung haben sie u.a. mit Atemproblemen zu kämpfen. „Wir wachen vom Einatmen des Rauchs völlig erledigt auf", zitiert die ,Welt' eine Betroffene. Flüge können zum Teil nicht landen, was Tourismuseinbußen und somit wirtschaftliche Folgen bedeuten könnte. „Unser alltägliches Leben wird durch den Rauch zu 100 Prozent in Mitleidenschaft gezogen“, sagt die Einwohnerin.

 

Werden die Sauerstoffvorräte der Erde knapp?

Allgemein wird der Amazonas als "Grüne Lunge der Erde" bezeichnet, die 20 Prozent Sauerstoff produziert. Doch laut Umweltforscher Jonathan Foley sind es eher sechs Prozent. Foley sieht daher keine Gefahr für einen Sauerstoffmangel.

Experten schätzen, dass die Brände erst mit Eintreten der Regenzeit komplett enden - die beginnt aber erst im November. Im Moment ist Trockenzeit im Amazonas, weshalb die Gebiete besonders schnell Feuer fangen. Vor allem Landspekulanten stehen im Verdacht, die Brände gelegt zu haben. Präsident Bolsonaro hat sich für die Abholzung der Wälder ausgesprochen, gleichzeitig sind die Strafen für illegal gelegte Brände zurückgegangen - bei Steigerung der vom Menschen gelegten Feuer im Amazonas. 

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