GesundheitsrisikoDas Rushing Woman Syndrom: Warum Dauerstress gerade für Frauen so gefährlich ist

Inhalt
  1. Typische Symptome des "Rushing Woman Syndroms"
  2. Was sind die körperlichen Folgen von Dauerstress?
  3. Warum leiden gerade Frauen vermehrt unter Stress?
  4. Wie kann ich in Zukunft Stress reduzieren?

In ihrem neuen Buch beschäftigt sich Dr. Libby Weaver mit dem sogenannten "Rushing Woman Syndrom". Denn gerade Frauen sind stark gefährdete Stress-Opfer.

Dass Stress schädlich für die Gesundheit ist, hören wir immer wieder. Doch leider führt dies nicht immer dazu, dass wir ihn konsequent vermeiden oder zumindest versuchen, uns weniger unter Druck zu setzen. Die australische Ernährungswissenschaftlerin und Biochemikerin Dr. Libby Weaver erklärt jetzt in ihrem neuen Buch "Das Rushing Woman Syndrom - Was Dauerstress unserer Gesundheit antut" (Trias; 19,99 Euro), warum insbesondere Frauen häufig unter Stress leiden. Besonders wichtig zu wissen: Gerade Frauen haben auch sehr mit den Folgen von Stress zu kämpfen.

Was ist das "Rushing Woman Syndrom"?

Hinter dem Begriff "Rushing Woman Syndrom" verbirgt sich keine offizielle Krankheit. Das Wort wurde von Dr. Libby Weaver - in Australien häufig auch nur Dr. Libby genannt - entwickelt und geprägt.

Frauen, die unter diesem Syndrom leiden, haben dauernd Stress - ob dieser selbst gemacht ist oder nicht, ist unwichtig. Die Tatsache ist, dass sich die betroffenen Frauen ständig gestresst fühlen. Darunter leidet wiederum ihre Gesundheit. "Sie (die Frau, Anmerkung der Redaktion) muss immer in Topform sein und reibt sich täglich in dem Versuch auf, alles zu schaffen. Schließlich gibt es immer so viel zu tun, und sie hat nur ganz selten das Gefühl, alles bestens im Griff zu haben", so Dr. Libby.

Das Rushing Woman Syndrom: Warum Dauerstress gerade für Frauen so gefährlich ist
Wenn der Stress dich zu überrollen droht, ist es Zeit die Notbremse zu ziehen.
Foto: iStock
 

Typische Symptome des "Rushing Woman Syndroms"

Zu den typischen Symptomen von dauergestressten Frauen gehören nach Ansicht von Dr. Libby zum Beispiel:

  • ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Schlafprobleme
  • leichte Reizbarkeit
  • ständige Schuldgefühle, wenn man nur etwas zur Ruhe kommt
  • erhöhter Kaffee- bzw. Koffeinkonsum
  • Gefühl der Überforderung

Zu Beginn des Buches gibt es eine Checkliste, anhand der du überprüfen kannst, ob du unter dem "Rushing Woman Syndrom" leidest. Dort findest du eine Liste mit unterschiedlichen Symtpomen. Treffen bei dir mehr als sieben Punkte zu, gehörst du zu den Frauen, die ein gefährliches Maß an Stress in ihrem Alltag erleben.

 

Was sind die körperlichen Folgen von Dauerstress?

Nicht nur mental macht Stress uns auf Dauer zu schaffen. Auch körperlich beeinträchtigt er uns extrem, da der gesamte Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. So wird zum Beispiel die Funktion der Schilddrüse beeinflusst. Mal ist sie überaktiv, mal ist sie unteraktiv. Dies kann bei jeder Frau anders sein. Dadurch kann wiederum das Gewicht massiv beeinflusst werden.

Aber auch der Zyklus wird in Mitleidenschaft gezogen. Während einige Frauen unter einer besonders unregelmäßigen Periode leiden, haben andere wiederum verstärkte Blutungen oder kämpfen besonders mit dem Prämenstruellen Syndrom (PMS). Stress kann außerdem Unfruchtbarkeit verursachen. 

Ebenso haben gestresste Frauen häufig Probleme mit der Verdauung. Blähungen und Magenschmerzen sind keine Seltenheit, wenn du ständig unter Strom stehst.

 

Warum leiden gerade Frauen vermehrt unter Stress?

Natürlich sind es nicht nur Frauen, die unter Dauerstress leiden. Doch aufgrund der vielen Jahre, die sie bereits mit Patienten zusammen arbeitet und den Beobachtungen, die sie vor allem aktuell immer häufiger macht, ist Dr. Libby zu dem Schluss gekommen, dass insbesondere Frauen gefährdet sind, in die Stress-Falle zu tappen.

"Ich stelle das jetzt provokativ in den Raum: Das Dauerstress-Syndrom der Frauen ergibt sich aus dem unablässigen Streben danach, sich nie zurückgewiesen zu fühlen", schreibt Dr. Libby Weaver in ihrem Buch. Dieses Bedürfnis entwickelt sich schon im Kindesalter. Um geliebt und nicht zurückgewiesen zu werden, geben sich speziell Frauen laut Dr. Libby besonders Mühe, zu allen nett zu sein. 

Schnell gehen Frauen, wenn sie erst einmal gestresst sind, dazu über, andere Menschen und äußere Umstände dafür verantwortlich zu machen. Doch da liegt nach Ansicht der Autorin der Fehler. Denn: Wir können nicht davon ausgehen, dass wir andere Menschen verändern können. Aber wir können uns selbst ändern. Die folgenden Tipps können dabei helfen, Stress zu reduzieren.

 

Wie kann ich in Zukunft Stress reduzieren?

Hier einige Tipps von Dr. Libby Weaver, die dabei helfen können, dass Stresslevel zu senken und Körper und Geist zu entlasten:

  • Die richtige Ernährung: Tue deinem Körper etwas Gutes, indem du ihn mit vielen Nährstoffen versorgst. Iss zum Beispiel in Zukunft mehr Gemüse. Außerdem hilft es, weniger Koffein zu sich zu nehmen. 
  • Bewegung: Auf gar keinen Fall solltest du den Vorsatz, dich mehr zu bewegen, einfach als einen weiteren Punkt auf deiner anstrengenden To-Do-Liste sehen. Suche dir eine Sportart, die dir Spaß macht. Yoga oder Qigong wirken erfahrungsgemäß sehr entspannend und werden von Dr. Libby besonders empfohlen.
  • Gut schlafen: Schlaf ist so wichtig. Körper wie auch Geist brauchen diese Zeit, um sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen. Wenn es mit dem Schlafen nicht klappt, versuche zum Beispiel Folgendes: Setze dich zwei Stunden bevor du schlafen gehen möchtest, nicht mehr hellem Licht aus. So kann dein Gehirn langsam zur Ruhe kommen. Manchmal hiflt auch ein Matratzen-Check. Eventuell liegst du die meiste Zeit unbequem und kommst deswegen nicht richtig zur Ruhe.
Buch: "Das Rushign Woman Syndrom"
Mehr Information findest du im neuen Buch von Dr. Libby Weaver.
Foto: Georg Thieme Verlag KG
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