Liebe & Sex

Dieses Verhalten von Männern verdirbt jeder Frau die Lust auf Sex

Viele Frauen verlieren die Lust auf Sex, weil sie sich im Alltag wie die Mutter ihres Partners fühlen – woran das liegt und was Paare dagegen tun können.

Frau sitzt an einem Tisch im Cafe und rollt mit den Augen. Links m Vordergrund der Rücken eines Mannes, der gestikuliert.
Foto: Prostock-Studio/iStock
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Stell dir vor, der Tag war lang, du hast alles gegeben: Arbeit, Haushalt, Kinder. Den Abend möchtest du mit deinem Partner genießen – doch statt Nähe und Lust macht sich Frust breit. Was ist passiert?

Frauen wie Kathrin (Name geändert) kennen das nur allzu gut. Sie erzählt: „Mein Mann ist wirklich ein lieber Kerl. Ich merke genau, dass ich und unsere Tochter ihm wichtig sind. Trotzdem habe ich leider seit ihrer Geburt das Gefühl, dass ich nicht Mann und Tochter habe – sondern eher zwei Kinder! Er sieht genau, wie ich jeden Tag rotiere und mache und tue - und er will auch helfen. Aber statt dass er tut, was zu tun ist, steht er dann wie ein linkischer Stoffel in der Küche und fordert: Sag mir was zu tun ist, und ich tue es sofort!“

Genau darin steckt ein zentrales Problem moderner Beziehungen: Während Männer zunehmend bereit sind, im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mitzuarbeiten, bleibt allzu oft die unsichtbare Last an den Frauen hängen.

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Was ist eigentlich Mental Load?

Mental Load bedeutet: Den Kopf voller To-Do-Listen, immer daran denken, was wann zu erledigen ist und meist auch die Regie übernehmen zu müssen. Patricia Cammarata, Sozialwissenschaftlerin und Autorin des Buches „Raus aus der Mental Load-Falle“ beschreibt das Phänomen folgendermaßen: „Mental Load ist all das Denken, Planen, Organisieren und Entscheiden, das notwendig ist, damit ein Familienleben funktioniert.“

Wenn dieser unsichtbare Job automatisch bei der Frau bleibt – auch wenn der Partner körperlich mithilft – entsteht eine emotionale Schieflage. Die Frau wird zur Familenmanagerin und verliert ihren Partner als echten erwachsenen Gegenpart: „Das Angewiesensein auf Anweisungen – das ist genau die Beziehung, die Mutter und Kind haben.“

Kein Sex mehr in der Ehe oder Beziehung: Das Ende der Partnerschaft?!

Ein echter Lustkiller: Wenn sich Frauen wie Mütter fühlen (müssen)

Wer sich tagein, tagaus als Orga-Chefin fühlt, der kann nur schwer die erotische Partnerin bleiben. Sexuelle Lust ist oft eng an emotionale Gleichberechtigung geknüpft. Und wer ständig die Rolle der Mutter und Organisatorin übernimmt, der verliert irgendwann die erotische Lust auf den Partner. Kein erwachsener Mensch möchte Sex mit seinem ‚Kind‘ haben. Nicht selten entsteht daraus ein ungesunder Kreislauf: Die Frau zieht sich zurück, der Mann fühlt sich abgelehnt – und versteht die Ursache nicht. Denn viele Männer begreifen nicht, dass Hilfsbereitschaft nicht reicht, solange die Verantwortung ständig bei der Partnerin bleibt.

Nein zu „Sag mir doch, was ich tun soll“: So geht Verantwortung auf Augenhöhe

Viele Männer (und umgekehrt auch Frauen) wurden traditionell so erzogen: Ihre Mütter haben die Hausarbeit getragen, alle To-dos organisiert, kleine und große Krisen gemanagt, eben den Löwenanteil der Care-Arbeit erledigt. Manch erlerntes Muster bleibt auch noch im Erwachsenenleben bestehen. Doch das Leben hat sich verändert und wer als Paar dauerhaft Lust und Gleichklang spüren will, muss den Alltag gemeinsam tragen.

3 Tipps für mehr Entlastung, die die Beziehung stärken

  1. Sprecht offen über eure Erwartungen: Ein ruhiges Gespräch auf Augenhöhe hilft. Beschreibe authentisch deine Gefühle und Erlebnisse. Formuliere keine Vorwürfe, sondern Wünsche und Hoffnungen für ein gleichberechtigtes Miteinander.

  2. Gleiche Verantwortung, nicht nur Mitarbeit: Proaktiv werden: Es reicht nicht, Aufgaben nach Ansage zu übernehmen. Besser: Absprachen treffen, feste „Zuständigkeiten“ verteilen und diese selbstständig im Blick behalten.

  3. Wissenslücken schließen: Seid präsent und eigenverantwortlich, wie erwachsene Partner. So lernt ihr, was wirklich gebraucht wird.

Mit geteiltem Alltag zu mehr Lust und Zufriedenheit in der Beziehung

Emotionale Gleichberechtigung und partnerschaftliche Erotik bedingen einander. Nur wer im Alltag wertgeschätzt und getragen wird, kann sich wirklich auf sexuelle Nähe einlassen. Wer gemeinsam Verantwortung für das Familienleben übernimmt, bleibt auf Augenhöhe und pflegt die Erotik in der Beziehung. Die Lösung: Nicht nur „helfen“, sondern wirklich tun, mitdenken, gemeinsam tragen. So entsteht eine Partnerschaft, die nicht nur den Alltag, sondern auch die Lust lebendig hält.