Beziehung

"Michelangelo-Effekt": Dieses Phänomen zeigt dir, dass du eine glückliche Beziehung führst

Was eine erfüllte Beziehung ausmacht? Der Michelangelo-Effekt ist ein Beziehungsphänomen, das glückliche Paare erleben.

Glückliches Paar, das sich liebt hält eng umschlungen HändchenAuf Pinterest merken
Foto: ArthurHidden/iStock

Michelangelo Buonarroti ist wahrscheinlich allen ein Begriff. Der Renaissance-Künstler zählt dank seiner Skulpturen, wie zum Beispiel dem "David" oder der Deckenmalerei in der Sixtinischen Kapelle zu den berühmtesten Menschen der Weltgeschichte. Was der Künstler mit Liebe und glücklichen Beziehungen zu tun hat? Wir klären was es mit dem Michelangelo-Effekt in Beziehungen auf sich hat und verraten, warum glückliche Paare das Michelangelo-Phänomen verspüren.

Michelangelo-Effekt: Bedeutung des Phänomens in Beziehungen

Wie das Michelangelo-Phänomen dein Beziehungs-Glück bestimmt? Unterm Strich ist damit gemeint, dass ihr euch gegenseitig dazu bringt, das Beste aus euch herauszuholen. Sprich: Ihr macht euch glücklich, indem ihr euch gegenseitig ermöglicht eure Träume, Ziele und Wünsche zu verwirklichen. So zumindest lautet das Ergebnis der Studie, die im Personality and Social Psychology Bulletin publiziert wurde. Die Forschenden bezeichnetet dort diese Beziehungsdynamik von glücklichen Paaren als Michelangelo-Effekt. Lies im nächsten Abschnitt mehr darüber.

Im Video erfährst du weitere Tipps für eine erfolgreiche Beziehung:

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Das Michelangelo-Phänomen & das Ideal-Selbst

"Ich sah den Engel im Marmor und meißelte ihn, bis ich ihn befreite.", so ein berühmtes Zitat des Renaissance-Künstlers.

Die Bezeichnung Michelangelo-Effekt rührt von folgender Grundannahme der Forschenden her: In ihrer Studie gehen sie davon aus, dass alle Menschen von anderen Menschen in ihrem Umfeld beeinflusst werden. Ob positiv oder negativ: Familie, Freunde und andere zwischenmenschliche Beziehungen - sie alle prägen uns.

Gerade Liebende stehen sich in der Regel sehr nah, beeinflussen und 'formen' einander im Laufe ihres Lebens.

Metaphorisch ist mit dem Michelangelo-Effekt in der Psychologie gemeint, dass ihr euch gegenseitig positiv beeinflusst. Sodass euer jeweiliges Ideal, euer "Wunsch-Selbst" zum Vorschein kommt. Eben so, wie Michelangelo seine einmaligen Statuen formte, indem er sie aus dem Stein befreite.

Lies auch: 10 kleine Dinge, die jede Beziehung stärken

Denn die Forschenden gehen davon aus, dass jede Person unterbewusst ein gewisses Bild vom eigenen Ideal-Selbst im Kopf hat, das sie unabhängig von einer Partnerschaft erreichen möchte. Die Wünsche zum Erreichen des Ideal-Selbst können sich zum Beispiel so äußern: Du oder dein*e Partner*in möchte eine neue Sprache oder eine neue Sportart lernen. Sie*er möchte gesünder essen, mit dem Rauchen aufhören, ein Studium nachholen, einen tollen Job im Ausland annehmen.

Genau um diese Unterstützung bei solchen positiven Veränderungswünschen geht es. Wir selbst können unser*e Partner*in (unterbewusst oder bewusst) dazu bringen die beste Version ihrer*seiner selbst zu sein und umgekehrt.

In der Studie wurden die Teilnehmer*innen gefragt, wie zufrieden sie mit ihrer Beziehung sind, aber auch wie nahe sie sich ihrem eigenen Ideal-Selbst fühlen. Diejenigen, die sagten, dass sie sich ihrem Ideal-Selbst am nächsten fühlen, führten auch die glücklicheren Beziehungen. In anderen Worten: Die Teilnehmer*innen, denen es gelungen ist sich zu entwickeln, waren zufriedener mit ihrer Beziehung.

Auch der bekannte Spruch "Du machst mich zu einem besseren Menschen" fasst den Kern des Michelangelo-Beziehungsphänomens ganz gut zusammen. Denn fühlen wir uns in unserer Beziehung geborgen und glücklich, sind wir inspiriert die beste Version unserer selbst zu sein und andersrum.

Denn stell' dir vor du müsstest immer deine Wünsche hintanstellen oder vermeidest ganz sie dir zu erfüllen, weil du Angst hast deine Beziehung zu gefährden. Oder du hast das Gefühl, deine Bedürfnisse werden erst gar nicht gehört. Was passiert ist, dass du dich nicht nur von deinem persönlichen Ideal-Selbst entfernst, du würdest auch eine solche Partnerschaft nicht lange führen wollen.

Ganz nebenbei nennt sich dieses Phänomen "Manhattan-Effekt" und ist das psychologische Gegenpol zum Michelangelo-Effekt. Dabei hindert ein Part den anderen sich weiterzuentwickeln, weil die tolle Gelegenheit auch eine Herausforderung für die Partnerschaft darstellen könnte. Das Michelangelo-Phänomen beschreibt also gegenseitige Bestärkung, das Wachsen an Herausforderungen und Aufgaben. Es geht nicht darum, die*den Partner*in in irgendeiner Weise zu zwingen oder zu verbiegen.

Wie du konstruktive Kritik an deiner*m Partner*in äußerst, liest du hier.

Die 7 wichtigsten Anzeichen, dass ihr eine "Michelangelo-Beziehung" führt

Wir stellen fest: In einer glücklichen Beziehung geht es nicht nur um gemeinsame Werte, Vertrauen, Liebe und Treue, sondern auch darum sich gegenseitig zu unterstützen und sich (gemeinsam) zu entwickeln. Du möchtest herausfinden, ob auch du ein*e Michelangelo bist? Diese Anzeichen deuten darauf hin.

  • Ihr hört einander an, kommuniziert Bedürfnisse und Probleme. Ihr streitet konstruktiv.

  • Ihr ermutigt aneinander und gebt euch Halt. Zum Beispiel wenn eine*n von euch Selbstzweifel plagen.

  • Ihr seid bereit einander Gefallen zu tun. Schließlich wollt ihr, dass es der*dem anderen gut geht..

  • Die Kinder müssen abgeholt werden oder der Haushalt gemacht. Ihr seid bereit euch bei Stress den Rücken freizuhalten.

  • Ihr akzeptiert einander. Zum Beispiel, wenn eine*r von euch Freiraum oder Nähe braucht.

  • Ihr seid aufmerksam und schätzt einander.

  • Und das Wichtigste Anzeichen: Ihr wollt beide, dass die*der andere glücklich ist.

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