Erste Hilfe

Eisenhut: Giftige Pflanze mit tödlicher Wirkung

Eisenhut ist giftig. So giftig sogar, dass seine Wirkung tödlich sein kein. Was du über die Pflanze wissen solltest.

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Der giftige Eisenhut ist eine Pflanze, die eigentlich sehr unscheinbar aussieht. Doch ihr Gift ist tückisch und eine Vergiftung hat schwerwiegende Folgen bis hin zum Tod. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, mit welchen Pflanzen er verwechselt werden kann und was du mit Erste-Hilfe-Maßnahmen noch etwas gegen die Giftwirkung machen kannst.

Eisenhut: Giftig und potenziell tödlich

Der Eisenhut ist giftig, und zwar so sehr, dass er zu den giftigsten Pflanzen in Europa gehört. Die Pflanzen gehören zur Gattung Aconitum, die wiederum zu den sogenannten Hahnenfußgewächsen gehören. Am häufigsten bei uns anzutreffen sind der Blaue Eisenhut (Aconitum napellus), der Bunte Eisenhut (Aconitum variegatum) und der Wolfs-Eisenhut oder Gelbe Eisenhut (Aconitum lycoctonum).

Daneben gibt es bspw. noch den Rispigen Eisenhut (Aconitum degenii paniculatum), der in Süddeutschland vorkommt, sowie den Faltenstirnigen Eisenhut (Aconitum plicatum), der v.a. in den östlichen Mittelgebirgen und im Bayerischen Wald beheimatet ist.

Der Name "Eisenhut" leitet sich von der Form der Blüten ab, die aussehen wir ein alter Ritterhelm. Der Blaue Eisenhut und seine toxischen Verwandten enthalten eine Vielzahl an Giften, die in allen Teilen der Giftpflanze vorkommen. Es handelt sich dabei um sogenannte Diterpen-Alkaloide. Besonders hervorzuheben ist das Aconitin, das in allen Pflanzen enthalten ist. Es wird über den Verdauungstrakt, aber auch über die Haut und die Schleimhäute aufgenommen. Dabei ist es unerheblich, ob die Haut Verletzungen hat oder nicht.

Wunderschön & tödlich: Eisenhut ist giftig. (Themenbild)
Wunderschön & tödlich: Eisenhut ist giftig. (Themenbild) Foto: Razvan/iStock

Die verschiedenen Farben im Namen rühren von den Blüten, die meist eine ähnliche Farbe haben. Blauer Eisenhut hat also blaue Blüten, Gelber Eisenhut hingegen gelbe Blüten usw. Allerdings ist der Name nicht immer ganz eindeutig. So kommt Blauer Eisenhut nicht nur in Blau vor, sondern wird auch mit weißen Blüten verkauft.

Das Gift des Blauen Eisenhutes wurde früher gerne als Pfeilgift oder zum Ermorden von unliebsamen Mitmenschen benutzt, denn die tödliche Dosis des Giftes Aconitin liegt bei lediglich 2-6 mg für eine erwachsene Person. Eine mit Eisenhut ermordete Person soll bspw. der römische Kaiser Claudius gewesen sein, auch wenn das heute von der Forschung eher als Legende gesehen wird.

Ziemlich real sind hingegen echte Notfälle, die durch den Verzehr von Aconitum napellus & Co. im Garten entstanden sind. Blauer Eisenhut und andere Pflanzen der Gattung sorgten laut Giftinformationszentrum allein beim Giftnotruf Erfurt für 5 Notfälle zwischen 2007 und 2016.

Eisenhut-Wirkung: Anzeichen einer Vergiftung und Erste Hilfe

Wenn du oder jemand in deinem Umfeld eine Vergiftung durch Blauen Eisenhut oder eine verwandte Pflanze bekommt, ist die Frage, was du nun noch tun kannst. Zum Glück bedeutet eine Vergiftung nicht direkt, dass die Person stirbt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt in seiner App folgende Eisenhut-Wirkung für den Fall an:

  • nach Mundkontakt: Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl

  • nach Verschlucken: Übelkeit, Erbrechen, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen

Das Erbrechen kann andauernd sein, zudem kann Durchfall als Symptom hinzukommen. Weitere Merkmale einer Vergiftung mit Aconitin durch Aconitum napellus & Co. sind unter anderem ein verlangsamter Herzschlag und bei Augenkontakt ein leichtes bis starkes Brennen der Augen.

Wie sieht also die Erste Hilfe bei einer Eisenhut-Vergiftung aus? Da eine Exposition mit Aconitin und den anderen Diterpen-Alkaloiden der Aconitum-Gewächse nicht zwangsläufig tödlich ist, gibt es einige Empfehlungen des BfR in der App:

  1. Pflanzenreste aus dem Mund entfernen.

  2. Bei Verschlucken: 1 Glas Wasser bzw. Saft oder 1 Tasse Tee trinken. Sofort Giftnotruf wählen.

  3. Nach Augenkontakt: 5 Minuten ausgiebig mit Wasser spülen, bei starkem Brennen 10 Minuten.

  4. Nach Hautkontakt: Mit Wasser oder Seifenlauge 5 Minuten ausgiebig spülen.

Wenn der Giftnotruf nicht erreichbar ist, der Verdacht auf Verschlucken einer größeren Menge der Pflanze besteht oder Symptome einer Eisenhut-Vergiftung auftreten, sollte sofort der Notruf gewählt werden.

Eine hilfreiche App, die bei Erster Hilfe unterstützt und wirksame Tipps für Probleme mit Giftpflanzen und anderen Giftstoffen bietet, ist die BfR-App. Sie richtet sich in erster Linie an Eltern, kann aber auch von allen anderen Personen herangezogen werden, um im Falle eines Zwischenfalls schnell Informationen und den Giftnotruf für deinen Aufenthaltsort parat zu haben. Die BfR-App gibt es für Android-Smartphones im Google Play Store und für iPhones im App Store von Apple.

Blauer Eisenhut & Co.: Verwechslungsgefahr mit diesen Pflanzen

Der Blaue Eisenhut wächst mitunter auch im Garten und es kann leicht zur Verwechslung mit anderen Pflanzen kommen, die vielleicht gar nicht giftig sind. Damit dir das nicht aus Versehen passiert und du die Giftpflanze anfasst, haben wir dir eine Liste der häufigsten Verwechslungen mit Eisenhut aufgestellt.

Diese Pflanzen sehen Blauem Eisenhut & Co. ähnlich - zumindest in der Blattform:

  • Beifuß: haarige Blattunterseite, leicht silbrige Blätter, starker Geruch

  • Blattpetersilie

  • Borretsch

  • Echter Beinwell

  • Echter Salbei: typischer Salbeigeruch geht von der Pflanze aus, haarige Blätter

  • Süßlupine

  • Wermut: grau-silbrige Blätter

Das Problem dabei ist, dass viele dieser Gewächse nicht nur im Garten vorkommen, sondern auch Anwendung in der Küche finden und daher die Verwechslung zur Gefahr werden kann.

Sofern der Eisenhut also noch keine Blüten hat und eine bestimmte Pflanze aus dem Garten oder der Natur Anwendung in der Küche finden soll, solltest du genau hinschauen, Handschuhe und ein Pflanzenbestimmungsbuch verwenden. Es ist ebenso hilfreich, wenn du dir die Standorte des Eisenhuts merkst und im Zweifel lieber auf den Verzehr verzichtest.

Artikelbild und Social Media: Razvan/iStock

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