Asbest in Spielzeug

Häufige Asbest-Rückrufe: Daran können Eltern die Gefahr erkennen

Diese Experten-Tipps helfen Eltern mögliche Risiken zu verringern und ihre Kinder vor belasteten Produkten zu schützen.

Ein Makrofoto zeigt Fasern des Minerals Chrysotil Asbest, die mit einer Pinzette aus dem Wirtsgestein entnommen wurden.
Die krebserregenden Asbestfasern können leicht eingeatmet werden. Das Tückische: Die gesundheitlichen Folgen treten oft Jahrzehnte später auf. Foto: Symbolbild: Alexey Emelyanov
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In jüngster Zeit wurden vermehrt Spielzeug und andere Kinderprodukte wegen des Verdachts auf Asbestbelastung zurückgerufen. Große Discounter wie ALDI und Action riefen Spielzeugfiguren zurück. Zudem wurde der krebserregende Stoff gleich in mehreren Spielsandprodukten gefunden. Das verunsichert viele Eltern und lässt die Frage aufkommen, woran sich sichere Produkte von möglichem Risiko-Spielzeug unterscheiden lassen. Wir haben die wichtigsten Expert*innen-Tipps.

Wie kommt mit Asbest belastetes Spielzeug in die EU?

Obwohl in der Europäischen Union strenge Vorschriften für Spielzeug gelten, gelangen trotzdem immer wieder Produkte auf den Markt, die nicht alle Sicherheitsstandards erfüllen. Besonders im Onlinehandel gestaltet sich die Kontrolle dieser Waren schwierig. Das liegt daran, dass viele Spielzeuge in Ländern außerhalb der EU produziert werden.

Deshalb rät Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen gegenüber der „Bild-Zeitung“ sogar „davon ab, Kindern Spielsand, Bastelsand und Montessori-Sandspieltische aus China zum Spielen zu geben. Auch bei buntem Deko-Sand aus China, etwa zum Befüllen von Vasen, sollten Erwachsene vorsichtig sein.“

„Importeure lassen sich nicht immer eindeutig identifizieren“

Auch Steven Baumgärtner, der sich seit über 30 Jahren mit internationalen Lieferketten und Produktsicherheit beschäftigt, sagt gegenüber dem „t-online“-Magazin, der globale Onlinehandel erschwere die Kontrollen. „Beim Direktversand aus China lässt sich der verantwortliche Importeur nicht immer eindeutig identifizieren“, erklärt der Experte und Gründer des Werbeartikelhandels cyber-Wear. Damit entstehe eine „Grauzone bei der Verantwortung.“

Hinzu kommt, dass Produzent*innen ihre Produkte falsch deklarieren oder Inhaltsstoffe verschweigen könnten, sei es absichtlich oder aus Unwissenheit. Trotz EU-weiten Standards schaffen es manche Risiko-Produkte so auf den europäischen Markt.

Trotzdem betont das Institut Fresenius, dass es sich im Fall des Spielzeugsandes „nach derzeitigem Kenntnisstand nicht um eine bewusste Beimischung handelt. Vielmehr wird von sogenanntem geogenem Asbest ausgegangen, also natürlich vorkommenden Fasern im Ausgangsgestein.“

Daran können Eltern mögliche Gefahren erkennen

Laut Baumgärtner können Eltern auf folgende Dinge achten, um das Risiko beim Spielzeugkauf so gering wie möglich zu halten.

  • Zunächst lohne sich ein Blick auf die Altersangabe. Sie beruht auf gründlichen Sicherheitsprüfungen, etwa in Bezug auf verschluckbare Kleinteile, und stellt weit mehr dar als eine bloße Empfehlung.

  • Ebenso sollten die Kennzeichnungen auf der Verpackung oder dem Produkt sorgfältig geprüft werden. Das CE-Zeichen (Anm. d. Red. „Conformité Européenne“, deu. „Europäische Konformität“) , Angaben zum Hersteller oder Importeur sowie Warnhinweise müssen gut lesbar sein. Fehlen diese Informationen vollständig, sei das ein Warnzeichen.

  • „Etablierte Händler“ und „bekannte Marken“ unterliegen in der Regel strengeren Prüf- und Kontrollverfahren als No-Name-Produkte mit unbekannter Herkunft.

  • Wirkt die Verarbeitung minderwertig, ist sie das häufig auch, erklärt Baumgärtner. Lockere Teile, scharfe Kanten oder ein starker chemischer Geruch seien ernstzunehmende Hinweise auf mögliche Qualitätsmängel.

Quellen