Interview

„Ich bin zu 1000 Prozent ich“: Laura Abla über Authentizität, das Label „Spielerfrau“ & ihre Liebe

Im Interview spricht Laura „Abla“ Schmitt über die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem, über den Umgang mit Hass im Netz sowie über ihre Beziehung zu Fußballspieler Dani Olmo.

Laura Abla
Laura Abla beim Amex ON: FLUX Event in Berlin, wo Wunderweib-Redakteurin Julia sie zum Interview getroffen hat. Foto: American Express / Alex de Brabant
Auf Pinterest merken

Laura Abla, die eigentlich Laura Schmitt heißt, bewegt sich als Content Creator, Model und Podcasterin zwischen Fashion, Beauty, Kunst und Kultur. Auf Social Media zeigt sie sich nahbar und selbstironisch, ohne dabei alles von sich preiszugeben. „Ich bin lustiger, als ich aussehe", steht in ihrer Instagram-Bio. Doch wie viel Privates gehört eigentlich ins Netz, wie geht man mit Hass um, und wie lebt es sich als Partnerin eines Profifußballers zwischen zwei öffentlichen Karrieren?

Beim Berliner Kunst-Event AMEX ON: FLUX von American Express haben wir Laura (27) zum Interview getroffen – zwischen immersiven Installationen und dem Gespräch darüber, wie ihre Generation Kreativität und Inspiration heute neu denkt. Sie erzählt, wie sie vom Agenturjob zur Vollzeit-Creatorin wurde, warum sie sich einen privaten Rückzugsort bewahrt und was ihre Beziehung zu Fußballspieler Dani Olmo für sie so besonders macht.

Wann hast du gemerkt, dass Social Media mehr als nur ein Hobby ist und wieso hast du dich dafür entschieden, Vollzeit-Creatorin zu werden?

Ich habe vorher Vollzeit in einer Agentur gearbeitet und ab dem Moment, in dem ich bei beiden Sachen nicht mehr ganz bei der Sache war, wusste ich, ich muss mich entscheiden. Und ich dachte: „No risk, no fun" – ich probiere jetzt mal was aus, was nur für mich selbst ist und natürlich für meine Audience. Da habe ich dann entschieden, einfach mal auszuprobieren und zu gucken, was passiert. Und jetzt sind wir hier.

In deiner Instagram-Bio steht „Ich bin lustiger, als ich aussehe". Wie viel von der echten Laura sehen deine Follower wirklich? Wo ziehst du die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem? 

Ich würde ganz selbstbewusst von mir selbst sagen, dass ich 100 Prozent echt bin. Das, was ich im Internet präsentiere, bin 100 Prozent ich. Aber es ist natürlich nicht 100 Prozent von mir. Ich kann gar nicht einschätzen, wie viel es von mir ist, aber mir ist es schon wichtig, dass ich noch einen kleinen Teil privat lasse – einfach damit ich etwas habe, das mir keiner wegnehmen kann und das auch keiner beurteilen kann.

Wie ist es, als „Spielerfrau" wahrgenommen zu werden – ein Label, mit dem du nicht zwangsläufig identifiziert werden möchtest? 

Den Titel Spielerfrau an sich finde ich gar nicht schlimm, weil ich bin ja eine Spielerfrau – ich bin die Partnerin eines Spielers. Und das finde ich gar nicht schlimm. Ich finde daran nur schlimm, wenn das negativ deklariert ist, wenn es als Beleidigung gemeint wird. Erstens finde ich nicht, dass es irgendeinen negativen Aspekt mit sich bringt, und zweitens mache ich so viel mehr – und was die ja damit sagen wollen, ist, dass ich nichts anderes mache. Ich mache aber so viel mehr, auf das ich echt stolz bin. In dem Kontext stört es mich schon, dass ich so betitelt werde. Aber sonst finde ich die Bezeichnung an sich gar nicht schlimm.

Du äußertest die Befürchtung, erneut zum Ziel von digitalem Hass zu werden – wie schützt du deine mentale Gesundheit? 

Ich nehme mich selbst gar nicht so ernst – im Internet vor allem nicht. Und ich glaube, dann versuche ich auch, das nicht so ernst zu nehmen. Weil es im Endeffekt jeder, mit dem ich persönlich spreche, verstehen kann. Dementsprechend versuche ich, es erst gar nicht zu lesen oder mit Humor – ein bisschen mit einem Augenzwinkern – zu lesen und auch für mich zu nutzen.

Du hast deine Beziehung mit Dani einmal als deine „erste gesunde Beziehung" beschrieben und hältst sie hauptsächlich privat – was macht diese Beziehung für dich so besonders? 

Ich bin zu 1000 Prozent ich. Ich kann zu 1000 Prozent ich sein, egal wie verrückt meine Träume oder meine Ziele sind. Und ich habe ganz viel Raum für mich selbst und darf mich als Priorität sehen, ohne dass es so wirkt, als würde ich den Fokus verlieren. Und das ist, würde ich sagen, sehr gesund.

Wie schafft ihr es als Paar, eure beiden öffentlichen Karrieren und das Privatleben auszubalancieren? 

Zuhause sind wir beide keine Personen des öffentlichen Lebens. Also wir sind nicht der Fußballer und die Influencerin. Das ist uns auch beiden sehr, sehr wichtig, dass wir zuhause einfach wir sind. Dementsprechend ist es gar nicht so schwer, wie man es sich vorstellt. Weil wir das einfach, sobald wir durch die Tür gehen, beide ablegen.

Du bist vor einigen Jahren nach Barcelona gezogen, eine Stadt voller Kunst – von Gaudí bis zu lebendigen Galerien. Hat die Stadt deinen Blick auf Kunst und Kultur verändert? 

Voll. Es gibt so viel Kunstgeschichte in Barcelona, es gibt so viel zu sehen und zu entdecken. Und man kann so viel lernen. Und gerade in meiner Anfangszeit in Barcelona hatte ich ja quasi gar keinen richtigen Alltag. Das bedeutet, Kunst und Kultur war mein Tag wie ich den irgendwie füllen konnte und was ich zu tun hatte. Dementsprechend ist da einfach eine Neugier daraus entstanden, die ich bis heute immer versuche, jedem näherzubringen. Wir müssen alle mehr Kultur machen. Barcelona hat mich schon dahingehend weiterentwickelt, würde ich sagen.

Gibt es Künstler:innen, Musik oder kulturelle Erlebnisse, die dich aktuell inspirieren? 

Ich versuche gerade tatsächlich – auch weil wir natürlich hier bei Amex ON sind – mich ein bisschen mehr mit dieser Tech-Kunst auseinanderzusetzen, mit dieser Immersive Art. Weil ich finde, diese Technik als Tool zu nutzen und mit der Zeit zu gehen, ist total faszinierend. Und ich bin leider überhaupt kein Technik-Guru. Deswegen ist es, finde ich, etwas ganz Besonderes, und da lese ich mich gerade immer mehr ein und gucke mir immer mehr an. 

Danke für das Gespräch, Laura!