Kinder schützen

Laut Verbraucherzentrale: So vermeidest du Schadstoffe im Kinderzimmer und deinem Zuhause

In Möbeln, Wänden und Böden befinden sich oft Schadstoffe, die für Kinder ungesund sind. Damit du diese vermeiden kannst, findest du hier alles, was du über giftige Stoffe im Kinderzimmer und eurem Zuhause wissen musst!

Mädchen sitzt im Kinderzimmer auf ihrem Bett und weint mit einer Decke vor dem Gesicht.
Wenn du auf bestimmte Dinge achtest, kannst du Schadstoffe in deinem Zuhause vermeiden Foto: iStock / ozgurcankaya
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Die eigenen vier Wände sollten für jedes Kind Schutz und Sicherheit bieten. Insbesondere im Kinderzimmer verbringen die Kleinen beim Spielen und Schlafen viel Zeit. Beim gestalten des Kinderzimmers geben sich Eltern deswegen meist besonders viel Mühe. Doch gerade hier können Schadstoffe, die von Möbeln, Wänden und Böden in die Luft abgegeben werden, eine Gefahr darstellen. Werden diese eingeatmet oder anderweitig aufgenommen, kann es bei Kindern zu gesundheitlichen Schäden kommen. Denn ihr Körper kann solche Stoffe noch nicht so gut filtern wie der von Erwachsenen. Aus diesem Grund gibt es Einiges, auf das du achten solltest, wenn du euer Zuhause einrichtest, renovierst oder putzt. Die Verbraucherzentrale hat einen Leitfaden erstellt, der dabei hilft, herauszufinden, auf welche Siegel du achten solltest und welche Stoffe besonders gesundheitsgefährdend sind.

Die Grundlagen für ein gesundes Zuhause laut Verbraucherzentrale

Ob du gerade umziehst oder schon lange in deinen vier Wänden wohnst – um dein Kind zu schützen, gibt es einige Grundlagen, die eingehalten werden sollen. So sollte auf keinen Fall drinnen geraucht werden, weder Zigaretten noch Vapes oder andere Verdampfer. Diese belasten Kinder stark. Auch bei Kaminen ist Vorsicht geboten und Rauch sollte nicht in den Wohnraum gelangen. Staub sollte regelmäßig entfernt werden, da sich hier Schadstoffe ansammeln können. Tägliches Stoßlüften sorgt außerdem für ein gesundes Raumklima.

Schadstoffe vermeiden: Farben und Tapeten mit Bedacht wählen

Wände stellen eine der größten Flächen im Zuhause dar und bieten so auch viel Platz für schädliche Stoffe. Um das Zuhause für dein Kind sicher zu gestalten, solltest du laut Verbraucherzentrale vor allem auf Latexfarben und Vinyltapeten verzichten, weil bei ihnen kein Flüssigkeitsaustausch stattfinden kann und sie meist Kunststoffe sowie Weichmacher enthalten. Diese sammeln sich in der Luft und können gesundheitsschädigend für Kinder sein.

Am besten kaufst du umweltfreundliche Kalk- oder Silikatfarben, welche auch vor gefährlichem Schimmel schützen. Achte außerdem darauf, dass die Farben und Putze auch wirklich für den Innenraum geeignet sind. Bei Tapeten kannst du ebenfalls zu Bio-Produkten greifen. Allgemein lohnt sich außerdem ein Blick auf Umweltsiegel, wie den Blauen Engel.

Auf diese Siegel kannst du laut Verbraucherzentrale beim Kauf von Farben, Putzen und Tapeten achten:

  • Blauer Engel

  • eco-Institut-Label

  • natureplus®

Darauf solltest du bei Böden für einen Haushalt mit Kindern achten

Auch bei den Böden solltest du ein besonderes Augenmerk darauf legen, welche sich für einen Haushalt mit Kindern eignen. Am besten sollten Böden ohne Kleber oder nur mit gesundheitlich unbedenklichen Klebstoffen verlegt werden. Für das Kinderzimmer und andere Räume eignen sich Massivholzparkett, Kork oder Linoleum.

Auch Teppichboden ist sicher, wenn er aus natürlichen Materialien besteht, schadstoffgeprüft ist und nicht-toxische Kleber verwendet werden. Kurzflorige Teppiche eignen sich hier besonders gut, da sie allergikerfreundlich und leicht zu reinigen sind.

Die Verbraucherzentrale rät außerdem zu einem Geruchstest, bei dem der Bodenbelag für 24 Stunden in einem verschlossenen Glas bleibt. Wenn der Geruch sehr chemisch oder unangenehm ist, eignet er sich vermutlich nicht für dein Zuhause.

Diese Stoffe sind laut Verbraucherzentrale nicht sicher für Kinder, wenn du einen Boden oder Teppich bei dir zu Hause verlegst:

  • PVC

  • Klebstoffe

  • Epoxidharze aus Bisphenolen (z.B BPA), Polyurethanharze, Methylmethacrylat-Harze und andere Reaktionsharze

  • Bei Teppichböden: Mottenschutzmittel, PFC und PFAS

  • Bei der Oberflächenbehandlung: Oxime, Lösemittel und Zitrusterpene

Diese Siegel zeichnen sichere Produkte bei Bodenbelag aus:

  • Blauer Engel

  • eco-Institut-Label

  • Das KORK-Logo bei Korböden

  • natureplus®

  • GUT (keine mit chemischen Stoffen, z. B. gegen Motten oder Schmutz, behandelten Teppiche wählen

  • EMICODE®-Siegel EC1PLUS bei Werkstoffen

Darauf solltest du bei Möbeln, Matratzen und Textilien achten

Bei der Einrichtung des Kinderzimmers oder anderen Räumen warnt die Verbraucherzentrale ebenfalls vor bestimmten Stoffen. Beschichtete, neugekaufte Möbel und Matratzen solltest du daher einmal an der frischen Luft ausdünsten lassen. Gerade bei Möbeln lohnt sich auch ein Besuch in Secondhandläden oder Läden für Bio-Möbel, die zum Beispiel aus Massivholz gefertigt sind und nicht mit Kleber oder Lack behandelt wurden.

Wenn die Anschaffung einer neuen Couch, Teppiche oder anderer Textilien ansteht, denk daran, dass deine Kinder auch mit ihnen in Berührung kommen. Viele der Stoffe werden mit bestimmten Chemikalien behandelt, um sie gegen Bakterien, Flecken oder Feuer zu schützen. Auch wenn das verlockend klingt, solltest du lieber darauf verzichten und Textilien wie Bezüge vor der Nutzung unbedingt in der Waschmaschine waschen. Ganz besonders bei Bettwäsche oder Kissen solltest du außerdem biologische Stoffe setzen.

Auf diese Labels solltest du laut Verbraucherzentrale beim Kauf von Möbeln und Matratzen achten:

  • Blauer Engel

  • eco-Institut-Label

  • Das „Goldene M“ Emissionslabel Klasse A,

  • ÖkoControl-empfohlen

  • Bei Matratzen: QUL

Bei Textilien:

  • Global Organic Textile Standard (GOTS),

  • Naturtextil IVN zertifiziert BEST,

  • Oeko-Tex® Standard 100,

  • Oeko-Tex® made in Green

Reinigung und Raumduft: Was du lieber nicht verwenden solltest

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die dabei helfen sollen, dem Wohnraum einen angenehmen Geruch zu verpassen, von ätherischen Ölen über Raumsprays bis hin zu Diffusern. Von ihnen sollte man laut der Verbraucherzentrale aber absehen, auch von natürlichen Düften.

Lieber sollten alle Räume mehrmals täglich gelüftet werden. Das sorgt für Luftaustausch und beugt auch Schimmel vor. Am besten nach dem Aufstehen für fünf bis zehn Minuten im Schlafzimmer das Fenster öffnen und in Wohnräumen zwei bis dreimal am Tag Stoßlüften. In Bad und Küche sollte nach dem Duschen oder wenn beim Kochen Dampf entsteht ebenfalls genügend Luftaustausch stattfinden.

Bei Reinigungsprodukten, Imprägniersprays und anderen chemischen Mitteln wie Polituren oder Antimückensprays gilt: Je natürlicher, desto besser!

Auf Haushaltsprodukte mit diesen Inhaltsstoffen solltest du verzichten, um sicherzustellen, dass sie für ein Zuhause mit Kindern sicher sind:

  • PFAS

  • Lösungsmittel

  • Konservierungsstoffe

  • Duftstoffe (natürlich und synthetisch)

Sicheres Zuhause für Kinder: Wasser testen

Auch wenn in deutschen Städten das Leitungswasser eine gute Qualität hat und im Normalfall bedenkenlos getrunken werden kann, kann es gerade bei Schwangeren oder Haushalten mit Babys sinnvoll sein, das Wasser testen zu lassen. Besonders bei Leitungen, die aus Blei oder Kupfer sind, ist das Wasser für Säuglinge meist nicht geeignet. In Haushalten mit Babys oder Schwangeren können kostenlose Tests durch das örtliche Wasserwerk durchgeführt werden. Alternativ kannst du auch in der Apotheke nach Laboren fragen, die Wasser untersuchen oder selbst mit einem Test-Kit auf Nummer sicher gehen.

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