Viel versprochen, wenig drin: Spezialprodukte für Kinder im Check
Was brauchen Kinder zum Wachsen? Die Antwort ist einfach: Frisches Familienessen statt Extrawurst – das empfiehlt auch die Verbraucherzentrale.
Bunt verpackt, mit Stickern, Sammelfiguren und beliebten Helden – spezielle Kinderprodukte finden sich in jedem Supermarktregal. Doch oft stecken in diesen Fertigprodukten versteckte Zucker oder Salze, die Kinder zum Wachsen gar nicht benötigen. Die Verbraucherzentrale NRW rät deshalb deutlich von solchen Spezialprodukten ab und empfiehlt Eltern stattdessen, auf frische Lebensmittel zu setzen.
Klebe-Tattoos, Heldensticker & Co.: So fängt die Industrie kleine Esser ein
Ob Brotaufstriche, Milchprodukte oder Frühstücks-Cerealien: In fast allen Lebensmittel-Kategorien setzen Hersteller auf spezielle Kinderprodukte. Mit bunten Farben, beliebten Comic-Helden und eingängigen Werbesongs werden diese gezielt beworben. Kinder sind dafür besonders empfänglich – und beeinflussen so oft die Kaufentscheidung ihrer Eltern. Gleichzeitig suggerieren die Verpackungen, dass diese Produkte mit extra Vitaminen und Mineralstoffen besonders wertvoll seien.
Wenig Vorteil, viel Marketing: Gründe gegen extra Kids-Produkte
In den allermeisten Fällen enthalten diese speziellen Lebensmitteln einen hohen Zucker und Salz-Anteil. Aktuell gibt es in Deutschland keine gesetzliche Regelung ungesunde Produkte an Kinder zu vermarkten, obwohl das Sicht der Verbraucherzentrale Bundesverband dringend notwendig wäre. So enhalten beispielsweise Frühstücksflocken für Kinder laut Max-Rubner-Institut fast doppelt so viel Zucker wie Produkte für Erwachsene – im Schnitt 29,2 Gramm. So werden schon die Kleinsten an Süßes gewöhnt.
Gesund und lecker – die besten Tipps für Eltern beim Einkauf
Damit du beim Einkaufen bewusst auswählst und gemeinsam mit deinem Kind den Verlockungen der Supermarktregale widerstehst, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW folgende Tipps:
Behalte den Medienkonsum deines Kindes im Blick. So schützt du es vor verlockender Werbung.
Achte auf die Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen. Sie zeigt dir, wie viel Zucker, Fett und Salz enthalten sind.
Weder Nahrungsergänzungsmittel noch angereicherte Lebensmittel sind für Kinder nötig – eine ausgewogene Familienkost reicht völlig aus.
Schaffe zu Hause eine entspannte Atmosphäre bei den Mahlzeiten. Das unterstützt gesunde Essgewohnheiten von klein auf.
So stärkst du dein Kind mit gesunden Mahlzeiten
Von einem gesunden Frühstück bis zum Abendbrot – das rät die Verbraucherzentrale Eltern beim Umgang mit Kinderlebensmitteln:
Frühstückscerealien: Viele Produkte für Kinder stecken voller Zucker, oft sogar mit mehreren Süßungsvarianten. Für einen süßen Start in den Tag empfehlen Experten stattdessen Müsli mit frischem Obst oder ein Brötchen mit Marmelade oder Honig.
Milch & Milchprodukte: Ob Joghurt, Quark oder bunte Milchmischgetränke: Kindervarianten sind meistens echte Zuckerbomben. Die Experten raten daher, diese Produkte eher als Süßigkeit zu sehen und nur in kleinen Mengen anzubieten. Vorsicht auch bei mit Mineralstoffen (wie Calcium) angereicherten Produkten – hier kann es schnell zu einer Überversorgung an Nährstoffen kommen.
Fleisch, Wurst & Fisch: Diese Lebensmittel müssen nicht täglich auf dem Speiseplan stehen; zudem enthalten sie oft unnötige Vitaminzusätze. Wenn dein Kind gerne Fischstäbchen mag, spricht nichts dagegen – ab und zu! Noch besser ist es aber, auch einmal frischen Fisch anders zuzubereiten.
Fertiggerichte: Sie sind meist teuer und enthalten häufig viel Fett, Zucker und Salz sowie zahlreiche Zusatzstoffe. Muss es mal schnell gehen? Greif lieber zu Vollkornbrot mit Frischkäse und Rohkost oder koche einfache Nudeln mit Tomatensoße aus passierten Tomaten selbst.
Süßwaren & Gebäck: Auch wenn einige Hersteller Vitamine zusetzen: Süßes bleibt Süßes! Klare Regeln helfen: Maximal ein- bis zweimal am Tag eine kleine Portion (eine Kinderhand voll) genießen lassen.
Getränke: Durstlöscher speziell für Kinder bestehen meist aus reichlich Zucker. Am besten bleibt Wasser – ob still oder sprudelnd. Wer’s etwas fruchtiger mag: Eine Schorle aus einem Teil Saft und drei Teilen Wasser ist die ideale Alternative.







