Gesund aufwachsen

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder – unnötig oder sogar riskant?

Dein Kind mag kein Obst und Gemüse? Verständlich, dass du über Nahrungsergänzungsmittel nachdenkst. Doch Experten raten ab – warum das so ist und was wirklich zählt, liest du hier.

Kleiner Junge sitzt vor einigen roten Nahrungsergänzungsmitteln
Brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel? Experten sagen klar Nein. Was wirklich für die Gesundheit deines Kindes zählt, erfährst du hier. Foto: i-Stock/tatyana_tomsickova
Auf Pinterest merken

Dein Kind lässt Gemüse und Obst oft links liegen? Da fragst du dich bestimmt manchmal, ob Nahrungsergänzungsmittel nicht eine sinnvolle Alternative sein könnten. Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Verbraucherzentrale raten davon ab. Warum zusätzliche Vitamine für Kinder meist überflüssig sind und worauf es bei einer gesunden Ernährung für Heranwachsende wirklich ankommt, erfährst du hier.

Eltern können aufatmen: Kinder bekommen genug Nährstoffe

Die gute Nachricht zuerst: Kinder sind in Deutschland insgesamt gut mit Nährstoffen versorgt. Die offiziellen Empfehlungen sind zudem großzügig angesetzt – deshalb besteht auch kein Grund zur Sorge, selbst wenn die empfohlenen Mengen für Vitamine wie Folat und Vitamin D sowie die Mineralstoffe Eisen, Jod und Calcium nicht immer ganz erreicht werden. Die Verbraucherzentrale rät trotzdem von Nahrungsergänzungsmitteln ab und stützt sich dabei auf Ergebnisse der DONALD- und ESKIMO-Studien.

Was steckt eigentlich hinter Nahrungsergänzungsmitteln?

Ob als Dragees, Kaubonbons oder in Form von bunten Gummibärchen mit süßem Geschmack – Nahrungsergänzungsmittel für Kinder gibt es in allen möglichen Varianten und sie gelten rechtlich als Lebensmittel. Das Angebot reicht von zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen bis hin zu Amino- und Fettsäuren. Die Hersteller versprechen oft eine Verbesserung der Denkleistung und Konzentration – doch wissenschaftlich belegt sind diese Aussagen nicht. Fakt ist: Nahrungsergänzungsmittel können allenfalls dazu beitragen, die normalen Körperfunktionen zu unterstützen.

Warum echte Lebensmittel unschlagbar sind

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung – und können einen ungesunden Lebensstil nicht ausgleichen. Vitaminprodukte liefern nur einen Bruchteil der Nährstoffe, die in frischem Obst und Gemüse stecken. Wichtige Bestandteile wie Ballaststoffe fehlen oft ganz. Deshalb gilt: Bunt und frisch essen ist immer die beste Wahl für dein Kind!

Die besten Tipps: Wie bleibt mein Kind fit und gesund?

Bei Folsäure, Eisen, Vitamin D, Jod und Calcium erreichen Kinder zwar nicht immer die empfohlenen Mengen. Mit einer bunten, ausgewogenen Ernährung kannst du den Bedarf deines Kindes aber meist gut abdecken.

  • Folsäure steckt zum Beispiel in grünem Blattgemüse wie Spinat, Feldsalat, Grünkohl oder Brokkoli, aber auch in Hülsenfrüchten und Obst wie Orangen (oder Orangensaft), Erdbeeren, Kiwi oder Mango.

  • Eisen findest du in Haferflocken, Hirse, Linsen, Kichererbsen, Bohnen, grünem Gemüse oder auch in Fleisch, Geflügel und Fisch.

  • Calcium liefern Milchprodukte wie Käse und Joghurt, aber auch Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli oder Fenchel und Nüsse wie Mandeln und Haselnüsse.

  • Jod bekommt dein Kind vor allem über Jodsalz, Milchprodukte, Eier und Seefisch.

Und bei Vitamin D gilt: Raus an die frische Luft! Schon ein paar Minuten Sonne auf Gesicht, Arme und Hände – am besten mittags von März bis Oktober – reichen meist schon aus.

Sicherer Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln bei Kindern

Wenn du deinem Kind die Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzt, braucht es laut BfR keine zusätzlichen Fluoridtabletten mehr. Schon das Verschlucken kleiner Mengen Zahnpasta reicht aus – sonst droht eine Überdosierung.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln in bunten Fruchtgummi- oder Bärchenformen im „Bonbon“-Glas ist Vorsicht geboten: Sie sehen aus wie Süßigkeiten und landen schnell in kleinen Kinderhänden. Auch Sicherheitsverschlüsse bieten meist keinen echten Schutz – so kann es leicht zu einer Überdosierung kommen.

Entscheidest du dich trotzdem für Mikronährstoffe, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), besonders auf die Dosierung und die Inhaltsstoffe zu achten:

  • Vitamin A sollte maximal 200 µg pro Portion enthalten

  • Betacarotin (Provitamin A) am besten ganz meiden

  • Zusätze wie Kupfer, Bor oder Fluorid sind ungeeignet

  • Für Kinder gibt es keine eigenen Höchstmengen – die vorhandenen Empfehlungen gelten erst ab 15 Jahren

Am besten gilt: Inhaltsstoffe genau prüfen und im Zweifel mit dem Kinderarzt sprechen.