GesundheitLeberzirrhose: Alles, was du über die lebensbedrohliche Krankheit wissen musst

Leberzirrhose - für Betroffene ist es eine echte Schockdiagnose. Wir erklären hier, was es bedeutet, wenn das größte Entgiftungsorgan beim Dienst versagt.

leberzirrhose
Völlegefühl und Druck im Bauch sind die ersten Anzeichen der Leberzirrhose
Foto: iStock
Inhalt
  1. Was passiert bei einer Leberzirrhose? 
  2. Leberzirrhose: Das sind die Symptome
  3. Leberzirrhose: Diese Ursachen kann die Krankheit haben
  4. Untersuchungen und Diagnose
  5. Welche Therapieformen gibt es bei der Leberzirrhose?
  6. Prognose und Verlauf der Leberzirrhose

Sie ist das größte Entgiftungsorgan des Menschen; die Leber entzieht dem Blut schädliche Stoffe und produziert Galle, die für die Verdauung benötigt wird. Durch den Ab- und Umbau von Giftstoffen kann das größte aller inneren Organe jedoch Schaden nehmen und zu Lebererkrankungen führen. Die Leberzirrhose ist hierbei das Endstadium anderer chronischer Leberkrankheiten. 

 

Was passiert bei einer Leberzirrhose? 

Der Leberzirrhose gehen andere chronische Leberkrankheiten voraus, die letztlich zu der lebensbedrohlichen Krankheit geführt haben. Bei einer Leberzirrhose sterben funktionale Zellen, die vorher an den Entgiftungsprozessen der Leber beteiligt waren, ab und werden durch vernarbtes Bindegewebe ersetzt. Das vernarbte Gewebe kann die Aufgaben der Leber jedoch nicht mehr übernehmen.

Während die Leber bei einer Leberzirrhose neues Gewebe bildet, verändert sich gleichzeitg auch ihre Form: Sie bildet Höcker, Knoten und wird merklich kleiner, weshalb man auch von einer 'Schrumpfleber' spricht. Eine Leberzirrhose entwickelt sich meist über Jahre bis Jahrzehnte hinweg. Schnelle Verläufe von nur einem Jahr sind sehr untypisch für die Krankheit. In Industrielädern erkranken jährlich pro 100.000 Einwohner 250 Menschen an der Krankheit. Das Verhältnis von Männern zu Frauen liegt hierbei bei 2:1.

 

Leberzirrhose: Das sind die Symptome

Die Leberzirrhose bleibt typischerweise lange Zeit unbemerkt, ehe die ersten Symptome auftreten. Allgemeine Kennzeichen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie ein Druck- und Völlegefühl. Auch Hautveränderungen und hormonelle Störungen sind typische Indizien. Durch den Umbau der Leber wird nur noch ein Teil des Blutes entgiftet. Dadurch verfärben sich Haut und Bindehäute gelb und es treten Störungen der Hirnleistung, des Stoffwechsels und psychische Veränderungen auf. Auch ein gestörter Kohlenhydratstoffwechsel und zu hohe Insulin-Werte sind auffällige Symptome von Leberzirrhosen-Patienten.

Symptome einer Leberzirrhose:

Allgemeine Syptome

  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl, Verstopfungen
  • Gelbsucht
  • Wassereinlagerungen in Bauch und Beinen
  • Kurzatmigkeit
  • Blutungen aus der Nase
  • Krampfadern in der Speiseröhre, im Magen
  • Veränderungen des Stuhls ('Teerstuhl' der von inneren Blutungen verfärbt ist)
  • Abmagerung
  • Leberkrebs
  • Bewusstseinsveränderungen

Hormonelle Veränderungen

  • Menstruationsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Veränderungen des Schlafrhythmus

Hautveränderungen

  • Juckreiz
  • schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln
  • Verlust der Behaarung, vermehrte Gefäßzeichnung im Bauchbereich
  • Weißnägel, Uhrglasnägel
  • Verdickung der Sehnen der Handinnenflächen
  • Rückbildung der Muskulatur, Neigung zu Osteoporose
  • Erweiterung der Hautgefäße
  • gerötete Handballen
  • "Lacklippen, Lackzunge" 
 

Leberzirrhose: Diese Ursachen kann die Krankheit haben

In Europa sind Alkoholmissbrauch und chronische Virushepatitis (vor allem Hepatitis C) die häufigsten Ursachen der Krankheit. In Entwicklungsländern sind vor allem Hepatitiserkrankungen Auslöser der Krankheit. Weitere seltenere Auslöser sind der Umgang mit toxischen Substanzen, Autoimmunhepatitis sowie Tropenkrankheiten. 

 

Untersuchungen und Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Leberzirrhose, etwa, weil man bei sich Hautveränderungen beobachtet hat oder unter Verdauungsproblemen leidet, sollte ein Internist aufgesucht werden. Dieser tastet zunächst den Bauch ab. Ist die Leber verhärtet und die Milz vergrößert, könnte dies auf eine Leberzirrhose hindeuten. 

 

Welche Therapieformen gibt es bei der Leberzirrhose?

Es gibt bislang noch keine Therapie, die die Schäden an der Leber wieder rückgängig machen und die Neubildung des Bindegewebes aufhalten kann. Jedoch kann die weitere Zerstörung der Leber durch eine Behandlung aufgehalten werden.

Liegt eine Leberzirrhose vor, wird auf potenziell toxische Substanzen wie Alkohol und Medikamente verzichtet. Da Patienten häufig mangelernährt sind, muss die Vitaminzufuhr und die Energiezufuhr erhöht werden. Oftmals wird Patienten zusätzliche Trinknahrung verabreicht. Da im Zusammenhang mit Leberzirrhose oftmals Osteoporose auftritt, wird Patienten zusätzliches Calcium verabreicht. 

Akute Symptome, die durch eine Leberzirrhose verursacht wurden, wie zum Beispiel Wassereinlagerungen, können durch die passenden Medikamente ausgeschwemmt werden. Entzündungen im Bauchraum werden mit Antibiotika behandelt. Krampfadern werden in der Therapie verödet. 

Ist die Leberzirrhose schon stark fortgeschritten, kann eine Lebertransplantion helfen. 

 

Prognose und Verlauf der Leberzirrhose

Die Leberzirrhose ist bislang noch nicht heilbar, die Lebenserwartung von Patienten, die an der Krankheit leiden, ist deutlich verkürzt. Ein Verzicht auf Alkohol kann den Verlauf der Krankheit jedoch positiv beeinflussen. Die häufigsten Todesursachen im Zusammenhang mit Leberzirrhose sind Leberversagen, Blutungen aus Krampfadern im Magen- und Speiseröhrenbereich sowie Leberkrebs

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