Gewalt in der KindheitNeue Studie: Wer als Kind geschlagen wurde, neigt später eher zu Gewalt

Kinder, die Gewalt erfahren haben, werden als Erwachsene mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit auch gewalttätig. Dies ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie.

Für die von einem Team der Universität Texas durchgeführte Studie wurden insgesamt 750 junge Erwachsene im Alter von durchschnittlich 20 Jahren befragt. Knapp 70 Prozent der Untersuchungsteilnehmer gaben an, als Kinder körperliche Gewalt erfahren zu haben.

Die Forscher der Universität Texas ermittelten einen Zusammenhang zwischen Gewalterfahrungen in der Kindheit und der Ausübung von Gewalt als Erwachsener. Ihr Ergebnis: Wer als Kind geschlagen wurde tendiert als Erwachsener eher dazu, selbst Gewalt auszuüben. Übrigens ergaben weitere Befragungen, dass fast 20 Prozent Studienteilnehmer in späteren Beziehungen ebenfalls Opfer von Gewalt wurden. 

Auch Professorin Julie Ma kam im Rahmen unterschiedlicher Studien zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen Schlägen auf den Po und einer Steigerung der Aggressivität bei Kindern besteht. Im Rahmen ihrer aktuellsten Untersuchung hatten Poschläge, auch wenn dieses nur ein- oder zweimal im Rahmen des vergangenen Jahres von Eltern als Strafe eingesetzt wurden, eine direkte Auswirkung auf die Gewaltbereitschaft des betroffenen Kindes. In einem Interview mit der Universität Michigan-Flint sagte Julie Ma: "Wenn Eltern ihre Kinder schlagen, um sie zu disziplinieren, bringen sie ihnen unabsichtlich bei, dass Schläge eine akzeptable Reaktion auf das Fehlverhalten anderer sind."

Zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt auch noch eine andere Studie der Universität in Texas, die bereits im April 2016 veröffentlicht wurde. Für diese Analyse wurden die Daten aus über 50 Jahren Forschung und von insgesamt 160.000 Kindern berücksichtigt. Dem Ergebnis der Unterschung zufolge neigen Kindern, die geschlagen wurden, als Erwachsene eher dazu, ihre eigenen Kinder auch zu schlagen. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit für psychische Erkrankungen und antisoziales Verhalten weiter an, je öfter diese Personen als Kinder Gewalt ausgesetzt waren. 

All diese Untersuchungen zeigen, dass Gewalt niemals als Bestrafungsmittel eingesetzt werden darf. Dies regelt in Deutschland glücklicherweise seit 2000 auch das Gesetz. Im Bundesgesetzbuch Absatz 2 Paragraph 1631 steht: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."

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(ww8)

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