Potenzieller AllergieauslöserParabene-Ersatzstoff in Pflegeprodukten gefährlicher als der Wirkstoff selbst?

Wer zum Schutz seiner Gesundheit auf Shampoos und Cremes ohne Parabene zurückgreift, könnte genau das Gegenteil bewirken: Ein Ersatsstoff für das Konservierungsmittel ist ein gefährlicher Allergieauslöser.

Inhalt
  1. Parabene-Ersatzstoff ist gesundheitsschädlich
  2. 500.000 Menschen erkrankt
  3. MI-Allergie bleibt ein Leben lang

Pflegeprodukte ohne Parabene sind schon lange DER Werbeslogan der Kosmetikindustrie, um gesundheitsbewusste Abnehmer zu ködern. Tatsächlich sollen Parabene hormonell wirksam sein und in einer hohen Konzentration in den menschlichen Organismus eingreifen können. Wer bisher zum Schutz seiner Gesundheit auf parabenfreie Shampoos und Cremes zurückgegriffen hat, könnte jedoch genau das Gegenteil bewirkt haben: Ein Ersatzstoff für das Konservierungsmittel ist ein starker Allergieauslöser.

 

Parabene-Ersatzstoff ist gesundheitsschädlich

Axel Schnuch, langjähriger Leiter des Imformationsverbundes Dermatologlischer Kliniken (IVDK), bestätigte im Interview mit dem "Spiegel": "Die Kampagnen haben dazu geführt, dass die angeblich schädlichen Parabene ausgetauscht und dafür tatsächlich problematische Stoffe verwendet wurden." Viele Hersteller haben ihre Pflegeprodukte statt mit Parabenen ab dem Zeitpunkt mit Methylisothiazolinon (MI) haltbar gemacht. Der Ersatzstoff steht in Verruf, sehr leicht Allergien verursachen zu können. Die Haut kann auf MI sehr sensibel reagieren. Gelangt der Allergieauslöser durch eine Creme auf die Haut, kann er Hautekzeme mit starkem Juckreiz verursachen. Die allergische Reaktion erfolgt immer wieder beim Kontakt mit MI.

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500.000 Menschen erkrankt

Welch ein starker Allergieauslöser die Alternative zu Parabenen ist, beweisen die Zahlen: Der IVDK geht davon aus, dass zwischen 2010 und 2014 etwa 500.000 Menschen eine MI-Allergie entwickelt haben.

2015 wurde dann reagiert: Ein bestimmtes MI-haltiges Gemisch wurde als Konservierungsstoff in Pflegeprodukten europaweit verboten. Seit 2017 ist die Verwendung von Methylisothiazolinon komplett in Produkten verboten, die nicht abwaschbar sind, wie beispielsweise in Cremes. In abwaschbaren Waren, wie Shampoos, ist die Verwendung von MI jedoch noch erlaubt, allerdings nur noch in einer Konzentration von 0,01 Prozent.

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MI-Allergie bleibt ein Leben lang

Trotzdem ist die Gefahr dadurch nicht gebannt: Wer einmal in seinem Leben eine Allergie gegen den Parabene-Ersatzstoff entwickelt hat, leidet sein Leben lang darunter. Da das Konservierungsmittel nach wie vor in anderen Produkten, wie zum Beispiel Wandfarbe, verwendet wird, kann die Allergie durch den Kontakt immer wieder ausgelöst werden.

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