Mama-BlogRaus aus dem Tief: Endlich wieder mehr Zeit für dich als Mama

Verzweifelte Mütter: Ich schaffe das nicht mehr! Wie du dich vor dem Mutter-Burnout schützen kannst und wieder Zeit für dich bekommst - eine Mutter erzählt.

Vor 3 Jahren litt Silke Brandt, Mutter von zwei Kindern, unter einem Mutter-Burnout – ihre psychische Krise schildert sie hier: Tabu-Thema Mama-Burnout. Ihren Weg heraus schildert sie jetzt für die Leserinnen von Wunderweib in 12 Schritten:

Schritt 1: Warum Stress Mütter depressiv machen kann
Schritt 2: Warum so viele Mütter glauben, dass sie keine gute Mutter sind
Schritt 3: Wütende Mama - 3 Tipps für den Umgang mit dominanten Gefühlen

Bei Schritt 4 geht es darum sich als Mama wieder mehr Zeit einzuräumen:

 

Verzweifelte Mütter: Ich schaffe das nicht mehr!

Es gab eine Zeit, da bin ich morgens früh aufgestanden, rannte den ganzen Tag nur hin und her. Abends bin ich dann total erschöpft auf das Sofa gefallen und hab mich gefragt: „Was habe ich eigentlich den ganzen Tag gemacht?“

Die meisten Dinge die ich damals tat, liefen vollkommen automatisch ab und währenddessen war ich bereits dabei gedanklich die nächste Aufgabe zu planen. War ich jedoch dann bei dieser Aufgabe, war ich gedanklich schon wieder bei der nächsten und im Anschluss wieder bei der nächsten. Kein Wunder, dass ich mich abends total abgehetzt und ausgelaugt fühlte. Das letzte Rest Lebensenergie und Fröhlichkeit sind beim zu Bett bringen der Kinder auf der Strecke geblieben. 

Vielleicht kennst du ja das Gefühl abends nicht ins Bett zu wollen, weil du nicht so recht weißt, ob du es schaffst morgens wieder aufzustehen, um einen ähnlichen Tagesablauf erneut durchzustehen?

Raus aus dem Mutter-Burnout: Wie du als Mama Zeit für dich gewinnen kannst.
Raus aus dem Mutter-Burnout: Wie du als Mama Zeit für dich gewinnen kannst.
Foto: iStock

Ich war so damit beschäftigt, alle möglichen Dinge für andere zu tun, für die Kinder, den Partner, den Arbeitgeber, dass ich mich selbst dabei komplett vergessen habe. An Zeit für mich, Zeit zum echten, tiefen Entspannen oder Zeit zum Genießen war nicht zu denken. Abgesehen davon, dass ich gar nicht wusste woher ich die Zeit dafür nehmen sollte, war ich im Grunde auch nicht mehr fähig zu echter tiefer Entspannung oder zum Genießen.

 

Wie bringst du wieder mehr Zeit und Energie in dein Leben?

Natürlich war es ein langer Weg, bis ich es aus diesem Tief herausgeschafft habe, doch alles begann damit, den ersten Schritt zu gehen und nicht zu stoppen, sondern weitere Schritte zu machen! Und bei diesen ersten Schritten möchte ich dir jetzt helfen. Es gab einige wichtige Rituale, die mir dabei geholfen haben wieder mehr Zeit und Energie in mein Leben zu bringen. Es sind Dinge, die ich auch heute noch jeden Tag praktiziere und durch die ich mehr Zeit für mich habe. Heute möchte ich sie dir vorstellen. Und keine Sorge: Sie sind sehr einfach!

1) Werde dir deiner Situation bewusst

Mache dir wirklich und ehrlich klar, wie es dir geht und was passieren wird, wenn du so weitermachst. Ich selbst habe meine Situation über Jahre ganz gekonnt kaschiert, sogar mir selbst gegenüber. Es ist so einfach sich selbst Geschichten zu erzählen, die die wahren Gefühle verdrängen. Oder eine Maske aufzuziehen, sich selbst und anderen gegenüber, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, dass es so nicht weitergehen kann. 

Sei ehrlich mit dir selbst! Gerade dann, wenn es auch mal weh tut, sich etwas einzugestehen! Es ist der wahre erste Schritt, auch dann, wenn du das Ziel hast dir mehr Zeit für dich einzugestehen.

2) Mache Mini-Pausen 

Baue in deinem Alltag immer wieder ganz bewusste Mini-Pausen ein.

  • Das kann sein, wenn du draußen bist und die Sonne scheint. Wie wäre es, wenn du dann einfach 2-3 Minuten die Augen schließt, ganz bewusst die Sonne genießt und so intensiv wie möglich die Wärme in deinem Gesicht spürst? 
     
  • Bleibe noch eine Minute im Badezimmer, atme bewusst in dich hinein, spüre dich und deinen Körper.
     
  • Setze dich abends, wenn die Kinder im Bett sind, ein paar Minuten nach draußen oder ans geöffnete Fenster. Spüre mit allen Sinnen: Den Wind in den Haaren, die Kälte oder Wärme im Gesicht, der Geruch der Luft, das Rascheln der Bäume. Komme dabei ganz bei dir selbst an, alle störenden Gedanken lasse einfach vorbeiziehen.

Sei kreativ: Überlege selbst, wie bei dir solche Mini-Pausen aussehen können, damit du innerhalb kurzer Zeit erfrischt weitermachen kannst. 

3) Achtsam im Alltag

Werde dir deiner Alltags-Tätigkeiten ganz bewusst und spüre sie mit allen Sinnen. Hört sich komisch an – bewirkt aber Wunder! Glaub’s mir!

Hast du dir zum Beispiel schon mal ganz bewusst eine Tasse Tee zubereitet? Dabei bemerkt, wie du den Wasserkocher anfasst? Dann genau wahrgenommen, wie du zum Wasserhahn greifst, ihn aufdrehst und das Wasser in den Wasserkocher laufen lässt? Weißt du, wie sich das Geräusch verändert, wenn der Wasserkocher voller wird? Wie hört es sich an, wenn das Wasser langsam warm wird?

Achte darauf, alle noch so kleinen Tätigkeiten mit großer Genauigkeit und Achtsamkeit zu machen.

Natürlich kann es sein, dass du viele Tassen Tee oder Kaffee brauchst, bis du es schaffst, wirklich in allen Ebenen achtsam bei der Alltags-Tätigkeit zu sein, die du gerade durchführst. Doch du wirst selbst merken, wie schnell du dich dabei entspannen wirst und zu dir selbst zurückfindest.

4) Früher Vogel: Stehe vor allen anderen auf

Ich habe es mir vor einiger Zeit angewöhnt, morgens eine halbe Stunde vor allen anderen aufzustehen. Das Haus ist noch ruhig und es ist eine wundervolle Möglichkeit, um den Körper langsam und in Ruhe wach werden zu lassen und so intensiv bei sich anzukommen.

Du kannst dir selbst überlegen, was dir in dieser halben Stunde besonders gut tut. Vielleicht möchtest du in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken, 10 Minuten meditieren, etwas lesen, dich etwas bewegen oder einfach nur kurz rausgehen und die frische Luft genießen.

Mache in dieser Zeit etwas, das du genießt und dich mit Freude wach werden lässt. Etwas, auf das du dich schon am Vorabend freuen kannst.

5) Sei dir deiner selbst bewusst 

Jeden Abend, sobald die Kinder im Bett sind, setze ich mich in ein ruhiges Zimmer und spüre mindestens 10 Minuten ganz intensiv in mich hinein. Achte auf meinen Atem, lasse alle Gedanken vorbeiziehen und spüre jeden Teil meines Körpers ganz bewusst. 

Am Ende flute ich meinen Körper mit hellem, heilenden Licht und fühle mich danach erfrischt und wach. Es ist eine tolle Möglichkeit, um schnell und intensiv neue Energie zu schöpfen und dabei den eigenen Körper zu spüren und wertzuschätzen.

FAZIT:

Zeit für sich zu haben, ist eine Entscheidung, deine Entscheidung. Dinge zu tun, die dir Freude bereiten und deine Energie-Quellen wieder auffüllen, bringt dir Lebensfreude zurück und wird dazu führen, dass du deinen Kindern gegenüber sehr viel ruhiger und ausgeglichener reagieren wirst.

Mehr von Silke Brandt?

Ihr Wissen über Wege aus dem Mama-Burnout sowie ihre wiedergewonnene Lebensfreude gibt Silke Brandt auf ihrem YouTube-Kanal und ihrer Website www.mama-burnout.com weiter. Silkes Motivation: Frauen auf ihrem Weg aus dem Burnout begleiten, ihnen Mut machen und mit Rat & Tat als Coach zur Seite zu stehen.

Mehr zum Thema:

Was mir hilft, wenn ich als Mama mal wieder völlig am Ende bin

Kategorien: