Mama-BlogWenn Mama wütend wird - 3 Tipps für den Umgang mit dominanten Gefühlen

Endlos wütend als Mama!? Was hilft, wenn die Kinder nur noch zicken und du als Mutter nicht mehr weißt wohin mit dir, vor lauter negativen Gefühlen.

Jede Mutter hat Momente, in denen die Wut sie übermannt.
Jede Mutter hat Momente, in denen die Wut sie übermannt.
Foto: iStock

 

Blöde Mama! Was hilft, wenn du als Mutter nur noch wütend bist

Vor 3 Jahren litt Silke Brandt, Mutter von zwei Kindern, unter einem Mutter-Burnout – ihre psychische Krise schildert sie hier: Tabu-Thema Mama-Burnout: Der Weg heraus. Ihren Weg heraus schildert jetzt für die Leserinnenn von Wunderweib in 12 Schritten:

Bei Schritt 3 geht es jetzt darum, was Müttern helfen kann, wenn die Kinder nur noch nerven und die Wut dich als Mutter völlig überwältigt hat:

Als Mama sollten wir immer ruhig und gelassen bleiben. Tief durchatmen, bis fünf zählen und alles ist wieder gut. Lass mich ehrlich sein: Das klappt doch meistens überhaupt nicht! Bei dir etwa?

Stress mit den Kindern: Wenn nichts mehr klappt

Wenn morgens zum x-ten Mal in Folge nichts so läuft, wie es eigentlich abgesprochen war und wenn die Bitten zum ebenfalls x-ten Mal von den Kindern ignoriert werden, man sich gläsern wie Luft fühlt, wie Luft, dann kann es durchaus passieren, dass der Ärger nach oben wandert. Denn, wer wird schon gerne ignoriert?

Vor allem dann, wenn bei Papa morgens immer alles super gut klappt, nur bei Mama macht Kind  was es will: Ignorieren, Wiederworte geben, Bocken, Brüllen, Trödeln und einen in die Verzweiflung treiben. Als Dank erntet man dann auch noch ein „Blöde Mama!“. Super!

Als Mutter von zwei Kindern rutschte Silke Brandt in den Mama-Burnout – hier schildert sie ihren Weg aus der psychischen Krise.
Als Mutter von zwei Kindern rutschte Silke Brandt in den Mama-Burnout – hier schildert sie ihren Weg aus der psychischen Krise.​
Foto: Silke Brandt

Sicher kennst du solche Situationen auch, oder? Du nimmst dir fest vor, gerade in diesen Situationen ruhig und gelassen zu bleiben, doch ist es dann soweit: Du spürst doch wieder den Ärger oder sogar die Wut in dir hochkochen und reagierst viel zu heftig – wie fremdgesteuert. Bei mir war es früher jedenfalls so und meist war nach einem solchen Morgen auch mein ganzer Tag versaut!

 

Wie werde ich die Wut bloß los?

Lange Zeit war ich auf der Suche danach, wie ich mit meinen Wutanfällen den Kindern gegenüber umgehen kann. Vor allem wollte ich sie loswerden, denn irgendwie waren so Gefühle wie Wut so gar nicht meine Art. Je häufiger es passierte, desto schockierter war ich über mich selbst.

 

Doch egal welche Tipps ich bekam, nichts wollte nachhaltig funktionieren. Es schien, als würden die Kinder einen Knopf bei mir drücken, der dann die Reaktion „an-die-Decke-gehen“ auslöste.

Das schlimmste jedoch ist, dass die Kinder unter solchen Gefühlsausbrüchen leiden. Gerade die kleineren können meistens noch nicht von sich aus verstehen, warum Mama plötzlich wütend ist. Denn für sie ist die Welt ja noch in Ordnung, sie machen das ja nicht mit Absicht. Das tat mir damals am meisten Leid.

Erst als ich einige grundlegende Dinge über Gefühle lernte und verstanden und daraufhin viel in meinem Leben und Alltag verändert habe, wurde ich innerlich ruhiger.

Mein Wissen möchte ich mit dir teilen, in der Hoffnung, dass sie dir ganz genauso helfen.

1. Hinter jedem Gefühl steckt ein Gedanke

Unsere Gedanken erzeugen unsere Gefühle. Die Gefühle lassen uns handeln, woraus ein Ereignis entsteht, das dann wiederum neue Gedanken erzeugt. Ein (Negativ-)Kreislauf ist entstanden!

Hinter jedem Gefühl steckt ein Gedanke. Jedem belastenden, negativen oder auch positiven Gefühl geht ein Gedanke voraus. Ein Gedanke, der dieses Gefühl als Reaktion nach sich zieht - bewusst oder unbewusst.

Ich war vor einiger Zeit noch sehr ungeduldig beim „zu-Bett-Bringen“ der Kinder. Es artete regelmäßig in Hektik, lauten Auseinandersetzungen und riesigen Stress meinerseits aus.

Am Ende hatte ich keinen Spaß mehr die Kinder bettfertig zu machen, schlechte Energien waren schon vorprogrammiert. Die Tatsache dass es bei meinem Mann schneller und harmonischer von statten ging, war wenig hilfreich.

Irgendwann befand ich dann wieder an so einem Moment, an dem ich vor Unruhe und Ungeduld platzen wollte. Da stellte ich mir die rettende Frage:

„Welchen Gedanken hatte ich, bevor dieses Gefühl in mir hochkam? Was ging in mir vor?“

Die Antwort kam prompt in mir hoch und war für mich recht überraschend, weil scheinbar zu einfach: „Geht bitte schnell ins Bett. Ich bin erschöpft und will mich einfach nur runter auf die Couch legen und mich in Ruhe vom Fernseher berieseln lassen.“

Es waren nicht meine Kinder, die beim „zu-Bett-bringen“ nicht mitmachten. Es war dieser eine Gedanke, der Wunsch beziehungsweise das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung, der mich hatte unruhig und schnell genervt werden lassen.

Erst als ich das begriff, konnte ich mein Verhalten ändern. Als ich verstand, dass meine Version der Wirklichkeit „die Kinder trödeln beim „zu-Bett-Bringen“ bei mir immer so fürchterlich und ignorieren meine Wünsche“ gar nicht der Realität entsprach, sondern tatsächlich durch meine Gedanken und nicht gestillte Bedürfnisse erzeugt wurden.

Nun frag dich selbst: Welcher Gedanke steckt hinter deinen Gefühlen?

2. Gefühle sind Nachrichten deiner Seele

Deine Gefühle sind die Warnsignale deiner Seele, die gerade wir Mütter nur zu gerne ignorieren oder verdrängen. Vielleicht hast du selbst bereits festgestellt, dass sich Gefühle nicht sehr lange ignorieren oder verdrängen lassen. Sie sind wie kleine Kinder, die alles dafür tun, um gesehen oder gehört zu werden. Denn in Wirklichkeit wollen sie dir helfen, dir zeigen, dass dir etwas fehlt.

Überlege mal was passiert, wenn du die Warnlampe in deinem Auto permanent ignorierst?

Richtig, das Auto bleibt vermutlich irgendwann stehen und fährt nicht mehr.

Genau deswegen fahren wir zur Tankstelle, wenn die Benzin-Warnlampe angeht oder zur Werkstatt, sobald ein anderes Warnlämpchen leuchtet.

So ist das auch mit unseren Gefühlen.

Was glaubst du passiert, wenn du deine für dich negativen Gefühle immer wieder ignorierst?

Nein, sie gehen nicht weg, jedenfalls nicht dauerhaft. Im Gegenteil: sie werden immer intensiver.

Und irgendwann platzen sie bei der kleinsten Gelegenheit aus dir heraus oder sie implodieren in dir. Und dann heißt es: „Sie war doch immer die Ruhe in Person?! Wie kann sie sich nur so verhalten!“

Unsere Gefühle sind Signale. Sie wollen gesehen und gehört werden und tun alles was nötig ist, damit wir auch hinhören! Beachten wir sie und gehen darauf ein, erfahren wir was sie uns sagen wollen. Dann haben wir die Chance auf echtes Wachstum, das wiederum in mehr Gelassenheit und Ruhe mündet.

Was wollen dir deine Gefühle sagen? Was fehlt dir oder was solltest du ändern?

3. Mehr Ruhe bringt mehr Gelassenheit

Wie oft gönnst du dir Ruhe genau in dem Moment, in dem du „aus-der-Haut-fahren“ könntest?

Wie wäre es, wenn du dich beim nächsten Mal zurückziehst, sobald Ärger, Wut oder ein anderes für dich negatives Gefühl in dir hochsteigt?

  • Lasse das Gefühl zu, benenne es, fühle es. Ohne Bewertung.
  • Spüre in dich hinein und finde heraus, was dir fehlt.
  • Welches fehlende Bedürfnis hat dich so reagieren lassen?
  • Und wie oft gönnst du dir überhaupt Zeit für dich, um wieder Kontakt mit deiner Seele, deinem Inneren aufzunehmen?

Gerade wir Mütter hetzen oft von einem Termin zum anderen, von einer Aufgabe zur nächsten. Wir halten viel zu selten inne und spüren in uns hinein. Auf diese Weise vertrocknet unsere Seele, denn sie nährt sich von Ruhe und der Heimkehr zu sich selbst. Das sind dann die Momente in denen wir uns selbst sagen: „Ich spüre mich nicht mehr und weiß nicht mehr wer ich bin!“

Ja, es gibt Tage, da muss man sich buchstäblich dazu zwingen, auch mal inne zu halten. Das kenne ich nur zu gut. Doch seien wir ehrlich: 10-20 min pro Tag sollten machbar sein, oder?

Wichtig: Was kannst du tun, um dir Ruhe zu gönnen und dich selbst dabei wieder intensiv zu spüren?

Ist das alles ein Garant dafür, nie mehr in Wut oder Ärger zu verfallen, wenn die Kinder irgendetwas tun?

Nein, natürlich nicht.

Aber auf diese Weise übernimmst du Verantwortung für deine Gefühle, nimmst sie an, reflektierst sie und lernst dich dabei selbst besser kennen.

Und hörst du auf das, was deine Gefühle dir sagen, wirst du sehr schnell merken, wie viel ruhiger du damit tatsächlich wirst – das verspreche ich dir!

Mehr von Silke Brandt?

Ihr Wissen über Wege aus dem Mama-Burnout sowie ihre wiedergewonnene Lebensfreude gibt Silke Brandt auf ihrem YouTube-Kanal und ihrer Website www.mama-burnout.com weiter. Silkes Motivation: Frauen auf ihrem Weg aus dem Burnout begleiten, ihnen Mut machen und mit Rat & Tat als Coach zur Seite zu stehen.

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