Studie zeigt: So beeinflussen Eltern das Begabungspotenzial ihrer Kinder
Können Eltern aktiv das Begabungspotenzial ihrer Kinder beeinflussen? Eine Studie sagt: Ja!
Viele Eltern fragen sich, woher bestimmte Begabungen ihrer Kinder kommen, wie man sie früher erkennen und optimal fördern kann. Hochbegabung zeigt sich längst nicht mehr nur beim IQ, sondern genauso in der Persönlichkeit und Denkweise eines Menschen. Eine Studie zeigt: Es sind nicht die Gene allein, sondern auch das Umfeld des Elternhauses sowie die kognitiven Fähigkeiten der Eltern, die das Begabungspotenzial eines Kindes mitprägen.
Studie zeigt: So beeinflussen Mütter das Denktempo ihrer Kinder
Forscher der Universität La Sapienza in Rom haben 65 hochbegabte Kinder (IQ von mindestens 120) und deren Eltern genauer unter die Lupe genommen. Eltern und Kinder absolvierten während der Studie verschiedene Intelligenz- und Persönlichkeitstests, die nach anerkannten psychologischen Modellen ausgewählt wurden. Dabei war für die Forscher folgende Frage besonders spannend: Inwieweit haben das Denktempo der Mutter und das Gedächtnis des Vaters Einfluss auf die Leistungen ihrer Kinder?
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit zeigt, wie schnell ein Mensch Informationen aufnehmen und dann weiterverarbeiten kann. In einem Test mussten die Mütter Zahlen sortieren oder Symbole zuordnen. Die Forscher fanden heraus: Kinder, deren Mütter solche Aufgaben besonders schnell lösen konnten, haben auch selbst ein schnelles Lerntempo. Die Studie ergab also, dass das Denktempo der Mutter direkt beeinflusst, wie schnell das Kind neue Informationen verarbeitet.
Väter beeinflussen das Kurzzeitgedächtnis ihrer Kinder
Auch der Vater trägt einen entscheidenden Faktor zum Begabungspotenzial seines Kindes bei – allerdings beim Kurzzeitgedächtnis. Die Fähigkeit des Vaters, Informationen kurz im Gedächtnis zu behalten, steht laut den Forschern in direkter Verbindung zum Arbeitsgedächtnis des Kindes. Das Arbeitsgedächtnis ist für das komplexe Denken wichtig und sorgt dafür, dass wir Informationen nicht nur speichern, sondern auch weiterverarbeiten können. Wobei die Forscher der Studie betonen: Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis sind nicht dasselbe und erfüllen beim Lernen unterschiedliche Aufgaben.
Doch nicht nur die kognitiven Fähigkeiten wirken auf die Hochbegabung eines Kindes, auch die Persönlichkeitseigenschaften spielen eine Rolle. Organisierte und verantwortungsbewusste Mütter unterstützen das perzeptuelle Denken (Sinneswahrnehmung) ihrer Kinder, während empathische Väter das Arbeitsgedächtnis ihrer Kinder prägen – also zum Beispiel das Planen und Lösen von Problemen.
Hochbegabung lässt sich laut der Forscher aber nicht auf spezielle Eigenschaften zurückführen. Ein Kind hat nicht zwangsläufig weniger Potenzial, weil es in einem chaotischen Haushalt aufwächst. Ausschlaggebend sind die individuellen Stärken der Eltern und deren Einfluss. Um die Zusammenhänge noch besser verstehen zu können, sind weitere Studien notwendig. Der aktuelle Stand bietet Eltern also lediglich eine erste Orientierung.








