Tornado am Bodensee: Video von Wasserhose sorgt für Staunen
Ein Tornado am Bodensee sorgte vor Friedrichshafen für Staunen. Was über das Wetterphänomen bekannt ist.
Ein Anblick, den viele Menschen am Bodensee so schnell wohl nicht vergessen werden: Am Mittwochmittag (1. Juli 2026) bildete sich vor Friedrichshafen eine riesige Wasserhose – also ein Tornado über dem Wasser. Rund 15 Minuten lang war der Wirbelsturm vom Ufer aus deutlich zu sehen. Zahlreiche Schaulustige zückten ihre Handys, filmten das spektakuläre Naturphänomen und beobachteten, wie der Tornado über den See zog.
Tornado am Bodensee: Wasserhose vor Friedrichshafen zieht Richtung Lindau
Die Wasserhose entstand am Mittag vor Friedrichshafen auf der deutschen Seite des Bodensees und zog anschließend in Richtung Lindau ab. Vom Ufer aus war der Tornado besonders gut zu erkennen – ein selten klarer Blick auf ein Wetterphänomen, das sonst oft nur aus größerer Entfernung oder für kurze Zeit sichtbar ist.
Viele Menschen an der Uferpromenade reagierten fasziniert. Einige sollen sogar aus Restaurants und Geschäften gelaufen sein, um den gewaltigen Wirbel über dem Bodensee zu sehen. Kein Wunder: Der dunkle Rüssel, der scheinbar direkt in den See eintauchte, wirkte wie eine Szene aus einem Katastrophenfilm – nur eben mitten am Bodensee.
Auch die Besatzung des Katamarans „Constanze“, der zwischen Konstanz und Friedrichshafen unterwegs war, konnte das Naturschauspiel aus sicherer Entfernung beobachten. Für die erfahrenen Seeleute war der Anblick offenbar ebenfalls außergewöhnlich: So nah und in dieser Größe sieht man eine Wasserhose nicht alle Tage.
Wie gefährlich war die Wasserhose am Bodensee?
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden die Windgeschwindigkeiten in dem Tornado auf etwa 100 bis 150 Kilometer pro Stunde geschätzt. Genaue Angaben zu Höhe und Durchmesser der Wasserhose konnten nicht gemacht werden.
Die gute Nachricht: Weil sich der Tornado über dem Bodensee nur über Wasser bildete und nicht auf Land traf, gab es offenbar keine Schäden. Auch auf dem See kam es laut Wasserschutzpolizei zu keinen Notfällen. Größere Schiffe waren demnach nicht in Gefahr.
Trotzdem gilt: Eine Wasserhose sollte niemals unterschätzt werden. Kleine Boote, Menschen im Wasser und alle, die Wassersport betreiben, sollten unbedingt Abstand halten, denn die starken Winde können gefährliche Situationen verursachen. Erreicht ein Tornado dieser Stärke das Land, können laut Experten etwa Bäume umknicken oder Dächer beschädigt werden.
Warum entsteht ein Tornado über dem Bodensee?
Eine Wasserhose ist im Grunde ein Tornado, der sich über Wasser bildet. Laut Deutschem Wetterdienst können solche Wirbelstürme entstehen, wenn in der Atmosphäre bestimmte Bedingungen zusammenkommen: Rotation in den unteren Luftschichten, eine Gewitterzelle und starke Aufwinde.
Bei dem aktuellen Tornado am Bodensee soll sich der Wirbel aus einer Gewitterzelle gebildet haben. Die rotierende Luft wurde durch Aufwinde verstärkt – so entstand der typische schlauchartige Wirbel, der Wasser vom See aufwirbeln kann.
Besonders häufig treten Wasserhosen am Bodensee zwar eher im Spätsommer oder September auf, wenn die Wassertemperaturen die Entstehung begünstigen. Doch auch im Juli sind sie möglich, wenn die Wetterlage passt.
Kommt es häufiger zu Tornados am Bodensee?
So außergewöhnlich der Anblick war: Ganz unbekannt sind Tornados am Bodensee nicht. Der Deutsche Wetterdienst bestätigt immer wieder Wasserhosen in der Region. Beobachtet werden sie etwa zwei- bis dreimal pro Jahr, vor allem über dem Wasser.
Besonders an diesem Tornado war daher weniger, dass er überhaupt entstand – sondern dass er so deutlich vom Ufer aus sichtbar war. Für viele Menschen in Friedrichshafen und Umgebung wurde der Mittwochmittag dadurch zu einem Moment, den sie wohl noch lange in Erinnerung behalten werden.
Tornado am Bodensee: Naturgewalt mit Gänsehaut-Faktor
Der Tornado am Bodensee blieb zum Glück ein beeindruckendes Naturschauspiel ohne gemeldete Verletzte oder Schäden. Dennoch gilt: Auch wenn eine Wasserhose faszinierend aussieht, sollte man ihr nicht näher kommen – weder mit dem Boot noch für spektakuläre Fotos.
Das Ereignis vor Friedrichshafen zeigt eindrücklich, wie plötzlich sich Wetterlagen verändern können und wie viel Kraft in der Natur steckt.






