Die Höhle der LöwenYFood? Na, weil ich verdammt nochmal Essen liebe!

YFood will die Höhle der Löwen mit Flüssignahrung erobern – als Ernährung der neuen Generation. Ernsthaft? Warum ich glaube, dass YFood genau das Produkt ist, das unsere Zeit NICHT braucht.

Inhalt
  1. Kann YFood in der Höhle der Löwen punkten?
  2. Was steckt in der Flüssignahrung?
  3. Was mich wirklich an YFood stört, sind nicht die Zutaten
  4. YFood? Warum Essen?

Ein Viertel meiner Pause habe ich gerade damit verbracht, von Imbiss zu Kantine zu laufen. Warum? Weil ich mich nicht entscheiden konnte, was ich essen will. Das ergeht mir oft so.

„Du triffst jeden Tag unzählige Entscheidungen – YFood liefert dir dafür die nötige Energie.“

Klingt, als wäre YFood damit das perfekte Produkt für mich. Ist es aber nicht. Wie komme ich also dazu, ihm einen ganzen Artikel zu widmen? Weil YFood der Drink der neuen Generation werden soll. Und ich mich an dieser Stelle (mit Mitte 20) zwar angesprochen, vor allem aber aufgerufen fühle, zu protestieren.

 

Kann YFood in der Höhle der Löwen punkten?

Zunächst zu den Fakten: Am 13. November stellen Noel Bollmann (25) und Benjamin Kremer (28) ihre Produktidee in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ vor. Dafür servieren die Münchner Gründer der Jury ein Milchmischgetränk in vier verschiedenen Sorten. YFood ist Flüssignahrung. Ein Drink soll 25 Prozent des Tagesbedarfs decken und damit eine Mahlzeit ersetzen - nach Einschätzung der Gründer genau das, was man in der hektischen Zeit heutzutage braucht. Schnell, einfach, sättigend. Dafür fordern die Herren 200.000 Euro und sind bereit zehn Prozent ihrer Firma abzugeben.

Worte, die auf der YFood-Website immer wieder fallen: Dein Geschmack. Deine Entscheidung. Dann bekommt man jedoch die klassischen Sorten Vanille, Schokolade und Erdbeere vorgesetzt. Als angenehme Überraschung kann man den Geschmack Cold Brew Coffee sehen, wobei ich persönlich auch hier einen heißen Espresso mit Franzbrötchen einer kalten Flüssigmahlzeit vorziehe. Das und Frühstück im Allgemeinen sind jedoch Geschmackssache und jedem selbst überlassen. Dazu muss ich sagen, dass ich die Produkte nicht probiert habe, sondern vielleicht auch die eine oder andere künstliche-Aroma-Erinnerung meine Meinung beeinflusst.

 

Was steckt in der Flüssignahrung?

YFOOD gibt es in vier Geschmacksrichtungen - eine Flasche soll eine Mahlzeit ersetzen.
YFOOD gibt es in vier Geschmacksrichtungen - eine Flasche soll eine Mahlzeit ersetzen.
Foto: PR: YFOOD

YFood soll drei bis fünf Stunden sättigen. Diese Annahme wird vor allemauf einen hohen Anteil an Eiweiß (33g pro Flasche) und Ballaststoffen (7,5g) gestützt. Basis des Getränks ist Milch, die Proteine stammen aus Casein und Whey. Abgebildet sind die Inhaltsstoffe mit bunten, farbenfrohen Bildern von Sonnenblumen (Öl), Algen (Carrageen) und Reis (Stärke), die YFood ein natürliches Image verleihen.

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Neben dem Maltodextrin steht ein Maiskolben. Und Mais ist Gemüse und Gemüse schließlich gesund, oder nicht?

Maltodextrin ist schlichtweg ein anderes Wort für Zucker, das gerne zur Verbrauchertäuschung genutzt wird. Genau genommen handelt es sich um ein Kohlenhydratgemisch, das schnell viele Kalorien bringt. Damit liefert es zwar Energie für den Tag – bringt aber mit Sicherheit ein Heißhungertief mit sich. Denn Maltodextrin gelangt rasch ins Blut und lässt damit den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen. Flacht er wieder ab, will der Körper mehr – und bekommt Hunger. Da nützen auch die sättigenden Ballaststoffe und Proteine nichts, wenn ein Einfachzucker wie Maltodextrin um die Ecke kommt und den Blutzuckerspiegel verführt.

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Ergänzt wird die Zutatenliste übrigens durch Süßungsmittel und Stabilisatoren. Konservierungsstoffe soll YFood übrigens keine enthalten – die neunmonatige Haltbarkeit ohne Kühlung soll auf eine High-Tech-Produktion zurückzuführen sein, die mich trotzdem skeptisch stimmt. Mit meiner Histaminintoleranz und dem damit einhergehendem Vermeiden jeglicher Zusatzstoffe würde mich YFood wahrscheinlich in hohem Bogen gleich wieder verlassen. Aber: Das ist mein persönliches, nicht mein generelles Problem mit dem Produkt.

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Was mich wirklich an YFood stört, sind nicht die Zutaten

So ungern ich manchmal Entscheidungen treffe – ich möchte sie nicht abgenommen bekommen. Bezieht sich diese nämlich auf Essen, resultiert aus einer falschen Wahl ganz schnell etwas Anderes: Schlechte Laune. Und die können weder ich, noch meine Kollegen, gebrauchen.

Ist Essen nicht das letzte Stück Ruhe, das uns in der Schnelllebigkeit der aktuellen Gesellschaft erhalten bleibt? Ich persönlich möchte diesen Teil nicht be- sondern entschleunigen. Nicht nur, weil Essen so vielfältig, lecker und gesellig ist. Sondern weil die Ernährung meiner Meinung nach enorm wichtig für das eigene Gesundheits- und Körperbewusstsein ist.

Ich möchte keine fertig angerührte Masse trinken und darauf vertrauen, dass sie mich schon mit allem versorgt, was ich brauche. Ich möchte wissen, was ich zu mir nehme, bestenfalls auch woher es stammt, ich möchte mich bewusst ernähren und die Verantwortung dafür selbst tragen. Und meiner Einschätzung nach bin ich damit durchaus nicht alleine. Geht der Trend der neuen Generation nicht gerade weg von Fertiggerichten und Massenproduktion und zurück zur Natur?

 

YFood? Warum Essen?

Am meisten störe ich mich jedoch am Namen. YFood? Das kann ich euch beantworten. Weil Essen Energie schenkt. Weil es die Seele wärmt. Weil es gesellig ist. Weil geschmolzener Käse gebrochene Herzen heilt. Und weil es verdammt nochmal Spaß macht, etwas richtig zu genießen!

Meine Pausen sind aufgrund meiner nicht existenten Entscheidungsfreude und dem gemeinsamen Essen mit Kolleginnen somit offensichtlich ziemlich ineffizient. Und genau das soll sie bitte auch bleiben. Dafür habe ich jetzt etwas gegessen, das mich zufrieden stimmt. Hätte ich nur schnell einen Drink zu mir genommen, sähe diese Kritik wahrscheinlich noch viel schlechter aus. Die Gründer können sich also bei meinem Mittagessen bedanken.

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