Nicht zu warm, nicht zu kalt

Wie ziehe ich mein Baby im Sommer richtig an?

Wie ziehe ich mein Baby im Sommer richtig an, damit es bei heißen Temperaturen nicht schwitzt, sich aber gleichzeitig im Schatten auch nicht verkühlt?

Baby im Sommer richtig anziehen
Foto: iStock/ Drazen_
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Viele Eltern kennen das Problem: Wie ziehe ich mein Kind richtig an, damit es im Sommer nicht schwitzt, aber gleichzeitig auch nicht friert, sobald sich die Temperaturen abkühlen. Im Sommer bei warmen Temperaturen ist besonders wichtig, die richtige Kleidung zu wählen, damit sich das Baby rundum wohlfühlt. Sowohl tagsüber als auch nachts, wenn das Baby schläft, ist es wichtig, dass das Kind richtig gekleidet ist. Denn Babys sind noch nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur auf fallende oder steigende Außentemperaturen anzupassen.

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Tipps für heiße Tage: Welche Kleidung ist für mein Baby die Richtige?

Im Sommer sind wir viel draußen unterwegs, egal ob im Garten, auf dem Balkon oder an den Wochenenden am Strand oder Badesee. Bei sommerlichen Temperaturen genießen wir die Familienzeit mit unseren Kindern besonders gerne im Freien. Doch gerade Eltern mit Säuglingen oder Babys sind unsicher, wie sie ihre Kleinen richtig kleiden sollten. Schließlich soll das Baby nicht schwitzen, gleichzeitig aber auch vor UV-Strahlen geschützt sein. Sobald ein bisschen Wind aufkommt oder sich Wolken vor die Sonne schieben, kann es sich schnell abkühlen, dann braucht das Baby vielleicht doch ein Jäckchen oder eine lange Hose.

Um festzustellen, ob euer Baby schwitzt oder friert, gibt es einen einfachen Trick: die sogenannte Nackenprobe. Tastet einfach mit euren Fingern den Nacken eures Babys ab und überprüft, ob die Haut verschwitz, trocken oder kühl ist. Ist der Nacken warm und trocken, ist euer Kind perfekt gekleidet. Schwitzt es, zieht eine Lage Kleidung aus. Ist die Haut kühl, zieht Jäckchen über. Als weitere Faustregel gilt: Babys brauchen im Sommer üblicherweise ein Kleidungsstück mehr als ein Erwachsener.

Während wir bei heißen Temperaturen gerne kurze Sachen tragen, gilt die Faustregel, dass Säuglinge und Babys immer eine Lage mehr als wir anziehen sollten. Die Kleinen sind in diesem Fall also mit einem Langarmbody, einer leichten, langen Hose und einer Kopfbedeckung gut angezogen. Babys und Säuglinge sollten nie direkt in der Sonne sitzen oder liegen, sondern immer gut geschützt im Schatten oder unter einem Sonnenschirm sein.

Welche Materialien eignen sich im Sommer besonders gut für Babykleidung?

Von Juni bis September solltet ihr bei der Wahl der Stoffe für die Kleidung eures Babys eher auf leichte Baumwollstoffe und Leinen setzen. Babys schwitzen schneller als wir, da ist es besonders wichtig, dass sie Materialien tragen, die den Schweiß schnell aufsaugen, damit der Körper trocken bleibt und zum Beispiel Hitzepickel auf der empfindlichen Babyhaut vermieden werden können. Natürliche Fasern sorgen dafür, dass die Haut eures Babys gut atmen kann und dadurch weniger schwitzt. Für empfindliche Babyhaut eignet sich auch Musselin, ein sehr leichter Stoff aus reiner Baumwolle. Dünne Wollstoffe und Seide sind ebenfalls empfehlenswert. Da die Haut von Babys viel dünner ist als unsere, sollte sie frei von Schadstoffen sein und möglichst vor dem ersten Tragen mehrfach gewaschen worden sein.

UV-Schutzkleidung ist neben natürlichen und vor allem atmungsaktiven Materialien ein absolutes Must-have für Babys im Sommer. Da die Hautschicht eurer Babys noch sehr dünn ist, reicht Sonnenschutz in Form von UV-Cremes leider nicht aus. Sonnenhüte, UV-Langarmshirts und Hosen schützen euer Kind optimal vor UV-Strahlen und vor allem einem Sonnenbrand.

Babys strampeln viel und genießen es, mit ihren nackten Füßen ihre Umgebung zu erforschen. Söckchen müssen also bei heißen Temperaturen nicht unbedingt sein. Achtet bei der Wahl der Kleidung auch darauf, dass sie weit geschnitten sind und keine störenden Druckstellen und Reibungspunkte haben. Weit geschnittene Strampler ohne Füße eigenen sich im Sommer besonders gut.

Schlafen bei Hitze: Wie warm muss ich mein Baby nachts anziehen?

Die ideale Raumtemperatur zum Schlafen liegt zwischen 18 und 20 Grad, doch ganz ehrlich, im Sommer, wenn es richtig heiß ist, lässt sich diese Temperatur zum Schlafen zu schwer erreichen. Wie du dein Baby nachts kleiden solltest, hängt also vor allem damit zusammen, wie warm es im Babyschlafzimmer nachts ist. Wer in einem gut gekühlten Altbau lebt oder das Babyschlafzimmer auf der Schattenseite des Hauses eingerichtet hat, der sollte sein Baby auch nachts den Temperaturen entsprechend kleiden, etwa mit einem langärmeligen Strampler und einem dünnen Sommerschlafsack. Wer jedoch in einer heißen Dachgeschosswohnung lebt, in der sich im Sommer die Temperaturen kaum abkühlen, der sollte eher auf Windel und Kurzarmbody setzen.

Auch wenn es im Babyzimmer warm ist, solltet ihr Zugluft möglichst vermeiden. Lüftet stattdessen spätabends das Zimmer nochmal durch, wenn sich die Luft draußen abgekühlt hat. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben, liegt das Zimmer auf der Sonnenseite, zieht die Vorhänge zu, so heizt sich das Zimmer gar nicht erst so stark auf. Am Raumklima im Kinderzimmer könnt ihr übrigens ganzjährig arbeiten. Eine Schüssel mit Wasser oder feuchte Tücher auf der Heizung können helfen, einem trockenen Raumklima vorzubeugen. Kinder haben einen höheren Körper-Wasseranteil als Erwachsene, deshalb reagieren sie empfindlicher auf Schwankungen der relativen Luftfeuchtigkeit. Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder die Bildung von Allergien und Asthma kann durch ein sehr trockenes Raumklima begünstigt werden.

Da Babys über ihren Kopf überschüssige Wärme abgeben, sollten sie nachts niemals ein Mützchen tragen. Auch wenn dein Baby krank ist und Fieber hat, solltest du es nicht dicker anziehen. Auch nachts gilt, wenn du dir unsicher bist, ob du dein Baby zu warm oder zu kalt angezogen hast, mach den Nackentest.

Heiße Sommernächte: Welche Kleidung bei welcher Temperatur?

was soll mein Baby zum schlafen anziehen?
Foto: Collage von Wunderweib.de , iStock: Marina Demidova, & TheNounProject : Nathan Driskell , Yu luck , Made by made, Pause08

In unserer Schaugrafik haben wir noch einmal genau zusammengefasst, wie du dein Baby nachts richtig kleiden kannst, damit es nicht schwitzt oder friert. Auch in der Nacht gilt, wenn du dir unsicher bist, ob dein Baby richtig angezogen ist, mach den Nackentest.

Übrigens, die Isolierqualität von Textilien misst sich in Form eines Punktesystems, den sogenannten TOG-Werten. TOG steht für Thermal Overall Grade und ist die Maßeinheit für den Wärmewiderstand von Textilien. Der Wert bestimmt also, wie zum Beispiel Schlafsäcke, aber auch Decken und Kleidung die Körperwärme deines Kindes speichern. Beim Kauf eines Schlafsackes gilt beispielsweise: Für warme Temperaturen brauchst du einen mit einem TOG-Wert von 0,5 bis 1, im Herbst und Winter sollte der Schlafsack deutlich dicker sein und einen TOG-Wert von mindestens 3 haben.

Artikelbild und Social Media: Drazen_/iStock

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