Hintergründe

26 Badetote in 3 Tagen während Hitzewelle: Warum ausschließlich Männer starben

Die Hitzewelle hat in den vergangenen Tagen 26 Todesfälle durch Badeunfälle gefordert – alles Männer und Jungen. Was steckt dahinter?

Eine Gruppe Jungen steht am Sprungturm im Freibad.
Junge Männer bringen sich oft durch Selbstüberschätzung in Gefahr. Foto: IMAGO / Panama Pictures
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Die erste Hitzewelle in diesem Jahr hat Deutschland in den vergangenen Tagen voll erwischt. Bei Temperaturen zum Teil über 40 Grad suchten viele Menschen Abkühlung in Flüssen und Seen. Doch die eigentlich schöne Aktivität wird immer wieder auch schnell zum Ernstfall. Jetzt zieht der DRLG bittere Bilanz.

Hitzewelle: Mindestens 26 Menschen durch Badeunfälle gestorben

Am heißen Wochenende sind nach Angaben der Lebensretter von der DLRG mindestens 26 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. Auffällig: Dabei handelte es sich ausschließlich um Männer und Jungen. Bereits am Donnerstag gab es noch einmal zusätzlich sieben weitere Todesfälle. Hinzu kommen laut DLRG mindestens acht Menschen, die unter Reanimation ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Doch warum sind es vor allem Männer und Jungen, die bei Badeunfällen ums Leben kommen? „Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle“, erklärt DLRG-Präsidentin Ute Vogt in einer Pressemitteilung. Auch Gruppendynamiken spielen eine große Rolle: Wenn sich alle ins Wasser wagen, sorgt das unter Umständen dafür, dass auch Nichtschwimmer sich anschließen und es zu tödlichen Unfällen kommt.

Darum sind die Opfer häufig männlich

Ähnlich erklärt es sich Felix Rebitschek, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer des Harding-Zentrums für Risikokompetenz an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg. Männer hätten eine höhere Risikobereitschaft, gerade in körperlichen Domänen, erklärt er im Interview mit dem WDR. „Wenn wir davon ausgehen, dass tatsächlich Männer und Frauen gleich häufig baden, was wir nicht wissen, aber nehmen wir es mal an, dann wissen wir auch, dass eben Männer eher weniger vorbereitet ins Wasser springen, eher alkoholisiert ins Wasser springen. Das ergibt sich aus qualitativen Daten, Rückmeldungen von Rettungsorganisationen und Fallberichten“, so der Experte.

Immer wieder warnt die DLRG vor den Risiken, die beim Sprung ins kühle Nass lauern. Wer bei hohen Temperaturen ohne Vorbereitung in kaltes Wasser springt, dem drohen Herz-Kreislauf-Probleme. Schwindel, Muskelkrämpfe oder im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit können auftreten. Die DLRG rät, nur an bewachten Badestellen ins Wasser zu gehen, nicht überhitzt und nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen zu gehen.

Quellen

  • DLRG