Depressionen8 Dinge, mit denen du deinen depressiven Partner unterstützen kannst

Was tun, wenn der Partner unter Depressionen leidet? Therapeuten verraten hier 8 Tipps und Trick, wie ihr euren Partner am besten in dieser schweren Zeit zur Seite stehen könnt.

Inhalt
  1. Die Erwartungen herunterschrauben
  2. Nicht belehren, sondern zuhören
  3. Geht an die frische Luft
  4. Sucht euch professionelle Hilfe
  5. Leckeres, gesundes Essen ist wichtig
  6. Nimm die Sorgen und Ängste ernst
  7. Blick positiv in die Zukunft und mach Pläne
  8. Pass auf dich auf 

 

Eine Depression hat viele Gesichter, Betroffene wissen das ebenso gut wie ihre Angehörigen und Partner. Heilen können wir als Partner die Krankheit nicht, aber wir können unseren Liebsten ein bisschen von der Last nehmen, durch Verständnis, Geduld und Zuversicht. Diese 8 Tipps helfen uns dabei. 

 

Die Erwartungen herunterschrauben

Depressiven Menschen fällt es morgens oft schwer aus dem Bett zu kommen, so erdrückend fühlen sich ihre Sorgen an. Da ist es nicht leicht, den täglichen Dingen nachzugehen. Habt Nachsicht mit eurem Partner, statt ihm Vorwürfe zu machen, solltet ihr ihm Ruhe gönnen.

"Wer nicht selbst schon mal an Depressionen gelitten hat, kann sich nur schwer vorstellen, wie es ist, überhaupt keinen Antrieb zu haben", sagt Paartherapeutin Amanda Deverich im Interview mit der US-Huffingtonpost. "Den Partner jetzt zu kritisieren, wird seine Hilflosigkeit nur verstärken, ihn aber nicht motivieren. Depressive Menschen brauchen viel Geduld und Unterstützung, die Fortschritte sind langsam." 

 

Nicht belehren, sondern zuhören

Du magst bereit sein, für deinen Partner durchs Feuer zu gehen, aber du kannst unmöglich seine Probleme lösen, vor allem nicht, wenn er unter Depressionen leidet. Aber du kannst sein Fels in der Brandung sein und für ihn da sein.

"Seinem depressiven Partner zuzuhören ist wahnsinnig wichtig", sagt Psychologe Ryan Howes. "Frag, wie er sich fühlt, was ihn bewegt und dann hör einfach zu, ohne zu urteilen." Wenn sich der Partner nicht sofort öffnet und über seine Ängste und Gefühle reden will, dann ist das völlig normal, gibt der Psychologe zu bedenken.

"Eines der Hauptsymptome von Depressionen ist, dass die Betroffenen wenig bis gar keine Energie haben, das gilt auch bei Gesprächen. Legt eurem Partner also nicht die Worte in den Mund, die ihr gerne hören wollt oder gebt ihm kluge Ratschläge, wartet stattdessen ab, bis er auf euch zukommt und bereit ist, sich zu öffnen."

 

Geht an die frische Luft

Die Natur und frische Luft können keine Therapie ersetzen, aber sie können euren Partner auf andere Gedanken bringen und vielleicht sogar ein bisschen die Stimmung heben. "Ihr müsst kein ausgetüfteltes Freizeitprogramm entwerfen, macht einfach einen Spaziergang oder besorgt ein paar Dinge", erklärt Therapeut Kurt Smith. Ein Tapetenwechsel ist wichtig. "Aber seid darauf gefasst, auf Widerstand zu stoßen. Bleibt hartnäckig und schlagt jeden Tag aufs Neue einen kleinen Spaziergang vor." 

 

Sucht euch professionelle Hilfe

Depression ist eine Krankheit und die muss professionell behandelt werden. Der Betroffene wird sich selbst nicht um einen geeigneten Therapeuten kümmern können, das musst du also für ihn übernehmen. Wichtig ist es, den Partner in die Entscheidung mit einzubinden. Präsentiere ihm deine Rechercheergebnisse und zeige ihm auf, was die nächsten Schritte sind.

Bei der Suche nach einem geeigneten Psychologen in der Nähe kann der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. helfen. 

 

Leckeres, gesundes Essen ist wichtig

Selbst wenn du vielleicht nicht gerne oder besonders gut kochst, versuche dir und deinem Partner jeden Tag ein gesundes Essen zu zaubern - es muss nichts Aufwendiges sein. "Zum einen nimmt es dem Partner die Last, sich um das Essen zu kümmern, zum anderen ist es wichtig gut und gesund zu essen, um wieder auf die Beine zu kommen", sagt Paartherapeut Isiah McKimmie. 

 

Nimm die Sorgen und Ängste ernst

Noch immer werden Depressionen von der Gesellschaft nicht so ernst genommen, wie sie sollten. Frei nach dem Motto: "Jetzt reiß dich doch einfach mal zusammen!" Doch genau das ist der falsche Weg. Du solltest deinem Partner immer das Gefühl geben, dass du seine Sorgen und Ängste ernst nimmst und ihm dabei helfen willst, Sie zu bekämpfen.

"Eine psychische Krankheit kann genauso kräftezehrend sein, wie eine körperliche Krankheit", sagt Ryan Howes. Und mit genau diesem Gefühl, sollte man auch Depressionen gegenübertreten: Das Problem erkennen, es gemeinsam angehen und versuchen es zu bekämpfen. 

 

Blick positiv in die Zukunft und mach Pläne

Zukunftspläne sind wichtig. Frag deinen Partner zum Beispiel, wohin er als nächstes in den Urlaub fahren möchte oder schlag ihm Ziele vor. "Es geht nicht darum, die Reise wirklich in die Tat umzusetzen", sagt Psychologe Kurt Smith. "Sondern vielmehr darum, den Partner immer wieder aus seinen negativen Gedanken zu reißen und ihm den Blick auf eine positive Zukunft nicht zu verschließen." 

 

Pass auf dich auf 

Sich um einen Menschen mit Depressionen zu kümmern, ist wahnsinnig anstrengend. Deswegen ist es wichtig, sich selbst nicht zu vernachlässigen. Gönn dir kleine Auszeiten, triff dich mit Freunden, tu mal etwas nur für dich.

"Wer selbst ausgebrannt ist, kann anderen nicht helfen", gibt Isiah McKimmie zu bedenken. "Depressive Menschen haben oft Verlustängste, fürchten der Partner könnte sie verlassen. Wenn er jedoch sieht, dass es dem Partner gut geht, hat er eine Sorge weniger."

Das könnte auch noch interessant sein: 

Bin ich depressiv? Daran erkennst du es!​

9 Dinge, die du über Menschen wissen musst, die ihre Depression verheimlichen

Despressionen: Was erhöht das Risiko, depressiv zu werden?

Diese Fotos machen Depressionen sichtbar

Kategorien: