KrankheitenFieber: Ursachen, Symptome und Heilung

Früher oder später bekommt jeder einmal Fieber. Was bei Erwachsenen hilfreich ist, kann bei Kindern tödlich enden.

Fieber - alle Fakten
Erhöhte Körpertemperatur geht häufig mit Infektionen einher
Foto: iStock
Inhalt
  1. Was sind die Ursachen von Fieber?
  2. Was sind Symptome von Fieber?
  3. Ab wann hat man Fieber?
  4. Ist Fieber gefährlich?
  5. Was tun bei Fieber?

 

Was sind die Ursachen von Fieber?

Fieber ist keine Krankheit an sich, sondern eine Begleiterscheinung etwa bei viralen Infekten, Entzündungen und gelegentlich auch bei Tumoren. Mit der erhöhten Körpertemperatur versucht das Immunsystem z.B. die Viren oder Mikroorganismen abzutöten. Bildet der Körper Abwehrstoffe, sind u.a. sogenannte Pyrogene darunter. Diese erzeugen das Fieber.

So leitet sich auch das Wort "Fieber" vom lateinischen "febris" ab, was "Hitze" bedeutet. Oder im Fall des Fiebers: Überwärmung des Körpers. Um den Körper aufzuheizen (und die Fremdkörper auf diese Weise abzutöten), sind viele Körperorgane und -funktionen daran beteiligt. So wird beispielsweise die Leber aktiver als sonst, indem sie den Stoffwechsel ankurbelt und somit innere Wärme erzeugt. Der mit dem Fieber oft einhergehende Schüttelfrost erhöht ebenfalls die Wärmeproduktion. Auch die Wärmeabgabe durch die Haut wird vom Körper reduziert (deswegen die kalten Füße und Hände bei Fieber).

Je nach Verlauf der Fieberkurve kann man - grob! -auf die Ursache des Fiebers schließen. Folgende 5 Fiebermuster gelten seit einer 1997 verfassten Studie:

  1. Kontinuierliches / durchgängiges Fieber: das Fieber bleibt - mit minimalen Temperaturschwankungen - 4 Tage oder länger über 39 °C bestehen. Mögliche Ursachen: Lungenentzündung, Rickettsia (also Krankheiten, die von Flöhen, Zecken, Milben oder Läusen verursacht werden), Typhus, Hasenpest
  2. Intermittierendes / schwankendes Fieber: das Fieber schwankt sehr stark über den Tag; häufig misst man abends die höchste Körpertemperatur. Mögliche Ursachen: lokale Infektionen, wie z.B. Herzinnenhaut- oder Knochenmarkentzündung. Ebenfalls möglich: Mittelmeerfieber ("Brucellose"), Salmonellose, Lebensmittelvergiftung oder Tuberkulose.
  3. Wechselfieber: Tage mit Fieber und ohne Fieber wechseln sich ab. Mögliche Ursachen: Malaria
  4. Doppelgipfliges Fieber: einige Tage Fieber, fieberfreie Tage und anschließend noch höheres Fieber. Mögliche Ursachen: Viruserkrankung, z.B. Masern, Gelbfieber, Grippe, Denguefieber
  5. Periodisches Fieber / Pel-Ebstein-Fieber: rund eine Woche Fieber, eine Woche kein Fieber usw. Mögliche Ursachen: Mittelmeerfieber (Brucellose), Hodgkin-Lymphom (Tumorart)

Bei Kindern können zudem Mandel- oder Mittelohrentzündungen, Blinddarm- oder Hirnhautentzündung, Kindliches Rheuma, Masern, Mumps, Windpocken, Röteln, Hand-Fuß-Mundkrankheit, Pfeiffersches Drüsenfieber, Leukämien und Knochentumore, Magen-Darm- und Harnwegs-Infekte oder Scharlach Fieber auslösen.

Allerdings gibt es bis heute noch Fälle, bei denen die Ursache unklar bleibt ("Fieber unklarer Genese / Herkunft"). Diese Fieber vergehen häufig aber von selbst wieder. Mögliche Ursachen dieser zunächst "unklaren Ursachen" können Autoimmunkrankheiten sein, Nebenwirkungen von Arzneimitteln, Hormone oder psychisches Fieber. Stellt sich nach intensiven Untersuchungen heraus, dass nichts davon zutrifft, das Fieber (mindestens 38,3 °C) dennoch über drei Wochen bestehen bleibt, gilt es als "Fieber unklarer Genese / Herkunft".

Wichtiger als das Fiebermuster sind die Begleiterscheinungen zur Diagnose der Fieber-Ursache sowie die Eingrenzung der Ursache-Möglichkeiten (z.B. durch Ausschluss bestimmter Ursachen, indem der Arzt Fragen stellt wie: Waren Sie kürzlich im Ausland / mit Tieren in Kontakt? Nehmen Sie neu verordnete Medikamente ein? Haben Sie kürzlich rohe Milch- oder Fleischprodukte gegessen? Könnte eine sexuell übertragbare Infektion vorliegen? etc.).

 

Was sind Symptome von Fieber?

Das auffälligste Symptom von Fieber ist die erhöhte Körperkerntemperatur. Aber auch folgende Symptome können bei Fieber auftreten:

  • warme bis heiße Stirn, Wangen
  • Frieren, kalte Hände und Füße
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schlappheit, Müdigkeit
  • glasiger Blick, glänzende Augen
  • verstärkte Licht-, Geräusch- und Berührungsempfindlichkeit
  • Muskelzittern und Schüttelfrost
  • erhöhter Durst
  • Schwindel beim Aufstehen
  • Anstieg der Pulsfrequenz (laut der sogenannten Liebermeisterregel gilt: pro 1 °C Körpertemperaturanstieg zehn Herzschläge - pro Minute - mehr)
  • Anstieg der Atemfrequenz
  • Unruhe bis hin zu Halluzinationen ("Fieberwahn")
 

Ab wann hat man Fieber?

Fieber lässt sich mit einem Thermometer messen (in Apotheken erhältlich). Am häufigsten wird die Körpertemperatur in der Achselhöhle (axillar), im Mund (sublingual), im Ohr (aurikular), im After (rektal), in der Leiste (inguinal) oder in der Scheide (vaginal) gemessen. In der Regel gilt der rektal gemessene Wert am exaktesten, weshalb die Körpertemperatur vor allem bei Säuglingen und Kindern auf diese Weise gemessen wird. Den unzuverlässigsten Wert liefert die Messung in der Achselhöhle.

Bei Menschen geht man davon aus, dass er in gesundem Zustand eine Körpertemperatur zwischen 36,8 °C und 37,2 °C hat (bei Kindern: zwischen 36,5 °C und 37,3 °C). Als Fieber gilt in der Regel alles zwischen 38,3 °C und 41 °C (bei Kindern: zwischen 37,6 °C und 38,5 °C). Bei 39 bis 40 °C spricht man von "hohem Fieber" (sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen), bei 40 bis 41 °C spricht man von "sehr hohem Fieber".

Einen Wert über 41 °C ("Hyperpyrexie") kann der Mensch (fast) nie erreichen, da der menschliche Körper das Fieber bei dieser Gradzahl begrenzt. Würde die Körpertemperatur nämlich noch weiter ansteigen, liefe der Körper Gefahr, sich so selbst zu zerstören (ab 42,6 °C gerinnen die Eiweißstoffe im Körper, Nervenzellen werden geschädigt). Das ist in nur in den seltensten Fällen der Fall, etwa bei schwersten Infektionen oder Gehirnerkrankungen.

Bei Kindern gilt: Ab 38,5 °C sollte das Fieber (z.B. mit fiebersenkenden Mitteln wie Paracetamol) gesenkt werden, um mögliche Fieberkrämpfe zu vermeiden. Grundsätzlich gilt: Kinder fiebern öfter, rascher und deutlicher als Erwachsene - das ist normal. Bei Neugeborenen (erster Monat) gilt schon 37,8 °C als Fieber. Bis zum Alter von drei Monaten geltem 38 °C als Fieber. In jedem Fall sollten Säuglinge, Kleinkinder und Kinder schnellstmöglich zum Arzt, sobald sie Fieber haben.

 

Ist Fieber gefährlich?

Vom sechsten Lebensmonat bis zum sechsten Lebensjahr können Kinder Fieberkrämpfe (Zuckungen der Muskulatur, Bewusstseinsverlust) bekommen. Bei Babys äußern sich Fieberkrämpfe mit Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Bauch- und Kopfschmerzen. Dann ist es sogar angebracht, einen Notarzt zu rufen, wenn kein Kinderarzt erreicht werden kann. Die Ursache für Fieberkrämpfe sind vermutlich Nervenbände im Gehirn, die durch die erhöhte Temperatur gestört werden. Glücklicherweise kommen Fieberkrämpfe (Dauer: unter 15 Minuten) nur bei rund drei Prozent aller Kleinkinder vor - und verlaufen in den meisten Fällen "unkompliziert".

Bei Kleinkindern und älteren Menschen besteht die Gefahr, dass sie "austrocknen". Folgen sind Herz- und Kreislaufprobleme, sowie eine hohe Thrombose- und Sturzgefahr. Deswegen ist es besonders in diesen Zielgruppen wichtig, bei Fieber viel zu trinken.

 

Was tun bei Fieber?

  • Viel trinken (Wasser und Tee). Es gilt ab einer Temperatur von 37 °C: pro weitere Erhöhung um einen Grad 0,5 bis einen Liter zusätzlich trinken; entspricht also mindestens zwei Litern am Tag
  • den Körper warm halten
  • Bettruhe / Körper schonen (keine körperlichen und geistigen Anstrengungen!)
  • ggf. Erkältungsbad nehmen
  • leicht verdauliche Speisen zu sich nehmen (z.B. Hühnersuppe)
  • Wenn das Fieber nach einem Tag nicht von selbst nachlässt: unbedingt einen Arzt aufsuchen.
  • Für Kinder gilt: Sicherheitshalber schon bei ersten Fiebersymptomen den Kinderarzt konsultieren.

Wie kann man Fieber senken?

Diese Frage wird sehr häufig gestellt. Dabei ist viel wichtiger zu wissen: Sollte man überhaupt versuchen, Fieber zu senken? Denn bei den meisten Infekten - so zeigten klinische Studien und Tierexperimente - ziehen fiebersenkende Maßnahmen den Krankheitsverlauf nur in die Länge, statt ihn zu verkürzen.

Inzwischen haben auch Studien am Menschen bewiesen, dass z.B. Sepsis (Blutvergiftung), die durch Bakterien oder Pilze verursacht wurde, schneller heilt, je höher die Körpertemperatur des Patienten ist. Ähnliches gilt für Windpocken, beim Rhinovirus, Bauchfellentzündung und sogar bei Malaria. In der Krebsdiagnostik gibt es sogar dokumentierte Fälle von "Spontanheilungen", wenn der Krebspatient an einer hochfieberhaften Erkrankung leidet. Grund: Fieber kann unter Umständen das Immunsystem zu einer besseren Krebsabwehr verleiten.

Besser ist es, die Ursachen des Fiebers zu bekämpfen, soll heißen: Bakterien mit Antibiotika bekämpfen, Pilze mit Antimykotikam, Viren ggf. mit Virostatika etc.

In Ausnahmefällen sollte man das Fieber dennoch senken. Das ist etwa der Fall, wenn die hohen Temperaturen dem Patienten schaden oder wenn - insbesondere Kinder - unter Fieberkrämpfen leiden. Dann können kühlende Bein-, Hand-, Stirn- und Wadenwickel sowie Linden- oder Holunderblütentee helfen (wirken schweißtreibend und fiebersenkend).

 
Kategorien: