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Hebamme finden: Wie du eine Hebamme für das Wochenbett suchst und findest

Du bist schwanger und suchst eine Hebamme? Wir erklären, wie du eine Hebamme finden kannst – und was du beachten solltest.

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Juli 2021: Ich erinnere mich noch genau daran, als unsere Hebamme zum ersten Mal zu uns nach Hause kam, um im Wochenbett nach mir und unserer Tochter zu sehen. Sie sah mich an und fragte: „Na, alles klar bei euch?“ Ich, ungeduscht, ungeschminkt, mit dunklen Schatten unter den Augen, im Schlabberpullover, sagte irgendwas in der Richtung wie: „Ja, eigentlich schon.“ Ein zweiter Blick von ihr und ein „wirklich?“ genügte – und ich brach in Tränen aus. Mit wenigen Worten, Empathie und hilfreichen Handgriffen schaffte es meine Hebamme (die eigentlich gelernte Krankenschwester war, aber dazu später mehr), mich zu beruhigen. Keine Ahnung, wie wir - wie ich - die wirklich herausfordernde Zeit im Wochenbett ohne sie überstanden hätten.

Mit dem ersten Ultraschallbild in der Hand fragst du dich vielleicht: Wie finde ich überhaupt eine Hebamme? Wo kann ich suchen und was kann ich tun, wenn ich keine Hebamme finde? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das Thema Hebamme finden und haben Tipps von Expertinnen.

Warum brauche ich überhaupt eine Hebamme?

Mit der Geburt eines Kindes ist alles neu, das Leben ein komplett anderes. Schließlich müssen sich alle Familienmitglieder erstmal kennenlernen und sich alle an die Veränderung gewöhnen. Als werdende Mama bist du (vor allem beim ersten Kind) vielleicht noch unsicher, hast Fragen wie: Wie halte ich mein Baby richtig? Warum trinkt es so viel oder wenig? Stille ich genug? Was kann ich gegen schmerzende Brustwarzen machen? Wie oft muss ich mein Baby baden? Muss ich mein Neugeborenes zum Stillen wecken? Was, wenn das Stillen nicht klappt?

Da kommt die Hebamme ins Spiel. Eine Sprecherin des Deutschen Hebammenverbands e. V. (DHV) erklärt gegenüber Wunderweib.de, warum eine Hebamme so wichtig ist: „Eine Schwangerschaft bedeutet Veränderung und Neustrukturierung für alle Beteiligten. Für den Beginn dieses neuen Lebensabschnitt steht eine Hebamme einer Familie kompetent zur Seite, um Mutter und Kind während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett auf Augenhöhe zu unterstützen.“

Eine Hebamme ist also Beraterin, Unterstützerin, Versorgerin, Trösterin, Zuhörerin – und kann dir geduldig all deine Fragen beantworten.

Hebamme finden: In welcher SSW sollte ich eine Hebamme suchen?

Aufgrund es Hebammenmangels in Deutschland, empfiehlt der DHV frühzeitig mit der Suche nach einer Hebamme zu beginnen.

„Hebammen betreuen werdende Mütter nicht nur während des Geburtsprozesses, sondern auf Wunsch durch die Schwangerschaft, im Wochenbett und in der gesamten Stillzeit. Es ist daher wichtig, so früh wie möglich in der Schwangerschaft eine Hebamme zu suchen“, erklärt eine DHV-Sprecherin. Je nach Region und Nachfrage könne es sein, dass Hebammen schnell ausgebucht seien.

Hebamme und Autorin Kareen Dannhauer empfiehlt in ihrem Buch „Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby“ (S. 31 f.) ebenfalls, so früh wie möglich nach einer Hebamme zu suchen: „Es gibt durchaus Regionen (vor allem entweder in sehr dünn besiedelten Gebieten oder in den kinderreichen Stadtteilen großer Städte), in denen man nach der 8. oder 10. Schwangerschaftswoche kaum mehr eine Hebamme bekommt, weil alle bereits ausgebucht sind.“ Für eine Wochenbettbetreuung könne selbst dieser Zeitpunkt schon zu spät sein.

Daher ist es ratsam, dass du dich bereits vorher auf die oftmals schwere Suche nach einer Hebamme machst – auch, wenn sich das angesichts des Risikos einer Fehlgeburt im ersten Trimester befremdlich anfühlen mag.

Hebamme finden für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Um eine Hebamme zu finden, ist es sinnvoll, zunächst einzugrenzen, für welche Phase du dir eine wünschst. „Natürlich ist es erstmal naheliegend, sich eine Hebamme zu wünschen, die alles macht: Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett“, erklärt Kareen Dannhauer in ihrem Buch „Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby“ (S. 31).

Doch die Realität ist ernüchternd: Die meisten Hebammen bieten keine Rundumbetreuung in allen drei Phasen an. „Das liegt nicht zuletzt am Hebammenmangel. So wirst du wahrscheinlich auf viele Hebammen im Verlauf von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett treffen“, schreibt Kareen Dannhauer.

Die meisten Hebammen sind in Deutschland freiberuflich tätig und machen Hausbesuche, einige bieten auch die Begleitung von Hausgeburten an. Es gibt aber auch freiberufliche Hebamme, die an unterschiedlichen Orten arbeiten, u.a.:

  • Hebammen in Krankenhäusern (Kreißsaal, Wochenstation),

  • Geburtshäusern,

  • Hebammenpraxen,

  • soziale Einrichtungen und Träger.

Hebamme finden: Aber wie? Tipps für die Suche

Um eine Hebamme zu finden, kannst du ganz klassisch googeln: Gibt einfach deinen Wohnort und das Wort „Hebamme“ in die Suchmaske ein.

Das kannst du außerdem tun, um eine Hebamme zu finden:

  • Im Freundes- und Bekanntenkreis umhören, sofern diese in deiner Nähe wohnen, kann das ergiebig sein.

  • Der Deutsche Hebammenverband bietet seit 2020 gemeinsam mit dem Kooperationspartner keleya Digital-Health Solutions Deutschlands größte Hebammenvermittlungsplattform ammely.de an. „Dort können werdende Mütter und Familien kostenlos eine Hebamme in ihrer Region suchen“, erklärt eine DHV-Sprecherin. Ammely bietet eine detaillierte Suche an, sodass du nach der gewünschten Leistung filtern kannst. Unter Angabe deiner Postleitzahl und des errechneten Geburtstermins werden dir freiberufliche Hebammen mit und ohne Geburtshilfe angezeigt sowie Hebammen, die kurzfristig freie Kapazitäten für Schwangeren- und Wochenbettbetreuungen haben.

  • Bei hebammensuche.de werden dir ebenfalls mehrere in deinem Umkreis tätige Hebammen angezeigt, deren Leistung du vorab filtern kannst.

  • Auf den Websites der Kliniken in deiner Stadt werden ebenfalls häufig freiberufliche Hebammen für Schwangere mit ihren Angeboten gelistet.

  • Eine weitere Suchmöglichkeit bietet der GKV-Spitzenverband der Krankenkassen. Dort sind bundesweit alle Hebammen gelistet, die berechtigt sind, die gesetzlichen Leistungen mit den Krankenkassen abzurechnen. 

  • Einige Bundesländer oder Gemeinden bieten regionale Suchangebote zur Unterstützung, darunter u.a. Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

  • Höre dich um: Wohnt deine Freundin oder Bekannte in der Nähe und kann dir ihre Hebamme empfehlen? Einen Versuch ist es wert, sie zu kontaktieren.

Tipp: Suche breitgefächert und verschicke so viele Anfragen, wie möglich. Nicht unüblich sind 50 bis 80 Anfragen. Vielleicht hast du aber auch Glück und findest schon nach 10 Anfragen eine Hebamme.

Was ist eine Beleghebamme und wie finde ich sie?

Der Hauptunterschied zwischen einer Beleghebamme und einer „normalen Hebamme“ liegt darin, dass die Beleghebamme freiberuflich arbeitet, jedoch einen Vertrag mit einer Klinik oder einem Geburtshaus hat, um dort die Kreißsäle nutzen zu dürfen. So kann sie eine Betreuung während der Geburt und meist auch im Wochenbett, manchmal sogar in der Schwangerschaft, anbieten.

Die Suche nach einer Beleghebamme gestaltet sich noch schwieriger, weil die meisten Hebammen nicht als Beleghebamme tätig sind. Über die meisten der oben genannten Adressen kannst du über die Suchfunktion nach einer Beleghebamme filtern.

So findest du eine Hebamme, die zur dir passt

Die Beziehung zu deiner Hebamme ist kurz, aber eng. „Eine Hebamme wird dich in einer sehr besonderen und körperlich und emotional intimen Situation deines Lebens begleiten“, erklärt Kareen Dannhauer („Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby, S. 32).

„Sie wird auf deiner Bettkante oder in deiner unaufgeräumten Küche sitzen, deine Brüste abtasten und deine Binden genau anschauen wollen. Deshalb ist Vertrauen wichtig, und auch die viel beschriebene Chemie sollte unbedingt stimmen.“

Karen Dannhauer hat weitere Tipps, worauf du achten kannst:

  • Überlege dir, ob das Alter deiner Hebamme eine Rolle spielt.

  • Wünschst du dir, dass deine Hebamme bestimmte Fortbildungen (z.B. Kenntnisse in naturheilkundlichen Verfahren) vorzuweisen hat?

  • Suchst du eher eine Hebamme, die dich emotional abholt oder eine, die dich motiviert und auch Humor hat?

Letztlich ist es in der Realität so: Es gibt nicht die perfekte Hebamme und das muss es auch gar nicht, denn aufgrund des Hebammenmangels wirst du wahrscheinlich froh sein, wenn du eine gefunden hast, die überhaupt noch Kapazitäten frei hat.

Wie fragt man eine Hebamme an?

Wenn es nicht ausdrücklich erwünscht ist von der Hebamme, ihr eine Mail zu schreiben, kannst du sie anrufen. Manche Hebamme geben Telefonzeiten an, bei anderen musst du auf die Mailbox sprechen, wenn sie im Einsatz sind. So oder so: Probiere es mehrmals per Telefon zu unterschiedlichen Uhrzeiten und schicke zusätzliche eine E-Mail.

Bei Portalen wie ammely.de schreibst du die Hebammen über ein Formular direkt an. Dort steht auch mit wie viel Antwortzeit du rechnen musst (teilweise bis zu zwei Wochen).

Beachte: Der Umkreis, in dem Hebammen Hausbesuche machen, beträgt maximal 20 Kilometer. Darüber hinaus decken die Krankenkassen kein Wegegeld ab. Zudem kostet die Anfahrt Zeit und damit auch Geld.

Hebamme gefunden: So ist der Ablauf

Deine Suche nach einer Hebamme war erfolgreich? Glückwunsch! Nun ist der Ablauf in der Regel folgender:

  1. Du vereinbarst mit deiner Hebamme einen Termin für ein Erstgespräch, um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Wenn du deinen Mutterpass schon hast, kannst du diesen bereits mitbringen. Notiere dir vorab Fragen, die du an deine Hebamme hast.

  2. Beim Erstgespräch wird dir deine Hebamme Fragen stellen, etwa, ob du schon weißt, wo du entbinden möchtest. Auch eine Anamnese, also deine Gesundheitsgeschichte und der bisherige Verlauf der Schwangerschaft, gehört zum Erstgespräch dazu.

  3. Wenn du dir eine Betreuung durch die Hebamme vorstellen kannst, klärt ihr ab, wann ihr euch das nächste Mal seht. Je nachdem, ob dich deine Hebamme schon in der Schwangerschaft betreut, während der Geburt oder erst im Wochenbett, kann das zeitlich also sehr variieren.

Hebammen: Unverzichtbar, zu wenig wertgeschätzt

Der Beruf der Hebamme ist alt: Schon aus dem Alten Ägypten kennt man heute zum Beispiel Kunstwerke, die sogenannte „weise Frauen“ bei der Geburtshilfe zeigen. Hebammen können jede medizinische Vor- und Nachsorge einer Schwangerschaft und Geburt sowie der Wochenbettbetreuung übernehmen, mit Ausnahme eines Ultraschalls. Zudem sind Hebammen auch eine mentale Stütze. Hebammen sind unverzichtbar für unser Gesundheitssystem, umso erschreckender ist es, wie wenig - auch monetäre Anerkennung - sie für ihre Arbeit bekommen.

Die Situation hat sich seit dem 1. November 2025 verschärft: Mit dem Hebammenhilfevertrag zwischen Hebammenverbänden und gesetzlichen Krankenkassen, soll die 1:1-Betreuung und bessere Bezahlung eigentlich gestärkt werden. Das Problem: Es gibt für die Parallelbetreuung mehrerer Frauen weniger Geld, nämlich ab der zweiten betreuten Geburt nur noch 80 Prozent des regulären Stundensatzes.

Die schlechte Bezahlung und die zu hohen Kosten (durch Versicherung) bei hohem Arbeitsaufkommen führen zum Hebammenmangel, der durch das neue Gesetz nur noch verschlimmert werden könnte.

Wochenbett: Wie oft kommt meine Hebamme?

Du hast Anspruch auf insgesamt 16 Besuche innerhalb von zwölf Wochen nach der Geburt. Im Wochenbett hast du bis zum elften Tag nach der Geburt Anspruch auf einen täglichen Hausbesuch. Danach kommt deine Hebamme in größeren Abständen.

Was mache ich, wenn ich keine Hebamme finde?

Etwa zwei Wochen nachdem ich meinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hatte, begann ich mit der Suche nach einer Hebamme. Der errechnete Geburtstermin unseres Kindes: Mitte Juli. Es folgten etwa 50 Anfragen und genauso viele Absagen. „Ich bin dann im Urlaub, Schulferien“ oder „Ich habe leider keine Kapazitäten mehr“ waren zwei der häufigsten Antworten, die ich bekam. Das kommt dir bekannt vor?

Eigentlich hat jede versicherte Frau Anspruch auf Hebammenleistungen. Doch aufgrund des Mangels an Hebammen, kann die Suche in seltenen Fällen erfolglos sein. Auch, wenn deine Suche nach einer Hebamme frustrierend ist: Lass dich nicht entmutigen. Wenn du keine Hebamme findest, kannst du folgendes machen:

  • Doula: Eine Doula ist eine nicht-medizinische Geburtsbegleiterin, die dich emotional unterstützen kann. Eine Doula wird im Wochenbett nicht dein Baby wiegen oder deinen Darmriss kontrollieren, sondern dir in erster Linie mental zur Seite stehen, was angesichts von Wochenbettdepressionen eine wertvolle Unterstützung sein kann. Einige Doulas habe eine Zusatzausbildung zur Stillberaterin. Möglich wäre also auch eine Kombination aus Doula und Frauenarztbesuche für die Nachsorge, wenngleich diese körperlich anstrengend sein kann, da keine Hausbesuche möglich sind.

  • Hartnäckig sein: Eine Hebamme ist direkt bei dir um die Ecke, hat aber keine Kapazitäten mehr? Kontaktiere sie dennoch an. Denn ist der Hausbesuch nur wenige Meter entfernt, kann es sein, dass sie dich doch noch betreut. Oftmals ist neben freien Kapazitäten auch die Fahrstrecke ein Problem: Ist diese zu lang, kostet das die Hebamme unter Umständen zu viel Zeit, die sie für einen weiteren Hausbesuch gehabt hätte.

  • Ehemalige Krankenschwester: Einige Krankenschwestern bieten manchmal die gleichen Leistungen wie eine Hebamme an – allerdings für Selbstzahler. Das war damals auch unser Notnagel. Da meine Hebamme aber keine ausgebildete Hebamme war, übernahm meine Krankenkasse keinen Cent. Was für unser Konto belastend war, erschien mir immer noch besser, als keine Unterstützung im Wochenbett zu haben. Jemanden zu bezahlen, der Hausbesuche macht, ist natürlich eine Kostenfrage. Wenn du das Geld aufbringen kannst, rate ich dazu, denn die Unterstützung im Wochenbett ist das Geld wert.

  • Online-Hebamme: Einige Hebammen bieten ihre Leistungen auch online an. Wie soll das gehen, fragst du dich? Natürlich sind Hausbesuche der Idealfall. Ist die Betreuung nur online möglich, weil die Hebamme zu weit von dir entfernt ist, kann sie euch als Eltern dennoch unterstützen, indem sie euch erklärt, wie ihr eurer Baby wiegen und messen könnt. Fragen können online geklärt werden und ihr habt die Gewissheit, nicht allein mit den Herausforderungen des Wochenbetts zu sein.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Suche nach einer Hebamme und alles Gute.

Quellen

  • Kareen Dannhauer: „Guter Hoffnung - Hebammenwissen für Mama und Baby. Naturheilkunde und ganzheitliche Begleitung.“ (2. Auflage, 2017), 448 Seiten, Kösel.

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