Hitzewallungen & Co. Wochenbett: Was dich erwartet & warum es so wichtig ist

Das Baby ist da und die Zeit für das Wochenbett beginnt. Doch was passiert eigentlich in den 6 bis 8 Wochen nach der Geburt? 

Inhalt
  1. Warum ist das Wochenbett so wichtig?
  2. Wie verbringe ich das Wochenbett? 
  3. Wie bereite ich mich auf das Wochenbett vor? 
  4. Welche körperlichen Veränderungen kommen im Wochenbett auf mich zu? 

Das Baby ist auf der Welt und als Mutter ist man so vollgepumpt mit Glückshormonen, dass man oft noch gar nicht realisiert, welche Anstrengung der Körper durch die Schwangerschaft und Geburt eigentlich hinter sich hat. Nach und nach zeigen sich die ersten Symptome und viele Frauen wissen gar nicht: Ist das eigentlich normal? Was passiert hier mit meinem Körper? Wir klären auf, welche Begleiterscheinungen das Wochenbett mit sich bringt. 

 

Warum ist das Wochenbett so wichtig?

Die ersten Wochen nach der Geburt sind für Mutter und Kind besonders wichtig. In dieser Zeit werden die festen Bande geknüpft, die ein Leben lang halten und das Wochenbett bietet die optimale Atmosphäre dafür. Intensive Nähe, Kuscheln, sich gegenseitig kennenlernen und gemeinsam mit dem Partner als Familie zusammenwachsen. Denn der kleine Neuankömmling bringt so einiges durcheinander, da braucht es Zeit, bis sich alles findet. In der Ruhe und Gelassenheit des Wochenbetts gelingt das oft von ganz alleine. 

Aber das Wochenbett ist auch dazu da, um sich von der Geburt zu erholen, die nicht nur eine körperliche, sondern auch eine seelische Herausforderung ist. Das Wochenbett dient also zur Erholung und Regenerierung und fördert die Rückbildung und das Abheilen von Geburtsverletzungen. 

Mama und Baby brauchen aber auch Zeit, um beim Stillen Routine zu entwickeln. Denn ist die frischgebackene Mama gestresst, kann es zum Milchstau und anderen Problemen kommen. Idealerweise bietet das Wochenbett eine stressfreie Umgebung, in der es genügend Zeit gibt, um das Stillen zu üben. 

 

Wie verbringe ich das Wochenbett? 

Einen Fahrplan gibt es für diese Zeit nicht. Wochenbett bedeutet auch nicht, dass ihr sechs bis acht Wochen im Bett liegen müsst. In erster Linie geht es darum ganz viel Haut-an-Haut-Kontakt mit eurem Baby zu haben, um die Bindung zwischen euch zu stärken. Deine Hebamme wird dir außerdem viel Ruhe und Schlaf in diese Zeit empfehlen. Und gerade wenn du stillst, brauchst du die besonders. Das Kind wird alle zwei bis drei Stunden wach und will an die Brust oder die Flasche. Das kann ganz schön schlauchen. Von daher solltest du die Schlafphasen deines Kindes nutzen, um selbst Ruhe zu finden. 

Gerade in den ersten Tagen empfiehlt es sich im Bett zu bleiben. Um die Rückbildung zu fördern, solltest du Spaziergänge auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und dich auf den Radius in deiner Wohnung konzentrieren.  Vor allem wenn du stillst, ist es wichtig, dass du dich ausgewogen ernährst. Direkt nach der Geburt solltest du allerdings noch ein bisschen vorsichtig sein und auf Sachen verzichten, die schwer im Magen liegen. 

Nicht zuletzt kannst du dich mit viel Ruhe und Entspannung auch selbst vor einer Wochenbettdepression schützen. Die wird nämlich durch zu wenig Schlaf und Erholung und zu viel Stress begünstigt. 

 

Wie bereite ich mich auf das Wochenbett vor? 

Vor der Geburt solltest du ein paar Vorkehrungen für das Wochenbett treffen: 

Wer kümmert sich um den Haushalt? Es gibt Wichtigeres als Staubsaugen und Wäsche waschen. Alle Aufgaben an den Partner zu übertragen ist aber auch keine Lösung. Schließlich sollte er genauso Zeit haben, sein Baby kennenzulernen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Haushaltshilfe nur bedingt, informiere dich vorher. Können dein Partner oder andere enge Familienmitglieder dich im Wochenbett nicht unterstützen, werden die Kosten meist übernommen. Hat dein Partner selbst Elternzeit, müsst ihr die Kosten selbst tragen. 

Wer darf euch wann besuchen? Freunde und Verwandte wollen das neue Familienmitglied natürlich auch kennenlernen. Aber während des Wochenbetts sollten du, das Baby, dein Partner und eventuell die Geschwisterkinder im Vordergrund stehen. Grundsätzlich gilt: Ladet nur die Menschen ein, die ihr auch unbedingt sehen wollt. Zusätzlichen Stress kann niemand gebrauchen. Und wenn ihr Besuch bekommt, darf sich dieser gerne nützlich machen und zum Beispiel etwas zu essen mitbringen. 

Was kann ich vorbereiten? Die Erstausstattung sollte vorhanden sein, auch genug Windeln und Pflegeprodukte für dich und das Baby. Damit du während des Wochenbetts nicht unnötig viel Zeit in der Küche verbringen musst, macht es Sinn dein Lieblingsessen vorzukochen und einzufrieren. 

Wochenbett: Warum es für Mutter und Kind so wichtig ist
 

Welche körperlichen Veränderungen kommen im Wochenbett auf mich zu? 

Nach der Geburt verändert sich der Körper sehr stark und nicht auf alle Veränderungen ist man als Mutter vorbereitet. Das kommt auf dich zu: 

Wochenfluss

Wenn sich nach der Geburt die Plazenta von der Gebärmutter ablöst, entsteht eine großflächige Wunde an der Gebärmutterschleimhaut. Bis zur vollständigen Heilung dieser Wunde fließt der Wochenfluss. In den ersten Tagen nach der Geburt ist der Wochenfluss besonders stark, manchmal enthält er auch kleine Klümpchen, mit der Zeit wird er zunehmend heller. Hygiene ist in diese Zeit besonders wichtig. Die Vorlagen sollten alle paar Stunden gewechselt werden. Nach etwas sechs Wochen ist der Wochenfluss beendet.

Mögliche Komplikation: ein Wochenflussstau. Dann bildet sich die Gebärmutter nicht so zurück, wie sie sollte. Symptome sind Bauch- oder Rückenschmerzen, außerdem versiegt der Wochenfluss plötzlich oder verändert seinen Geruch. Massagen und Sitzbäder können den Stau lösen. Bleibt der Wochenflussstau unerkannt, kann es zu einer Infektion in der Gebärmutter kommen und zu einem Kindbettfieber führen. 

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Nachwehen

Nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen. Frauen, die ihr erstes Kind bekommen haben, bemerken das meistens nicht so stark. Mit jedem weiteren Kind werden die Nachwehen jedoch stärker. Wenn du stillst, wirst du die Nachwehen vor allem merken, wenn du das Kind anlegst. Nach ein paar Tagen klingen die Nachwehen in der Regel ab. Gibt es Schwierigkeiten bei der Rückbildung wird deine Hebamme dir raten, dich öfter auf den Bauch zu legen. Der Druck regt die Rückbildung an und beschleunigt den Prozess. 

Schwitzattacken

Die Schweißausbrüche sind eine Folge der Hormonumstellung. Meist beginnen die Schwitzattacken kurz nach der Geburt und dauern ein paar Tage an. Wirklich etwas dagegen tun kann man nicht. Hebammen raten die Wäsche in diese Zeit öfter zu wechseln, weil die Frauen vor allem nachts sehr stark schwitzen. 

Geburtsverletzungen

Viele Frauen ziehen sich bei der Geburt Verletzungen an der Vagina, am Muttermund oder am Damm zu. Die häufigste Geburtsverletzung wird durch einen Dammschnitt oder einen Dammriss hervorgerufen. Vor allem beim Sitzen schmerzen diese Verletzungen. Kälte wirkt schmerzlindernd. Ebenfalls angenehm sind Salzwassersitzbäder. Wer Schmerzen beim Wasserlassen verspürt, kann während des Toilettengangs kalten Kamillentee über Scheide und Damm fließen lassen. 

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Beckenboden

Um die geschwächte Beckenbodenmuskulatur zu entlasten, sollten Mütter nach der Geburt die ersten ein bis zwei Wochen im Bett oder auf der Couch verbringen. Schweres Heben wie etwa eines älteren Geschwisterkinds oder einer schwere Babyschale sind tabu. Lässt es sich nicht vermeiden, dann beim Heben den Beckenboden anspannen und den Bauch einziehen. Etwa zwei Wochen nach der Geburt kannst du mit leichten Übungen starten. Nach etwa sechs Wochen kannst du einen Rückbildungskurs besuchen. 

Hämorriden

Durch das Pressen bei der Geburt leiden viele Frauen nach der Schwangerschaft unter Hämorriden. Salben mit gerbenden Bestandteilen können Abhilfe schaffen. Diese Salben eignen sich auch für Frauen die Stillen. Bilden sich die Hämorriden nach sechs bis acht Wochen nicht zurück, solltest du deinen Frauenarzt aufsuchen. 

Verstopfung

Verstopfung ist eine häufige Begleiterscheinung, die meist durch den Stress der Geburt und den Klinikaufenthalt hervorgerufen wird. Oft reguliert sich das aber, sobald die Mütter wieder zu Hause sind. Eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Obst und Gemüse und viel Flüssigkeit helfen, das Problem in den Griff zu bekommen. Hält die Verstopfung länger als fünf Tage an, empfiehlt sich ein Klistier, um den Darm in Gang zu bringen. Am besten lasst ihr euch in der Apotheke beraten. 

Wassereinlagerungen

In den letzten Wochen vor der Geburt sammelt sich vermehrt Wasser in den Beinen und Füßen an, das verschwindet nicht gleich nach der Geburt wieder. Nicht selten kommen zwei bis drei Tage nach der Geburt weitere Wassereinlagerungen hinzu. Beine hochlegen. Auf entwässernde Maßnahmen solltet ihr verzichten. In der Regel dauert es zwei Wochen, bis die Wassereinlagerungen wieder zurückgehen und bis zu fünf Wochen, bis sie vollständig verschwunden sind. 

Haarausfall

In der Schwangerschaft freuen sich viele Frauen über dickes, volles Haar. In den ersten Wochen nach der Geburt fällt das aber leider wieder aus. Aber keine Sorge, auch wenn die Haare vielleicht anfangs büschelweise ausfallen, die neuen Haare sitzen schon in den Startlöchern und werden schnell nachwachsen. Schuld am Haarausfall sind die Hormone. In der Schwangerschaft wird verstärkt Östrogen produziert, nach der Geburt geht die Produktion wieder auf ein Normalmaß zurück und der Körper hat Entzugserscheinungen. 

Baby-Blues

Drei bis vier Tage nach der Geburt ist vielen Frauen zum Heulen zumute. Das ist völlig normal. In der Regel sind die sogenannten Heultage nach wenigen Tagen überstanden und das Gefühlschaos verschwindet genauso plötzlich, wie es gekommen ist. Dauert diese Phase jedoch länger, kann es sich um eine Wochenbettdepression handeln. In diesem Fall solltet ihr euch unbedingt eurer Hebamme oder Frauenärztin anvertrauen. 

Das Wochenbett hält vielleicht ein paar unangenehme Überraschungen bereit, aber die körperlichen Symptome vergehen. Denn im Vordergrund steht ihr als Familie zusammen mit eurem Neugeborenen. Wachst zusammen und vor allem, genießt diese kostbare Zeit in vollen Zügen!

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