FrauengesundheitBrustwarzenschmerzen: Das kann dahinter stecken

Jede Frau kennt es: Gereizte oder schmerzende Brustwarzen. Wir verraten, was dahinterstecken kann.

Inhalt
  1. Was sind Brustwarzenschmerzen?
  2. Mastalgie und Mastodynie
  3. Mastodynie: zyklusabhängige Probleme mit den Brustwarzen
  4. Mastalgie: zyklusunabhängige Brustwarzenschmerzen
  5. Ein- oder beidseitige Beschwerden?
  6. Schmerzende und gereizte Brustwarzen in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit
  7. Die Wechseljahre: Wenn die Brustwarzen wehtun

 

 

Was sind Brustwarzenschmerzen?

Brustwarzenschmerzen sind, wie der Name es schon sagt, Beschwerden in einer oder beiden Brustwarzen. Die Probleme können sich ganz unterschiedlich äußern – von Druckempfindlichkeit bis zu ziehenden Schmerzen beschreiben Frauen ganz verschiedene Beschwerden. In Verbindung mit solchen Schmerzen können Brustwarzen jucken oder Flüssigkeiten absondern. An Schmerzen in den Brustwarzen können ganz simple Dinge schuld sein, wie zum Beispiel der falsche BH: Passt der Büstenhalter nicht richtig, ist sein Material sehr rau oder befindet sich eine Naht direkt auf den Brustwarzen, kann das Kleidungsstück scheuern und so Beschwerden verursachen.

Doch auch, wenn die Gründe für Probleme mit den Brustwarzen in den meisten Fällen harmlos sind: Bei anhaltenden Schmerzen, Flüssigkeitsaustritt oder sichtbaren Veränderungen einer Brustwarze sollte zur Vorsicht immer ein Arzt aufgesucht werden!

Hier erfährst du alles, was du über deine Brustwarzen wissen solltest!

 

Mastalgie und Mastodynie

Brustwarzenschmerzen werden wie Brustschmerzen in Mastalgie und Mastodynie unterschieden. Mastalgie sind Beschwerden, die unabhängig von der Regelblutung auftreten. Als Mastodynie bezeichnet man Schmerzen in der Brust, die direkt vor oder während der Periode auftreten.

 

Mastodynie: zyklusabhängige Probleme mit den Brustwarzen

Während der Regelblutung kann es nicht nur zu Unterleibsschmerzen und Stimmungsschwankungen kommen. Auch Brust- oder Brustwarzenschmerzen gehören zu den Beschwerden, die in Verbindung mit dem weiblichen Zyklus stehen. Oft treten sie bereits kurz vor dem Einsetzen der Menstruation auf. Der Grund für diese Beschwerden in Brust oder Brustwarze sind meistens die Milchdrüsen, die während der Periode aktiviert werden, oder aber Wassereinlagerungen. Die Symptome sind meistens auf die Veränderung des Hormonhaushalts während der Monatsblutung zurückzuführen. Bei diesen zyklusbedingten Brustwarzenschmerzen können Hausmittel wie Ringelblume, Aloe Vera, Nachtkerze und Arnika helfen. Sie wirken schmerzlindernd und beruhigend und sind in Form von Salben in Reformhäusern und Apotheken erhältlich.

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Mastalgie: zyklusunabhängige Brustwarzenschmerzen

Probleme mit den Brustwarzen, die unabhängig von der Monatsblutung auftreten, können ganz verschiedene Ursachen haben. Ein sehr großer Busen kann Beschwerden in den Brustwarzen auslösen, aber auch Erkrankungen des Herzens und des Rücken-Wirbelsäulenbereichs können für Brustwarzenschmerzen verantwortlich sein. Bei Veränderungen oder Auffälligkeiten des Busens haben viele Frauen vor allem Angst vor Brustkrebs (Mammakarzinom).  Solche schwerwiegenden Erkrankungen können ebenfalls Auslöser für Schmerzen in den Brustwarzen sein. Regelmäßige Besuche beim Frauenarzt oder Untersuchungen wie das Mammographie-Screening können helfen, derartige Sorgen von vornherein zu mindern. Nach wie vor gilt jedoch: Bei Beschwerden oder Veränderungen der Brustwarzen oder der Brust lieber sofort einen Termin beim Arzt machen. So geht man auf Nummer sicher und muss sich keine unnötigen Sorgen machen.

Welche Anzeichen auf Brustkrebs hinweisen können, erfährst du hier!

Brustwarzenschmerzen, Mastalgie und Mastodynie: Wir verraten, was dahinterstecken kann
Brustwarzenschmerzen können zyklusabhängig oder zyklusunabhängig sein.
Foto: Andriano_cz / iStock
 

Ein- oder beidseitige Beschwerden?

Ob Brustwarzenschmerzen ein- oder beidseitig auftreten, ist eine wichtige Frage. Beidseitige Probleme sind meistens auf falsche Kleidung, Hormone oder Wassereinlagerungen zurückzuführen. Wassereinlagerungen entstehen durch eine vorübergehende Stauung von Gewebswasser und treten während der Periode, aber auch bei Gewichtszunahme oder vermehrtem Stress auf. Um Schmerzen zu lindern oder zu vermeiden sollte man in diesem Fall die Brüste so ruhig wie möglich halten. Ein Sport-BH kann dabei hilfreich sein, er sollte aber nicht zu eng sitzen, weil das die Probleme noch verstärken kann.

Einseitige Brustschmerzen können unter anderem ein Hinweis auf eine Brustwarzen- oder Brustdrüsenentzündung sein. Sie entstehen durch eine Infektion: Wenn Bakterien durch kleine Verletzungen der Brustwarzen in das Innere der Brust gelangen, können sie quälende Entzündungen auslösen, die oft mit Antibiotika behandelt werden müssen. Eine Brustdrüsenentzündung bekommen besonders häufig stillende Mütter: Das Saugen kann die Brustwarze verletzen und Bakterien aus der Umgebung oder aus dem Mund des Säuglings haben so ungehinderten Zugang in die Brustwarze, in der dann eine Entzündung ausgelöst wird.

Eine Brustwarzen- oder Brustdrüsenentzündung wird oft von Spannungsgefühlen in der Brust, Fieber und Schüttelfrost begleitet. Teilweise fühlen sich die entzündeten Bereiche heiß an oder sind durch Hautrötungen erkennbar. Betroffene Frauen fühlen sich meistens krank und abgeschlagen.

Hier erfährst du, was deine Brustwarzen über deine Gesundheit verraten!

 

Schmerzende und gereizte Brustwarzen in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit

Bei Problemen mit den Brustwarzen während der Stillzeit kann es sich um die oben beschriebene Brustwarzen- oder Brustdrüsenentzündung handeln. Viel häufiger kommt es jedoch vor, dass die Brustwarzen durch das Stillen sehr stark beansprucht sind: Vor allem in der Zeit direkt nach der Geburt sind die Brustwarzen das ständige Saugen des Babys noch nicht gewöhnt und reagieren empfindlich. Bei stärker werdenden Reizungen kann eine Hebamme helfen: Sie korrigiert die Stillposition und das Anlegen, so dass das saugende Baby die Brustwarze nicht mehr so stark strapaziert.

Brustwarzenschmerzen können beim Stillen verursacht werden.
Während der Stillzeit können gereizte Brustwarzen oder ein Milchstau Schmerzen verursachen.
Foto: Ivan Jekic / iStock

Ein weiterer Grund für Schmerzen in den Brustwarzen, die in der Stillzeit auftreten, kann auch ein Milchstau sein. Symptome für einen Milchstau sind nicht nur Spannungsgefühle​ in der Brust, sondern auch Rötungen, Schwellungen, Fieber und Schüttelfrost. Bei einem Milchstau hilft Milchfluss: Die beste Methode, um sich besser zu fühlen ist also das Stillen selbst. Wenn das Baby satt ist, kann die Milch auch mithilfe einer Milchpumpe abgepumpt werden. Eine Hebamme kann außerdem Tipps geben, wie man die Stillposition am besten verändert, damit ein Milchstau gelöst werden kann oder gar nicht erst entsteht. Sie kennt auch Massagemethoden, die für einen guten Milchfluss sorgen. In jedem Fall sollten bei einem Milchstau sofort Maßnahmen ergriffen werden, denn sonst könnte eine Brustdrüsenentzündung entstehen.

Auch vor der Stillzeit kann es schon zu Schmerzen in Brustwarze und Brust kommen. Der Grund hierfür sind fast immer die Milchdrüsen, die sich erst während der Schwangerschaft richtig ausbilden.

5 schnelle Tipps gegen Stillprobleme findest du hier!

 

Die Wechseljahre: Wenn die Brustwarzen wehtun

In den Wechseljahren stellt sich der gesamte weibliche Körper um. In dieser Lebensphase sind Probleme mit den Brustwarzen oder Brüsten oft auf die Veränderungen im Hormonspiegel der Frau zurückzuführen. Der Körper produziert in dieser Zeit immer weniger weibliche Geschlechtshormone: Östrogen und Progesteron, die Hormone, die den Zyklus der Frau regulieren, gehen immer weiter zurück und so wird unter anderem auch einen Rückgang des Drüsengewebes in den Brüsten verursacht. Diese Anpassung des Körpers an die Hormone kann zu schmerzenden Brustwarzen und des gesamten Brustbereichs führen, vor allem, wenn beim Rückgang des Drüsengewebes gutartige Knötchen oder Zysten entstehen. Doch auch in diesem Fall gilt: Wer Veränderungen wie Knötchen oder anhaltende Schmerzen spürt, sollte einen Arzt um Rat bitten.

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