HochzeitsbrauchEtwas Neues, Altes, Geliehenes und Blaues

Es ist ein beliebter Hochzeitsbrauch: etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes und etwas Blaues. Aber woher kommt die Tradition eigentlich?

Inhalt
  1. Warum etwas Altes, Neues, Geborgtes und Blaues?
  2. Wofür steht das Neue, Alte, Geliehene und Blaue?
  3. Etwas Altes …
  4. Etwas Neues …
  5. Etwas Geliehenes …
  6. Etwas Blaues …
  7. Der Pfennig …
  8. Fazit

„Something old, something new, something borrowed, something blue (and a lucky six-pence in your shoe).“

Dieser traditionelle Hochzeitsbrauch hat seinen Ursprung in England. Mithilfe von Hochzeitsaccessoires trägt die Braut etwas Altes, Neues, Geliehenes und Blaues bei sich.

Zu viktorianischen Zeiten war es damals üblich mit den entsprechenden Accessoires oder einem Kleidungsstück den Brautlook zu ergänzen. Spätestens seit der Hochzeit von Prinzessin Diana und Prinz Charles erfreut sich dieser Brauch auch in Deutschland großer Beliebtheit.

 

Warum etwas Altes, Neues, Geborgtes und Blaues?

Wie so viele alte Bräuche hat auch dieser seinen Ursprung im Aberglauben: Die Braut erhofft sich eine Extraportion Glück, wenn sie etwas Neues, etwas Altes, etwas Geborgtes und etwas Blaues trägt. Sie glaubt, das Schicksal damit im positiven Sinne zu beeinflussen und ein glückliches, schönes Eheleben zu führen, wenn sie alle Elemente aus dem bekannten Spruch in ihrem Äußeren vereint.

Aus dem alten England stammend wurde der Hochzeitsbrauch eines Tages nach Amerika getragen und gelangte schließlich durch zahlreiche Hollywood-Filme auch zu uns in den deutschsprachigen Raum.

Das Strumpfband hat viele verschiedene Funktionen
Als etwas Blaues kann die Braut ein schönes Strumpfband verwenden.
Foto: grinvalds / iStock
 

Wofür steht das Neue, Alte, Geliehene und Blaue?

 

Etwas Altes …

Dieses Element steht für die Vergangenheit der Braut. Es symbolisiert den engen Bezug zur Familie, das Festhalten an Vertrautem und Kontinuität, die durch diese Bindung entstanden ist. Indem die Braut etwas Altes trägt, wird sie immer zu ihrer eigenen Familie gehören, auch wenn sie einen neuen Lebensabschnitt beginnt und eine "neue" Familie gründet.

Als etwas Altes dienen oft Brautaccessoires, die vererbt wurden. Erbstücke als Brautschmuck auszuwählen, eine alte Brosche, Kette oder alte Ohrringe, ist etwa sehr beliebt. Ebenso tragen Bräute gern den Trau­ring ihrer Mut­ter beziehungsweise Großmutter oder Teile des alten Brautkleids - zum Beispiel eine Schleife oder ein Band. Oft werden auch gebrauchte Brauthandschuhe, ein altes Spitzenhandtuch oder ein antiker Taschenspiegel verwendet.

 

Etwas Neues …

Dieses Element ist ein Zeichen für den neuen Lebensabschnitt, den die Braut mit der Hochzeit beginnt. "Etwas Neues" bedeutet den Start ins Eheleben, steht für Optimismus und die Hoffnung auf gemeinsames Glück mit dem Bräutigam.

Hat die Braut IHR Hochzeitskleid gefunden, steht das häufig für das neue Teil. Aber auch die neu gekauften Schuhe, eine Handtasche, der Brautstrauß oder Dessous eignen sich hier gut.

 

Etwas Geliehenes …

Etwas Geliehenes oder Geborgtes bekommt die Braut traditionellerweise von einer Freundin, die bereits glücklich verheiratet ist. Dieses Glück "borgt" die Braut sich von ihrer Freundin, in der Hoffnung, es auf ihr eigenes Eheleben zu übertragen. Das geliehene Brautaccessoire steht aber auch für die Freundschaft in guten und in schlechten Zeiten. Auf ihre Freundin kann sich die Braut eben immer verlassen.

Die Braut trägt dann zum Beispiel ein Schmuckstück ihrer Freundin, das diese zu ihrer eigenen Hochzeit gern getragen hat - ein Armband etwa, der Haarschmuck oder eine Perlenkette.

Eine Trauzeugin fragen: Schwester, beste Freundin oder Schwägerin in spe?

 

Etwas Blaues …

In alten Zeiten stand das Blau für Reinheit und Treue und war daher bei Hochzeiten eine sehr beliebte Farbe. In England hieß es damals: "Married in blue, love ever true". Dies lässt sich übersetzen als "Wer in Blau heiratet, liebt wahrhaftig und ist treu". Ganz in Blau heiratet heutzutage zwar kaum jemand mehr, aber etwas Blaues als Brautaccessoire, zum Beispiel als Strumpfband, ist immer noch sehr beliebt.

Auch blaue Dessous können dem Hochzeitsbrauch gerecht werden, ebenso kann der Brautstrauß aus blauen Blumen bestehen oder mit einem blauen Band verziert sein. Manchmal werden auch die Fußnägel in der Farbe lackiert oder blauer Lidschatten getragen.

 

Der Pfennig …

Im ursprünglich bekannten Spruch heißt es im Englischen weiter "… and a silver sixpence in her shoe" . Ein Sixpence ist eine alte britische Münze. Heutzutage wird dieser Pfennig durch eine 1-Cent Münze ersetzt, die die Braut sich am Morgen vor der Zeremonie in den Schuh steckt und dann den Tag über im Schuh trägt. Dieser Teil des Hochzeitsbrauchs soll finanzielles Glück und Wohlstand für das Ehepaar bringen.

Er hat sich hierzulande aber nur teilweise durchgesetzt, da er wahrscheinlich der jahrzehntelangen Überlieferung zum Opfer gefallen ist. Und auf Dauer ist der Pfennig im Schuh den Tag über doch auch etwas unbequem.

 

Fazit

Auch wenn du nicht abergläubisch bist und dir nichts aus Traditionen machst, genieße einfach die Freude, die du haben wirst, wenn du etwas Neues, etwas Altes, etwas Geliehenes und etwas Blaues zusammenstellst. Eventuell ist deine Mutter oder Oma auch unglaublich stolz, wenn sie dir helfen und mit ihrem Erbstück einen kleinen Teil zu einer gelungenen Hochzeit beitragen kann.

Übrigens: Die Braut kann auch mehrere Kategorien in einem Accessoire vereinen – beispielsweise, indem sie ein altes, blaues Schmuckstück ausleiht. Somit hat sie "etwas Altes", "etwas Blaues" und "etwas Geliehenes" gleichzeitig. Mehr Spaß macht es aber, sich für die Hochzeit einen Gegenstand für jede Kategorie zu suchen.

Hier weiterlesen: 

Kategorien: