PsychologieIst dein Kind ein Orchideenkind oder ein Löwenzahnkind?

Je nachdem, ob ein Kind robust oder sensibel ist, sprechen Psychologen von Löwenzahn- bzw. Orchideenkindern. Was macht sie aus? Und wie wirkt sich das auf ihr Leben aus?

Wer Orchideen zu Hause hat weiß, dass diese Blumen sehr empfindlich sind: Sie mögen nicht zu viel Wasser, verdorren aber bei zu wenig Flüssigkeit. Sie mögen es hell, aber ja keine pralle Sonne! Im Luftzug wollen sie nicht stehen, finden Sauerstoff aber sehr angenehm. Zudem sollte es natürlich weder zu kühl noch zu heiß sein. Und eine hohe Luftfeuchtigkeit ist wünschenswert, Regen aber ein No-Go.

 

Orchideenkinder fühlen intensiver

Entwicklungspsychologen sehen in der Orchidee die perfekte Metapher für Kinder, die sensibel sind. Denn feinfühlige Kinder scheinen es erst einmal schwerer zu haben, als robustere Kinder: Sie leiden Untersuchungen zufolge häufiger unter Angststörungen und Depressionen, wenn sie erwachsen werden. Doch gleichzeitig blühen sie stärker auf, als ihre hartgesottenen Freunde. Wachsen sensible Kinder in einem leichten, guten Umfeld auf (also etwa in einer liebevollen Familie), engagieren sie sich mehr und sind sozial verträglicher als weniger sensible Kinder.

Wie Orchideen mit ihrer Schönheit, übertreffen sensible Kinder mit ihrer Persönlichkeit alle anderen Altersgenossen - vorausgesetzt, sie wachsen unter idealen Bedingungen auf. Denn Orchideenkinder reagieren zwar stärker auf Stress und Schlechtes - allerdings reagieren sie auch stärker auf Geborgenheit, Liebe und Gutes um sie herum. So können Orchideenkinder Studien zufolge besonders kreativ, neugierig und begeisterungsfähig werden.

Ist dein Kind ein Orchideenkind oder ein Löwenzahnkind?
Sensible Orchideenkinder wachsen über sich hinaus - vorausgesetzt, sie werden in einer liebevollen Umgebung aufgezogen
Foto: iStock
 

Löwenzahnkinder kämpfen sich durch

Die zweite Gruppe, in die Entwicklungspsychologen Kinder einteilen, sind die sogenannten Löwenzahnkinder. Zu ihnen zählen Wissenschaftlern zufolge die meisten Kinder: Sie schlagen Wurzeln - ganz gleich wo sie wachsen. Sie halten den gegebenen Umständen stand und überleben tapfer - ganz gleich ob zwischen Beton oder in der tiefsten Wildnis, ob bei Sturm, Regen oder Sonnenschein. Ein Löwenzahn passt sich an, kämpft sich durch.

Mit dieser Lebensart bekommt der Löwenzahn zwar weniger Schäden ab. Allerdings erfreut er sich auch weniger an positiven Erlebnissen und Umständen.

Ist dein Kind ein Löwenzahnkind?
Löwenzahnkinder boxen sich durch's Leben - komme was da wolle. Allerdings erfreuen sie sich weniger an guten Lebensumständen.
Foto: iStock

Während Orchideenkinder am besten in einer behüteten Umgebung aufwachsen, sind Löwenzahnkinder flexibler. Während die Psyche der Orchideenkinder viel mehr von ihrem Umfeld abhängt, sind Löwenzahnkinder psychisch belastbarer.

Zu welcher Gruppe ein Kind gehört, ist genetisch bedingt. Das einzige, was man als Elternteil tun kann, ist jedem Kind eine möglichst friedliche und liebevolle Umgebung zum Gedeihen zu schaffen.

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