Einsamkeit Mein Kind hat keine Freunde: Was kann ich tun?

Alle Eltern wünschen sich für ihre Kinder gute Freunde, mit denen sie Lachen, Spielen und Toben können. Doch was, wenn sich das Kind Problem hat Freunde zu finden? 

Inhalt
  1. Warum findet mein Kind keine Freunde?
  2. Verhaltensauffälligkeiten sollten niemals leichtfertig abgetan werden
  3. So kannst du deinem Kind helfen, schneller Freunde zu finden: 

Jedes Kind braucht Freunde, kein ganzes Dutzend, ein, zwei richtig gute reichen. Mit denen sie durch dick und dünn gehen können. Mit denen sie Streiche aushecken und Geheimnisse teilen können. Denen sie sich anvertrauen, wenn Mama und Papa dafür nicht geeignet sind. Mit denen sie wachsen und Großwerden können. Doch nicht alle Kinder finden gleich schnell Freunde. Manche haben Schwierigkeiten Kontakte zu knüpfen. 

 

Warum findet mein Kind keine Freunde?

Es gibt viele verschiedene Erklärungen, warum Kinder zu Außenseitern werden und keine Freunde finden. Es können körperliche Auffälligkeiten, Behinderungen aber auch fehlende Statussymbole spielen leider eine Rolle. Allerdings sollten Eltern das nicht überbewerten. Auch Kinder ohne ein teures Smartphone oder coole Schuhe finden Freunde, auch die mit Brille, dem uncoolen Haarschnitt oder Asthma. Wichtiger beim Knüpfen der ersten Kontakte und Freundschaften ist das Verhalten. Selbstbewusste, offene Kinder, finden schneller Freunde als schüchterne und ängstliche Altersgenossen

Kinder, die keine Freunde haben, ausgegrenzt und vielleicht sogar gemobbt werden, bekommen schnell das Gefühl: "Irgendwas stimmt mit mir nicht, sonst würden mich die anderen Kinder doch mögen!" Gegen dieses Gefühl müssen Eltern, Großeltern, Geschwister und Bezugspersonen unbedingt anarbeiten. Denn Außenseiter sind gefährdet. Kleine Kinderseelen sind zart und können schnell zerbrechen. Einsame, ausgegrenzte Kinder sind öfter krank, sind anfälliger für Depressionen. Nicht selten leiden sie an Albträumen, gehen nicht gerne in die Schule, sind unkonzentriert und lethargisch. Oder das Gefühl der Einsamkeit schlägt in Frust um. Die Kinder sind ruhelos, impulsiv, verletzen sich selbst und haben im schlimmsten Fall sogar Selbstmordgedanken. 

 

Verhaltensauffälligkeiten sollten niemals leichtfertig abgetan werden

Nicht selten werden Kinder, die unter Gleichaltrigen nicht die Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren, die sich insgeheim wünschen, zu Klassenclowns. Sie sind laut, frech, unangepasst. Die anderen Kinder finden sie witzig, die Lehrer sind von ihnen genervt und viele Eltern überfordert. Doch dieses Verhalten ist ein stummer Schrei nach Aufmerksamkeit. Ist dein Kind ein Klassenclown? So kannst du ihm helfen:

Sei liebevoll und geduldig: Das fällt nicht immer leicht, vor allem wenn das Kind gerade wieder den King spielt. Doch gerade diese Kinder sind meist sehr kreativ und fantasievoll. Dieses Talent solltet ihr unbedingt fördern. Gib deinem Kind Aufgaben, und Verantwortung, die sein Geschick und seine Sachkenntnis erfordern. So bekommt dein Kind das Gefühl, etwas geleistet zu haben, ohne sich ständig künstlich in Szene setzen zu müssen. 

Zuhören und aufdie leisen Töne achten: Clowns sind nicht immer nur fröhlich, sie haben oft auch eine sehr traurige Seite, verstecken ihrem Kummer aber gut. Wenn dein Kind also ruhig und traurig ist, solltet ihr unbedingt nachhaken. 

Viel Bewegung und frische Luft: Klassenclowns bekommen oft den Stempel aufgedrückt "hyperaktiv" zu sein. Bewegung, Sport und Beschäftigung an der frischen Luft tut Kindern gut, weil sie körperlich und emotional beschäftigt sind und sich intellektuell ausruhen können.

 

So kannst du deinem Kind helfen, schneller Freunde zu finden: 

  • Konflikte richtig lösen: Es kann immer nur einer gewinnen und auch nur einer der Anführer sein. Verlieren gehört zum Leben genauso dazu, wie zu gewinnen. Jedes Kind muss lernen, mit Niederlagen richtig umzugehen. 
  • Eine verständliche Sprache: Babysprache oder Begriffe, die nur Familienmitgliedern bekannt sind, sollten vermieden werden. Und ganz wichtig: Sprachentwicklungsstörungen sollten erkannt und frühzeitig behandelt werden. 
  • Zuhause keine Sonderbehandlung: Ein Kind, dass man Zuhause immer gewinnen lässt, das immer das größte Stück Kuchen bekommt oder stets die volle Aufmerksamkeit kriegt, wird sich mit anderen Kindern immer schwer tun. 
  • Kontaktaufnahme üben: Wenn sich dein Kind schwertut auf andere Kinder zuzugehen, übt das Zuhause. Gib deinem Kind Umgangsweisen an die Hand. Spielt den Dialog mit einem anderen Kind einfach durch. 
  • Zieht euch nicht zurück: Gerade wenn dein Kind schüchtern ist und Probleme mit Menschenansammlungen hat, dann solltet ihr das trainieren. Geht regelmäßig auf den Spielplatz oder ins Schwimmbad. 
  • Sucht ein geeignetes Hobby: Die eigenen Interessen stärken das Selbstbewusstsein. Und in Sportvereinen, Malkursen oder beim Kinderzirkus ist es für Kinder oft leichter Kontakte zu knüpfen, als in der Schule. 

Gruppenzugehörigkeit ist für Kinder unheimlich wichtig. Ein schüchternes, zurückgezogenes Kind ohne Freunde, muss es nicht bleiben. Mit ein bisschen Geduld, Liebe und diesen Tipps und Tricks wird dein Kind, Anschluss finden und Freundschaften schließen. 

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