Nach Babynahrung-Rückrufen: Drohen jetzt Engpässe & leere Regale?
Mehrere Rückrufe von verschiedenen Herstellern von Babynahrung sorgen für leere Regale.
Nachdem Hersteller wie Nestlé und Danone gleich mehrere Babyprodukte wegen Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid zurückrufen musste, drohen jetzt Engpässe. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, steht die Branche nun vor der Herausforderung die Lücken zu füllen.
„Produzenten erhöhen die Kapazitäten, um den Bedarf zu decken. Der Handel zieht verstärkt Eigenmarken nach und listet neue Labels“ heißt es dort.
Nach Babynahrung-Rückrufen: Produzenten setzen stärker auf Eigenmarken
Um die Nachfrage zu decken stellen nicht betroffene Hersteller ihre Produktion hoch. So verzeichnet „Hipp“ eine aktuell größere Nachfrage und fährt die Produktion hoch. Laut „Lebensmittel Zeitung“ produziere auch Nestlé verstärkt, um seine Lagerbestände wieder aufzufüllen. Während die Drogerieketten dm und Rossmann versuchen mit Eigenmarken die Engpässe auszugleichen.
Sicherheit von Lieferketten wieder im Fokus
Wie das Magazin chip.de berichtet, erzielte der deutsche Einzelhandel im Jahr 2025 mit Baby- und Kindernahrung einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro, davon etwa 400 Millionen Euro auf Milchnahrung. Zuletzt hatte die Branche jedoch mit rückläufigen Geburtenzahlen zu kämpfen, was sich dämpfend auf die Nachfrage auswirkte. Marktführer ist Hipp mit einem Anteil von rund 40 Prozent. Dahinter folgen Danone mit etwa 20 Prozent und Nestlé mit sechs Prozent. Handelsmarken kämen zusammen auf rund 15 Prozent.
Neben möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen rückt zunehmend auch die Sicherheit der Lieferketten in den Mittelpunkt. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, gibt es weltweit nur eine begrenzte Zahl an Produzenten für das wichtige Ara-Öl, das Säuglingsnahrung unter anderem mit Omega-3-Fettsäuren anreichert. Zu den betroffenen Zulieferern zählt der chinesische Hersteller Cabio Biotech. Da Alternativen rar sind, wird in der Branche verstärkt über robustere und verlässlichere Beschaffungsstrategien diskutiert.
Die Verbraucherorganisation „Foodwatch“ kritisierte Nestlé stark für ihr Vorgehen. Der Schweizer Konzern habe Verbraucher*innen viel zu spät vor der Giftstoff-Verunreinigung gewarnt.
Weltweit wurden inzwischen über 800 Produkte aus zehn Werken in mehr als 60 Ländern zurückgerufen. Neben dem finanziellen Schaden ist der Image-Verlust für die betroffenen Konzerne deutlich größer.








