Unfähig zu lieben?

Toxische Mütter: Wie sie das Leben ihrer Töchter für immer prägen

Leider sind nicht alle Mutter-Tochter-Beziehungen von bedingungsloser Liebe geprägt. Vor allem Töchter, die mit einer toxischen Mutter aufwachsen, haben es sehr schwer, denn diese Beziehung prägt sie ihr Leben lang.

Toxische Mütter: Töchter haben es schwer. (Symbolbild)
Toxische Mütter: Töchter haben es schwer. (Symbolbild) Foto: evgenyatamanenko/iStock

Die Beziehung zwischen Müttern und in Kindern ist eine einzigartige. Doch die zwischen Müttern und ihren Töchtern stellt nochmal eine ganz besondere Bindung dar. In der Regel ist diese sehr eng und innig. Trotzdem gehören Konflikte und Auseinandersetzungen dazu und sind in den meisten Fällen ganz normal.

Doch wenn sich toxische Muster einschleichen, kann die Beziehung zwischen Mutter und Tochter schnell kompliziert werden. Die Verhaltensmuster einer toxischen Mutter können die Sicherheit und das Selbstwertgefühl der Tochter so stark beeinträchtigen und verletzten, dass diese tiefe Narben hinterlassen und ein Leben lang beeinflussen.

Toxische Mütter folgen einem bestimmten Muster. Wenn du dich also fragst, ob du auch eine toxische Mutter-Tochter-Beziehung führst, dann verraten wir dir in diesem Artikel die wichtigsten Hauptmerkmale.

Toxische Mütter: An diesen Merkmalen erkennst du sie

  • Viel zu hohe Erwartungen: Natürlich wollen alle Mütter für ihre Kinder nur das Beste und sie zu guten Leistungen anspornen. Doch in einer toxischen Mutter-Kind-Beziehung kann das Kind niemals gewinnen. Nichts ist jemals gut genug. Die Eins im letzten Schulaufsatz ist nicht genug, dass gewonnene Tennis-Turnier auch nicht und erst recht nicht die kleinen Siege die Kinder feiern, wie Fahrradfahren oder Schwimmen lernen.

  • Gleichgültigkeit: Töchter von toxischen Müttern wollen oft noch mehr gefallen als andere Kinder. Sie treiben sich selbst zu Höchstleistung an, weil sie glauben, nur so gesehen zu werden. Doch in einer toxischen Elternbeziehung begegnen Erwachsene ihren Kindern mit großer Gleichgültigkeit. Sie interessieren sich nicht für die Belange, Sorgen, Ängste und Nöte ihrer Kinder.

  • Lieblosigkeit: Eine der grausamsten Anzeichen für eine toxische Mutter-Kind-Beziehung ist Lieblosigkeit und das hat schwerwiegende Folgen. Wenn ein Kind keine Liebe erfährt, also nie hört, dass es geliebt wird, kein Lob oder Kuscheleinheiten erfährt, kann es emotional verwahrlosen. Das hat zur Folge, dass sich das Kind im späteren Leben sehr schwer damit tut, emotionale Bindungen zu anderen Menschen einzugehen.

  • Kontrolle und Bevormundung: Die Kinder von toxischen Eltern müssen in der Regel einer bestimmten Vorstellung entsprechen und so funktionieren, wie es ihre Eltern von ihnen verlangen. In einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung projiziert die Mutter oft ihre eigenen vertanen Chancen auf ihre Tochter und versucht so, die eigenen Träume noch mal aufleben zu lassen.

  • Narzissmus: Bei narzisstischen Müttern dreht sich alles nur um sie selbst. Das Verhalten der Mütter ihren Kindern gegenüber ist oft sehr ambivalent und unvorhersehbar. Die Belange des Kindes stehen immer im Hintergrund, die der Mutter dagegen immer Vordergrund. Wenn sich bei der Mutter nur alles um sich selbst dreht, kann das negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Für narzisstische Mütter spielt die Außenwirkung eine sehr wichtige Rolle. Spielt die Tochter mit und stellt ihre Mutter in den Mittelpunkt, ist alles gut, doch wehe, wenn die Tochter ihre eigenen Wünsche und Interessen äußert, dann hagelt es sofort Vorwürfe wie "Du liebst mich nicht!" oder "Ist das der Dank für alles, was ich für dich getan habe!?"

  • Aggression: Toxische Mütter sind Meisterinnen darin, ihre Kinder herunterzumachen und zu demütigen. Mal mit kleinen spitzen Kommentaren und dann wieder mit voller Wucht und so verletzend, dass sich die Beleidigungen tief in die Köpfe der Kinder einbrennen. Kein Kind kann lernen, sich selbst zu lieben, wenn es den ganzen Tag nur hört, was alles mit ihm nicht stimmt.

  • Hilflosigkeit: Nicht selten entsteht eine toxische Mutter-Tochter-Beziehung durch eine Krankheit oder Drogen- und Alkoholmissbrauch. Dann muss die Tochter schon in sehr jungen Jahren Verantwortung übernehmen. Das Kind schlüpft in die Rolle der Mutter und umgekehrt und wird zur permanenten Beschützerin und Helferin. Das hat negative Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, denn das Kind fühlt sich so auch immer mitverantwortlich für das Scheitern der Mutter.

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Toxische Mütter: Diese Spätfolgen hat die Beziehung für ihre Töchter

Nichts prägt ein Kind so sehr wie das familiäre Umfeld und die Menschen, mit denen sie aufwachsen. Wächst ein Kind mit einem toxischen Elternteil auf, bringt das meistens Spätfolgen mit sich. Die häufigsten sind Folgende:

  • Die Angst davor, die eigene Meinung und eigene Wünsche zu äußern.

  • Die Angst davor, ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu führen.

  • Gefühlskälte: Kinder mit toxischen Eltern haben nicht gelernt, Gefühle zu zeigen und haben im Erwachsenenalter oft Probleme in Freundschaften oder Beziehungen Vertrauen aufzubauen.

  • Mangelndes Selbstvertrauen: Das Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten entwickeln Kinder von toxischen Eltern oft erst in ihrem Erwachsenenleben.

  • Das toxische Verhaltensmuster kann "weitervererbt" werden. Kinder von toxischen Eltern können ähnliche Verhaltensweisen entwickeln.

  • Eine toxische Beziehung kann zum Konsum von Alkohol, Drogen und anderen schweren Betäubungsmitteln führen, ebenso wie zu Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen.

Toxische Mutter-Tochter-Beziehung: Wichtige Schritte zur Heilung

Wenn du weißt, dass du eine toxische Mutter-Tochter-Beziehung führst, kommt irgendwann der Punkt, an dem du einen Ausweg suchst, um bestmöglich mit der Situation umgehen zu können. Versuche, den besten Weg für dich zu finden, um mit der Situation besser klarzukommen und vor allem dein Leben zu leben. Wir zeigen dir fünf mögliche Wege zur Heilung.

Versuche, dich in sie hineinzuversetzen, & ihr Verhalten zu verstehen

Den Ursachen für ein Problem auf den Grund zu gehen, ist oft ein wichtiger Schritt zur Heilung. Warum ist deine Mutter so, wie sie ist? Hatte sie vielleicht auch eine toxische Mutter? Hat sie deswegen selbst nicht gelernt zu lieben? Natürlich rechtfertigt das ihr Verhalten nicht, aber es erzeugt Verständnis. Vielleicht findet ihr so eine gemeinsame Sprache.

Du entscheidest, wie viel Zeit du mit deiner Mutter verbringst

Sich vollständig von seiner Mutter zu distanzieren oder gar den Kontakt abzubrechen, ist schwer. Aber für deine eigene Heilung ist es wichtig, Grenzen zu setzen. Du entscheidest, wie viel Zeit du mit deiner Mutter verbringst. Vielleicht geht ihr einmal die Woche oder auch nur einmal im Monat Mittagessen, trefft euch ganz bewusst, statt täglich zu telefonieren. So bist du ihrem negativen Einfluss nicht permanent ausgesetzt.

Arbeite an deinem Selbstbewusstsein

Als Erwachsene musst du dich nicht mehr von deiner Mutter bevormunden lassen. Wenn sie dich kritisiert, sich einmischt, deine Entscheidungen infrage stellt oder sich dir gegenüber respektlos verhält, steh für dich selbst ein! Selbstvertrauen ist der Schlüssel. Dein Leben, deine Entscheidungen.

Bleib positiv, auch wenn es schwer fällt

Das ist natürlich viel einfacher gesagt als getan. Aber nur du kannst diesen negativen Kreislauf durchbrechen. Es geht nicht mehr darum, wie deine Mutter dich sieht und wertschätzt, sondern nur darum, wie du dich selbst siehst. Du bist wertvoll und stark und du hast es verdient, geliebt zu werden!

Suche dir professionelle Hilfe, wenn du sie brauchst

Die Beziehung zu einer toxischen Mutter stellt eine große Herausforderung dar. Um dein inneres Kind zu heilen, braucht es vielleicht mehr Hilfe und das ist völlig in Ordnung und völlig normal. Eine Psychotherapie kann dir helfen, die Narben deiner Kindheit zu heilen und positiv und selbstbestimmt in die Zukunft zu blicken.

Kontakt abbrechen, wenn es nicht anders geht

Wenn deine Mutter auch im Erwachsenenalter die typischen toxischen Verhaltensweisen aufweist und dich die Beziehung weiterhin sehr belastet, solltest du vielleicht über einen Kontaktabbruch nachdenken. Das muss kein Ende für immer sein, aber manchmal kann der nötige Abstand helfen, damit du dich auf dich selbst konzentrieren und dein Leben ordnen kannst. Gestärkt daraus, wirst du möglicherweise auch besser mit deiner toxischen Mutter umgehen können.

Artikelbild und Social Media: evgenyatamanenko/iStock

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