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Wildhüterin Eunice Peneti: Wie eine Massai-Frau ihr Land verändert

Eunice Peneti hat geschafft, was nur wenigen Massai-Frauen in Kenia gelingt. Sie hat einen Job und zwar einen ganz Besonderen.

Wildhüterin Eunice Peneti: Wie ein Massai-Frau ihr Land verändert
Foto: IFAW
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2019 wurde das "Team Lioness", eine Wildschutz-Einheit des IFAW (International Fund for Animal Welfare) im Amboseli National Park in Kenia ins Leben gerufen. Das Besondere: Dieses Team besteht ausschließlich aus Massai-Frauen. Trotz ihrer einengenden gesellschaftlichen Normen haben es 16 Frauen geschafft, sich ihren Platz in diesem Team zu sichern und erschließen damit neue Möglichkeiten für die Frauen von Kenia. Eine von ihnen ist die 30-jährige Eunice Peneti. Mit uns hat sie über ihren gefährlichen Job, ihr Leben als Massai-Frau und ihre ganz eigenen Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft gesprochen.

Eunice Peneti: Von der Massai-Frau zur Wildhüterin

Normalerweise gehen Massai-Frauen in Kenia keiner Arbeit wie dieser nach. Sie versorgen die Familie, gebären Kinder und kümmern sich um Dorf und Gemeinschaft. Die 16 Frauen des Team Lioness bilden die Ausnahme. Sie haben das große Glück in einer Gemeinschaft zu leben, in der die männlichen Mitglieder ihrer Clans erkannt haben, dass Frauen ebenso Wildhüter sein können, wie Männer.

Doch wie bewirbt man sich eigentlich als Massai-Frau für den Job der Wildhüterin? Die Massai Community Olgulului stellt die Olgulului Community Wildlife Rangers (OCWR). Diese Community besteht wiederum aus 8 Clans, die gleichberechtigt die Frauen für das Team Lioness stellen dürfen. Der Auswahlprozess erfolgt gemeinsam zwischen den Clans und dem IFAW. Die IFAW-Vertreter setzen sich mit Chiefs zusammen und diskutieren die Nominierung. Eine Bewerbung der Frauen ist möglich, allerdings liegt die Entscheidung letztendlich beim Clan Führer. Ebenso muss die Familie der Frauen zustimmen.

Die Anforderungen an die Frauen sind hoch. Vor allem körperlich müssen die Frauen extrem fit sein, da sie bei extremen Temperaturen täglich viele Kilometer zu Fuß zurück legen müssen. Das Team Lioness patrouilliert an der Grenze zwischen Tansania und Kenia, um das 147.000 Hektar große angestammte Massai-Land zu sichern.

Eunice Peneti war vor ihrem Start im Team Lioness professionelle Marathon-Läuferin. Darüber hinaus müssen die Massai-Frauen über eine abgeschlossene Schulausbildung verfügen, da zu den Aufgaben auch gehört, das GPS und das Funkgerät zu bedienen oder Protokolle zu schreiben. Besonders wichtig sind jedoch die Social Skills, sie sind essentiell für die Vermittlung bei Mensch-Tier-Konflikten. Denn nicht selten wandern Herden direkt durch die Dörfer, zerstören dabei Zäune und gefährden somit die Ernte und die Lebensgrundlagen der Menschen. Dann schreiten die Rangerinnen ein und sorgen dafür das die Wildtiere unbeschadet weiterziehen können.

Eunice Peneti: "Ich will zeigen, dass die Frauen in Kenia mehr können!"

Einen Job zu haben, Zugang zu Bildung, einem geregelten Einkommen und einer Gesundheitsversorgung - davon träumen viele Frauen in Kenia. Die 16 Rangerinnen vom Team Lioness haben sich diese Unabhängigkeit hart erkämpft. Sie arbeiten täglich daran, Mensch und Tier in Einklang zu bringen, Konflikte zu lösen und die Artenvielfalt ihres Landes zu erhalten. "Für mich ist es eine große Sache, mich um Tiere und andere Menschen zu kümmern, weil ich mich um unsere zukünftigen Generationen kümmere, damit auch sie das finden, was wir bewahrt haben, und es weiterhin schützen", erklärt Eunice.

Die 30-Jährige wusste schon früh, dass sie mehr vom Leben will, für sich und für zukünftige Generation: "In einer patriarchalischen Gesellschaft wie den Massai, werden Mädchen und Frauen kaum wahrgenommen. Ich wollte immer mehr, um meiner Familie und meinem Stamm zu zeigen: "Frauen können mehr!", erzählt uns Eunice Peneti. Und das hat sie geschafft. Sie ist nicht nur seit dem Projektstart von Team Lioness dabei, sie ist auch die einzige weibliche Rangerin, die einen Führerschein besitzt. "Die Männer gucken immer ganz komisch, wenn eine Frau aus dem Auto steigt, das sehen sie hier nicht oft", erzählt sie.

Und genau Beispiele wie diese machen das Team Lioness zu einem echten Vorzeige-Projekt. Bisher ist noch keine Frau beim Team Lioness ausgeschieden, alle sind noch dabei und lieben ihren Job. Ein besonderer Pluspunkt. Job und Familie lassen sich für die Frauen perfekt miteinander vereinbaren, denn viele von ihnen sind verheiratet und haben Kinder.

Anfangs lebten die Kinder weiter in der Dorfgemeinschaft, während die Rangerinnen im Reservat arbeiteten. Mittlerweile gibt es vor Ort im Camp, in dem die Frauen wohnen, eine Kinderkrippe und Spielzimmer (finanziert durch die Margarete Breuer Stiftung). Zudem wurden neue Unterkünfte gebaut, in denen die Frauen mit ihren Kindern leben und Privatsphäre genießen. Während die Frauen arbeiten, betreuen Nannys die Kinder.

Team Lioness: Die Zukunft liegt in weiblicher Hand

Im Team Lioness ist ständig Bewegung, denn nur so können sich die 16 Frauen stetig weiterentwickeln. Derzeit werden zwei Frauen als Drohnen-Fliegerinnen für die Luftüberwachung ausgebildet. Aber sie müssen sich auch immer größeren Herausforderungen stellen. Aktuell herrscht in Kenia und der Gegend um den Amboseli Nationalpark eine sehr große Dürre. Auch in diesem Zusammenhang ist das Team Lioness sehr wichtig, da es wieder vermehrt Wilderei gibt, wenn die Menschen vor Ort nichts zu essen haben.

Die Rangerinnen können in diesen schweren Zeiten mit ihrem Einkommen ihre Familie unterstützen. Deshalb ist ein sehr wichtiger Aspekt der Community-Arbeit, alternative Einkommensmöglichkeiten wie das Team Lioness zu schaffen, um die Menschen unabhängig von natürlichen Ressourcen zu machen.

Und was wünscht sich Eunice für die Zukunft? "Mein größter Wunsch für die Frauen von Kenia ist, dass die Männer uns weniger als Ballast und mehr als Bereicherung sehen." Und wir wünschen ihr und den kenianischen Frauen von Herzen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Für Frauen in Deutschland ist es wichtig, sich um die private Altersvorsorge zu kümmern. Im Video erfährst du mehr:

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Artikelbild und Social Media: IFAW