Laut Studie

Wutanfälle & Hyperaktivität: Beeinflusst dieses Essen das Verhalten von Kindern?

Einer Studie zufolge könnten bestimmte Lebensmittel das Verhalten von Vorschulkindern negativ beeinflussen.

Kleines Mädchen weint draußen und hat einen emotionalen Wutanfall.
Ein kleines Mädchen weint vor Wut - das könnte laut einer neuen Studie an bestimmten Lebensmitteln in der Ernährung liegen Foto: StockPlanets/iStock
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Eine kürzlich veröffentlichte kanadische Studie beschäftigte sich mit der Frage, ob hochverarbeitete Lebensmittel in Zusammenhang mit dem Verhalten und emotionalen Wohlbefinden von Vorschulkindern stehen. Die Ergebnisse der Forschenden deuten darauf hin, „dass der Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel in der frühen Kindheit, sich nachteilig auf die Verhaltens- und emotionale Entwicklung auswirken kann.“

Angst, Rückzug, Depression, Aggression & Hyperaktivität

Das Team um Dr. Meaghan E. Kavanagh vom Department of Nutritional Sciences der University of Toronto in Kanada wertete für ihre Analyse Ernährungsdaten von 2077 Kindern aus. Für die Studie wurde genau beobachtet, was die Kinder mit drei Jahren gegessen haben. Zwei Jahre später schauten sich die Forschenden an, wie sich ihr Verhalten entwickelt hatte. Das Ergebnis: Kinder, die besonders viele stark verarbeitete Lebensmittel (wie Süßigkeiten, Fertiggerichte oder Snacks) zu sich nahmen, zeigten mit fünf Jahren öfter Verhaltensauffälligkeiten und hatten mehr emotionale Probleme als Gleichaltrige, deren Ernährung ausgewogener war.

Zu den Verhaltensauffälligkeiten gehörten: Angst, Rückzug, depressive Verstimmungen, aber auch aggressives und hyperaktives Verhalten. Schon wenn der Anteil an stark verarbeiteten Lebensmitteln in der Ernährung um nur zehn Prozent stieg, zeigten Kinder laut Studie häufiger auffälliges Verhalten. Sowohl nach außen als auch beim nach innen gerichteten Verhalten. Die Forschenden fanden heraus: Je mehr Fertigprodukte, Süßigkeiten & Co. auf dem Speiseplan standen, desto deutlicher waren die Verhaltensprobleme messbar.

Diese Lebensmittel könnten das Verhalten von Kindern beeinflussen

Die Forschenden untersuchten insgesamt acht Kategorien ultraverarbeiteter Lebensmittel: Darunter Brot, Gebäck, Frühstückscerealien aus der Packung, Tiefkühlfertiggerichte und lange haltbare Fertigmahlzeiten. Diese wurden häufiger mit emotionalen Problemen und schlechter Stimmung bei Kindern in Verbindung gebracht. Auch Aufwärmgerichte wie Pommes frites oder verpackte Makkaroni mit Käse gingen im Rahmen der Studie oft mit auffälligem Verhalten einher. Besonders zuckerhaltige oder künstlich gesüßte Getränke wie Limonaden und manche Säfte standen sogar klar im Zusammenhang mit stärkeren Verhaltensauffälligkeiten sowie innerer Unruhe.

Der hohe Anteil an Zucker und Fett in vielen Fertigprodukten sorge zwar kurzfristig für gute Laune, doch auf Dauer könnten diese Zutaten der Gesundheit und sogar der geistigen Entwicklung schaden. Auch Zusatzstoffe, Konservierungsmittel und künstliche Aromen gelten als problematisch: Sie stehen im Verdacht, Entzündungen im Körper auszulösen und das Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen zu erhöhen.

Gerade in der Vorschulzeit wird die Basis für gesunde Ernährung und psychisches Wohlbefinden gelegt. Die Fachleute betonen: Wer in dieser Zeit auf eine ausgewogene Ernährung achtet, kann ihrem*seinem Kind helfen, das Risiko für emotionale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten gering zu halten.

Darf mein Kind jetzt keine Süßigkeiten essen?

Die Forschenden betonen, dass nicht alle stark verarbeiteten Lebensmittel gleich sind. Genau deshalb setzen Ernährungsexpert*innen auf einfache Empfehlungen, wie mehr unverarbeitete Lebensmittel in den Speiseplan einzubauen, statt komplette Verbote auszusprechen. Die Studienergebnisse zeigen: Schon wenn man nur zehn Prozent der Kalorien aus Fertigprodukten durch gesündere Alternativen ersetzt, kann das einen wichtigen ersten Schritt für die Gesundheit bedeuten.