In Telefonkontakt mit den Kleinen

XploraOne: Kinder-Handy im Test

Du möchtest, dass dein Kind immer erreichbar ist, willst aber die Tücken eines Smartphones umgehen? Das Kinder-Handy XploraOne funktioniert ohne Apps, Internet und Social Media. Wir haben uns das Gerät angeschaut!

Kleiner Junge mit Handy am Ohr vor BücherschrankAuf Pinterest merken
Für Kinderhände geeignet: Das XploraOne ist sehr handlich und leicht. Foto: Pavel Girard

Experten empfehlen ein Smartphone für Kinder erst ab 12 Jahren – unter anderem, weil unsere Jüngsten die Risiken im Internet vorher nicht verstehen können. Doch was ist, wenn du dein Kind einfach nur telefonisch erreichen (oder selbst erreichbar sein) möchtest?

Hier kommen Kinder-Handys ins Spiel: Solche Geräte sind trotz ähnlichem Look kein echtes Smartphone – denn sie verfügen über keinerlei smarte Funktionen wie beispielsweise Internet-Apps. Es wird also primär telefoniert, damit du und deine Kinder einfach nur Kontakt halten könnt.

Ein solches Kinder-Handy haben wir uns nun genau angeschaut – das XploraOne. Doch was kann das XploraOne sonst noch und wie funktioniert's? Unser Test gibt einen Einblick!

XploraOne: Maße, Gewicht & Handhabung

Als wir das XploraOne aus der Verpackung nehmen, fällt uns zuerst das geringe Gewicht auf: Das Kinder-Handy ist mit 110 Gramm sehr leicht (mein Samsung Galaxy A56 wiegt etwa knapp 250 Gramm) und hat die kompakten Maße von 11,6 x 8 x 4,7 Zentimetern.

Trotzdem ist es schwer genug für ein wertiges Gefühl in der Hand. Die wenigen Tasten am rechten Rand – eine Doppeltaste für die Lautstärke und eine direkt darunter zum Ein- und Ausschalten sowie zur Aktivierung des Displays – lassen sich angenehm leicht drücken.

Ansonsten gibt es nur noch oben einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss sowie unten den USB-C-Port zum Laden oder Verbinden mit anderen Geräten.

Die wichtigsten Features des XploraOne

Das kompakte Handy ist vor allem zum Telefonieren da. Ansonsten schickst du deinem Kind SMS-Nachrichten oder umgekehrt. Ist letzteres der Fall, poppt die Nachricht nicht bei deinen regulären Kurznachrichten auf, sondern in der Xplora-Guardian-App, welche du im Zuge der Installation (siehe unten) herunterlädst. Du erhältst aber wie bei einer SMS eine entsprechende Notification.

Weiterhin nutzen Kinder das Handy zum Beispiel als Taschenrechner, Taschenlampe oder Sprachrekorder. Oder sie tragen im Kalender wichtige Termine mit Mama, Papa oder Freunden ein – Verabredungen aber bitte vorher mit uns absprechen!

Xplora-Handy mit Spiel
Zwei einfache Spiele sind auf dem Gerät vorinstalliert. Foto: Pavel Girard

Die integrierte Kamera schießt Fotos mit geringer 2-Megapixel-Auflösung, die dann auf dem ebenso einfachen VGA-Display betrachtet werden können. Das Konzept ist klar: „Nur das Wesentliche – nicht mehr“ – wie es im Übrigen auch auf der offiziellen Webseite heißt.

Zwei simple Spiele sind ebenfalls vorinstalliert, darunter eine moderne Variante des Nokia-Klassikers „Snake“. Die lässt sich über den eher mäßigen Touchscreen des Gerätes aber nicht so gut steuern wie damals mit den Tasten des 3210.

Damit dein Kind allerdings überhaupt erst daddeln kann, musst du das Minispiel erst als Elternteil über die Xplora-Guardian-App an deinem Smartphone freischalten.

Die Guardian App: Das Herz des XploraOne

Die ist nämlich das Herz des XploraOne: Über die App steuern Eltern vom eigenen Smartphone aus wichtige Funktionen des Kinder-Handys. Dazu lädst du dir die kostenlose App herunter und erstellst unter Verwendung minimaler persönlicher Informationen ein Nutzerkonto.

Anschließend hast du jederzeit Zugriff auf das One: Du schickst Nachrichten oder rufst an und schaltest das Handy bei Bedarf in den Schul- oder Schlafmodus. In beiden Fällen verbleibt das Xplora dann stumm und gesperrt und ist nur für SOS-Anrufe zu gebrauchen.

Praktisch: Auf einer an Google-Maps gekoppelte Karte siehst du zudem jederzeit die Position des Kinder-Handys – falls dein Kind (oder hoffentlich nur das Gerät) mal verloren geht. Nette Dreingabe: Der verbaute Schrittzähler, der dich über die tägliche Aktivität des Filius informiert.

Ebenfalls wichtig: Nur du kannst neue Kontakte hinzufügen und diese verwalten. So hast du selbst immer in der Hand, mit welchen Personen dein Kind über das Handy in Kontakt treten kann. Den Akkustand siehst du übrigens auch jederzeit ein.

Drei Beispiel-Screenshots zur Xplora One App
Über die Xplora-App kommunizierst du mit deinem Kind, steuerst zentrale Funktionen oder siehst den Standort des Gerätes. Foto: Xplora/Pavel Girard

Handyvertrag nur über Xplora

Für das eigentliche Telefonieren mit dem XploraOne brauchst du im Prinzip nur eine SIM mit Telefon- und SMS-Flat. Da durchs Fehlen von Apps und Social Media kein Internet benötigt wird, sind Prepaid-Tarife oder sehr günstige Allnet-SIM-Only-Tarife meistens am billigsten.

Zum Testzeitpunkt steht allerdings nur der hauseigene Tarif über Xplora zur Verfügung. Der ist mit 9,99 Euro pro Monat jedoch verhältnismäßig teuer. Wenn Xplora in Zukunft aber auch andere Anbieter anbindet, findest du in der Box unten die günstigsten.

Das XploraOne bei meinem Sohn im Einsatz

Zusammen mit meinem siebenjährigen Sohn habe ich das XploraOne über mehrere Tage ausprobiert. Dabei durfte er das Handy zum Spielen mit nach draußen und zur Schule nehmen. Vor den anderen Kids sollte das Mobiltelefon aber möglichst nicht herausgekramt werden – denn blöde Sprüche und Neid sind in diesem Alter vorprogrammiert.

Erreicht hat er mich trotzdem problemlos: „Hallo Papa, hörst du mich?“. Habe ich – und zwar klar und deutlich. Bei unseren Testanrufen in beide Richtungen gab es keine Probleme und die Verbindung war immer stabil. Auch das Verschicken von Kurznachrichten klappte einfach und ohne Verzögerung.

Absolut essenziell: Die Standorterkennung ist ebenfalls präzise. Die Schule meines Sohnes ist nur wenige Minuten entfernt und einen Teil seiner kurzen Heimreise konnte ich simultan vom Bürofenster aus und über mein Smartphone verfolgen – bis es dann letztlich an der Tür geklingelt hat.

XPLORA One – Einfaches Telefon für Kinder
XPLORA One – Einfaches Telefon für Kinder
Unsere Bewertung:
4,0/5

Fazit: So gefällt uns das XploraOne

Möchtest du dein Kind zwischen Grundschule und Verabredung erreichen (oder erreichbar sein), erfüllt das XploraOne problemlos seinen Dienst: Das Kinder-Handy ist preiswert, einfach zu bedienen und die Verbindung bleibt stabil.

Seine Funktionen sind bewusst auf die Basics begrenzt und die Guardian-App lässt in puncto elterliche Kontrolle keine Wünsche offen. Hier hast du alles im Griff, ohne dass sich dein Nachwuchs gleich dauergeprüft fühlt.

Jetzt wünschen wir uns nur noch eine zügige Anbindung externer Mobilfunk-Anbieter – denn mehr als 5 Euro monatlich sollten preisbewusste Eltern für ein Kinder-Handy eigentlich nicht ausgeben.

SMS-Symbol - Foto: iStock/miniature

Handy-Vertrag für Kinder: Die günstigsten Anbieter

GMX All-Net-Flat – 4,99 Euro/Monat: Telefon- und SMS-Flat in alle deutschen Netze, 1&1-Netz mit hoher Abdeckung, 24 Monate Laufzeit

Congstar Prepaid Allnet XS – 5 Euro/Monat: Telefon- und SMS-Flat in alle deutschen Netze, Telekom-Netz mit hoher Abdeckung, keine Vertragsbindung (Prepaid)

Tchibo Mobil Kids-Watch Tarif – 4,99 Euro/Monat: Telefon-Flat, SMS möglich, monatlich kündbar

Einrichtung: So legst du los mit dem XploraOne

Die Einrichtung des XploraOne geht unkompliziert und schnell:

  1. Lade die kostenlose App aus dem jeweiligen Store auf dein eigenes Handy herunter (iOS oder Android)

  2. Erstelle auf diesem Smartphone ein eigenes Nutzerkonto, indem du den Hinweisen auf dem Bildschirm folgst. Wichtig: Bei der Verifikation der Telefonnummer ist deine gemeint, nicht die deines Kindes!

  3. Anschließend fügst du das XploraOne in der App als neues Gerät hinzu und das Kinder-Handy ist einsatzbereit.

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